Eine neue Truppe soll entstehen: Der Poinger Abteilungsleiter Ludwig Auer und sein Führungsteam setzen verstärkt auf junge und ehemalige TSV-Spieler.
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Eine neue Truppe soll entstehen: Der Poinger Abteilungsleiter Ludwig Auer und sein Führungsteam setzen verstärkt auf junge und ehemalige TSV-Spieler.

Verstärkt junge und ehemalige TSV-Spieler

TSV Poing: Frischzellenkur für den Aufschwung

  • vonJulian Betzl
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Der TSV Poing will neuen Aufschwung generieren und dem derzeitigen Spielerschwund entgegenwirken. Hauptsächlich soll dabei auf junge und ehemalige Spieler des TSV gesetzt werden.

Poing – In den letzten Jahren hatte sich im Herrenbereich der Poinger Fußballer eine Entwicklung eingeschlichen, die Spielern, genauso wie Verantwortlichen nicht gefallen konnte: Sukzessive verkleinerten sich die Trainingsgruppen. Zwangsläufig machte sich der Mangel an Konkurrenzkampf mittelbar auch im Tabellenverlauf des TSV bemerkbar. Einem dritten Platz in der Kreisklasse-Spielzeit 2016/17 folgte Rang elf und im Jahr darauf schließlich der Abstieg in die A-Klasse.

„Wenn du zu wenig Leute im Training einer ersten Mannschaft hast, dann kannst du irgendwann zusperren“

Es musste etwas passieren, sagt Ludwig Auer, wenngleich er die Gründe für den sportlichen Rückschritt vielschichtiger gelagert sieht. „Wenn du zu wenig Leute im Training einer ersten Mannschaft hast, dann kannst du irgendwann zusperren“, findet der Fußballabteilungsleiter des TSV Poing. „Ich möchte da 20 Leute sehen, die Bock haben.“

Wer den Blick über das weitläufige, gepflegte Sportzentrum an der Plieninger Straße schweifen lässt, kann den Poinger Wunsch insgesamt nach mehr, gut nachvollziehen. „Allein mit dieser Anlage, wo nächstes Jahr noch ein neuer Kunstrasenplatz dazukommt, und unserem Einzugsgebiet ist die A-Klasse einfach zu wenig“, sagt der neue, alleinige TSV-Cheftrainer Florian Muck.

Nachdem sein Trainer-Partner Stefan Bürgermeier als Co-Trainer zum Bezirksligisten SC Baldham-Vaterstetten gewechselt ist, soll Muck nun einerseits den Übergang zu Stefan De Prato vorbereiten, der zur neuen Saison als Cheftrainer verpflichtet wurde, diese Spielzeit aber noch in Haidhausen fertig spielen wird; andererseits wird Muck eine Zäsur moderieren, die Ludwig Auer als „neues Projekt“ bezeichnet.

„Meine Philosophie ist es, mit jungen und ehemaligen Poinger Spielern hier etwas zu erreichen“, erklärt Auer. „Warum sollen die groß woanders hinfahren, wenn man hier alles hat? Kein Geld, aber eine bombastische Anlage, gutes Arbeitsklima und ganz klare Ziele. Stefan De Prato ist da sicher ein gutes Zugpferd. Step by step wollen wir so unsere Erste und Zweite hochbringen.“ Wie hoch genau, müsse man dann sehen. Kurzfristig soll es erstmal zurück in die Kreisklasse gehen.

Torjäger Chrstian Käser kommt vom DJK Ottenhofen

Für sein Projekt hat Auer bereits „einige junge Spieler“ gewinnen können. Allen voran Torjäger Christian Käser, der in der laufenden Saison für die DJK Ottenhofen in der A-Klasse in 14 Partien 21 Treffer erzielt und seinen Torriecher zuvor auch bei Kreisligist Hohenlinden bewiesen hat. Dass Käsers WG-Mitbewohner Tobias Simeth im Poinger Mittelfeld spielt, dürfte den Wechsel des 24-Jährigen vereinfacht haben.

Auch der 20-jährige Alexander Dausch (zuletzt inaktiv, vorher in Markt Schwaben) sowie Hannes Behm, 20, standen bereits zum Vorbereitungsstart vergangene Woche in einer 35 Mann starken Trainingsgruppe auf dem Platz. Behm fühlt sich ebenfalls in der Offensive wohl, wohnt in Poing, kommt von Bezirksligist Finsing und hat zuvor in Ismaning bereits vier Einsätze in der Bayernliga absolviert. „Der erste Eindruck im Training war sehr gut, die können alle kicken und haben richtig Bock auf die Rückrunde“, freut sich Florian Muck über die Frischzellenkur. „Auch wenn wir in der Liga im Niemandsland stehen, wollen wir zumindest über den Ligapokal etwas probieren.“

„Man muss auch ein gesundes Fundament aufbauen, wenn man keine Eintagsfliege sein will“

Erste junge Neuzugänge und Rückkehrer aus der Umgebung, die nun ein Jahr Eingewöhnungszeit bekommen, ehe unter Stefan De Prato mit einer eingespielten Truppe zum Angriff geblasen werden soll, sind für Muck und Auer freilich nur ein Anfang. „Man muss auch ein gesundes Fundament aufbauen, wenn man keine Eintagsfliege sein und für Jugendspieler Anreize schaffen will, nicht so schnell zu anderen Vereinen abzuwandern“, betont Muck auch den Aspekt der Nachhaltigkeit im Poinger Projekt. „Gerade in den jüngeren Jahrgängen sind wir mit guten Trainern schon sehr gut aufgestellt, da wächst unabhängig vom Herrenbereich schon was heran.“

Für den Nachschub an Talenten von unten wird also gesorgt. Sie sollen künftig den Konkurrenzkampf oben weiter ankurbeln. „Alle wollen den Konkurrenzkampf, alle wollen den Druck“, weiß Ludwig Auer, „dass es da sicher auch mal Ärger und Härtefälle geben wird“. Szenetypische Begleiterscheinungen, die für eine prosperierende Entwicklung unvermeidlich sind.

(JULIAN BETZL)

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