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Schwer zu stoppen: Kaan Cay (l.) wechselt mit seinem Bruder Mehmet von Landesligist FC Moosinning in die Kreisliga nach Hohenlinden.

Wichtige Testspiele für den SVH

Die Tücken des neuen Top-Trios: Hohenlinden braucht Praxis

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Auf dem Papier hat sich der SV Hohenlinden in der Winterpause, trotz eines gewichtigen Abgangs verstärkt. Die Integration des Moosinninger Landesliga-Trios erschwert sich allerdings in zweierlei Hinsicht durch mangelnde Praxis.

VON JULIAN BETZL

Hohenlinden – Vorbereitungsspiele verbreiten gerade in den Wintermonaten bei Amateurkickern ab und an den Charme eines notwendigen Übels. Wetter und Untergrund oft miserabel, Ergebnis uninteressant, aber sie gehören halt zu einer Fußballsaison dazu. Im Gegensatz dazu, könnten die Kreisligaspieler des SV Hohenlinden dieser Tage den Wert eines Testspiels gar nicht höher schätzen.

Für die Mannschaft von Trainer Ralf Santelli bedeuten die beiden sportlichen Verabredungen mit dem FC Eitting und dem SV Untermenzing vor allem: Endlich echte Praxis mit Ball.

Davon ist man nämlich auf der eigenen Anlage, trotz frühlingshafter Temperaturen, noch weit entfernt. Laut Santelli beträgt die Eis- und Schneeschicht auf dem Sportplatz am Postanger „aktuell zehn Zentimeter“. Künstliches Grün ist in Hohenlinden zwar seit geraumer Zeit ein Dauerthema, aber eben nur theoretischer Natur. Also bringt Santelli den Drittplatzierten seit Ende Januar ausschließlich in der kleinen Sporthalle mit Zirkeltraining und diversen Spielformen á la Vier-gegen-Vier auf Trab. Nun steht bereits in einer Woche der Rückrundenstart beim TSV Trudering an, und die Herliner sind dem Leder auf grüner Fläche bislang erst einmal über 90 Minuten bei Regionalligist SV Wacker Burghausen hinterhergelaufen (7:0).

Zwar kommen die Auswärtsauftritte an diesem Wochenende sowie ein zusätzlicher Test am Samstag, 9. März, beim TSV Bad Wiessee dazu (das Heimspiel am 10. März gegen Srbija wurde bereits verlegt); mit Blick auf den Aufstiegskampf sagt Santelli dennoch: „Für uns ist die fehlende Spielpraxis ein absolut klarer Nachteil. Das haben wir schon letztes Jahr ganz massiv gemerkt.“

Zumal sich die drei talentierten Verstärkungen Kaan (21) und Mehmet Cay (22) sowie Hrvoje Plazanic (28) nicht einmal im Training in die Spielsystematik integrieren können. Das wiederum ist jedoch kein Grund, warum Santelli deutlich betont, dass die Verpflichtung des Moosinninger Trios „kein klares Zeichen für die Bezirksliga“ sei. Vielmehr war die Notwendigkeit für diese Transferoffensive hausgemacht. Andreas Maier hatte sich zu Jahresbeginn aus privaten Gründen für mehrere Wochen aus dem Trainingsbetrieb zurückgezogen, sein Sturmkollege Christian Käser (acht Saisontore) meldete sich für Santelli überraschend kurzfristig vom Verein ab, um zurück zu seinem Heimatverein DJK Ottenhofen zu wechseln. Außerdem verabschiedete sich Ioannis Kamposioris zum SV Neuperlach.

„Aus sportlicher Sicht wäre es schade gewesen, wenn wir danach nichts gemacht hätten“, ist Santelli nun froh, dass das Netzwerk von Vorstand Ludwig Attenberger den Dreierpack von Landesligist FC Moosinning für den SVH gewinnen konnte. Die Beweggründe dieser Drei, einen objektiven Rückschritt von zwei Klassen anzutreten, sieht Santelli unterschiedlich gelagert. „Die Cays sind gekommen, weil ich hier Trainer bin und sie sich weiterentwickeln, den nächsten Schritt machen wollen. Ich kenne Mehmet noch aus meiner Zeit als NLZ-Leiter in Rosenheim, weiß, dass beide eine gute Ausbildung genossen haben, die aber schon etwas zurückliegt.“ So sei es für ihn persönlich die größte Herausforderung, das Brüderpaar in taktischen Belangen an höhere Aufgaben heranzuführen. „Angesichts ihrer Vita weiß ich nicht, wie lange sie jetzt hier sind. Aber für mich ist alles nach dem Sommer gerade sekundär.“

Die Personalie Plazanic will Santelli aktuell noch weniger mit einem Aufstiegsversprechen verknüpfen. „Hrvoje hat sich separat aus dem Kontakt mit Moosinning ergeben. Er hat in der laufenden Saison nur ein Spiel gemacht, drei Monate lang gar nicht gespielt, wenig trainiert und ist weit weg von dem Monster, das er in Forstinning ausgestrahlt hat. Das weiß er aber und hat gleich signalisiert, dass für ihn sein Job und die Fitness erst mal am wichtigsten sind.“

Den Zugewinn an dreifacher Landesligaerfahrung kann und will Santelli nicht komplett unter den Teppich kehren. Insgesamt habe man in der Sturmreihe, trotz Käsers Abgang, „an Qualität zugelegt“. Nur auf dem Rasen muss diese eben noch integriert werden. Drei Wochen, so Santellis Prognose, werde man für die nötige „Spritzigkeit und Synchronität“ noch benötigen. Dann könnte auch das einstige Forstinning-Monster neue Reißzähne bekommen haben und die beharrliche Herliner Schneedecke geschmolzen sein.

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