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Der Einsatz von Torwart-Aushilfe Ralph Pöpperling (l.) half nicht. Zorneding kassierte seine zweite Niederlage im zweiten Spiel. 

TSV Zorneding wacht zu spät gegen den SV Anzing auf

Weitzl: „Wollt ihr das schon abgeben? Es tröpfelt nur vor sich hin!“

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Mit ausgebreiteten Armen, die Handflächen zeigen in den grauen Himmel, steht Stefan Weitzl an der Seitenlinie. „Was ist jetzt?“, schreit der Zornedinger Trainer in der 65. Spielminute aufs Spielfeld. „Wollt ihr das schon abgeben? Das tröpfelt nur vor sich hin!“

Nein, bis zu diesem Zeitpunkt verläuft die Kreisliga-Heimpremiere gegen den SV Anzing nicht nach seinem Geschmack. Ohne vier Stammspieler angefangen, muss erst Innenverteidiger Tobias Lentner verletzt aufgeben (13.), in der Pause auch noch Nebenmann Michael Stadler. „Und dann muss man ehrlich sagen, dass wir das Spiel nicht richtig angenommen haben“, sagt Weitzl hinterher. „Anzing war in sich geschlossener, laufstärker und hatte mehr Ballbesitz.“

Profit können die Gäste daraus aber lange keinen schlagen. „Nervlich war das brutal“, gesteht SVA-Kapitän Benno Stadler ob der vereinzelt verpassten Torgelegenheiten seines Teams.

Bezeichnenderweise ist es nach 53 Minuten ein Eckball, den Kilian Blumberg nach Kopfballversuch von Antonio Wehner zum erlösenden Anzinger Führungstreffer verwertet.

Das große Zornedinger Aufbäumen lässt bis zu Weitzls Weckruf auf sich warten. Kurz darauf geht es rauf und runter. Erst klärt Stefan Mittrach einen SVA-Versuch an die Latte (80.), dann wird den Gästen die potenzielle Vorentscheidung mit einem diskussionswürdigen Abseitspfiff verwehrt (83.) und Zorneding fährt im Gegenzug seinen aussichtsreichsten Angriff über die rechte Flanke. Goalgetter Maxi Jarosch wird zentral vor dem Kasten perfekt bedient, der Stürmer bekommt das Leder jedoch nicht an Anzings Schlussmann Taygun Yildiz vorbei.

„Den muss Maxi machen“, sieht Weitzl den Aspekt Kaltschnäuzigkeit „in dieser Liga als mitentscheidend“ an. Allzu hart kann und will er nach Abpfiff aber nicht mit seiner Elf ins Gericht gehen. „70 Minuten war das zu wenig, unser Umschaltspiel mangelhaft. Aber bis zum Finale haben wir die Pressingräume gut bearbeitet und ich habe viele gute Ansätze gesehen.“

Auch nach zwei Auftaktniederlagen wolle man sich „weder die Liga, noch die intern tolle Stimmung kaputtreden lassen“. In die Situation des knapp unterlegenen Liga-Neulings kann sich Benno Stadler gut hineinversetzen: „Zorneding hat mich ein bisschen an uns selbst vor vier Jahren erinnert. Jetzt sind wir eine gestandene Kreisliga-Mannschaft, die nicht mehr so schnell in einen Schlendrian verfällt.“

Zorneding: Pöpperling, Stadler (46. Ziepl (73. Schlögl), Tristl, Bayer, Mittrach, Ostner, Frühling, Jarosch, Höger, Krauss, Lentner (13. Eberhardt); Körlin, Duwel.

Anzing: Yildiz, Muck, Schmid, Stadler, Nitschke, A.Blumberg, K.Blumberg (70. Germeier), Lehrmann, Dolanjski, Grabl (46. Wehner), Reuel (77. Steiner); Erden, Behr, Uzun, Lämmel.

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