Wann kann wieder auf den Fußballplätzen (wie hier der 1. FC Garmisch-Partenkirchen) gejubelt werden?
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Wann kann wieder auf den Fußballplätzen (wie hier der 1. FC Garmisch-Partenkirchen) gejubelt werden?

Skeptischer Kommentar von Wolfgang Herfort

Re-Start: Nur der Rahmen mit fünf Stufen steht - Details fehlen

  • Wolfgang Herfort
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Am kommenden Montag, den 8. März, sieht die Bayerische Staatsregierung die Rückkehr in den Amateursport vor. Ein Kommentar von Wolfgang Herfort.

Landkreis – Nun ist es also so weit. Am Montag, 8. März, soll nach dem Willen der Bayerischen Staatsregierung die Zeit des Sport-Lockdowns zu Ende gehen. Vorgesehen ist ein fünfstufiger Plan, der in die Normalität zurückführen soll. Immer mit dem Blick auf die aktuellen Inzidenzzahlen und der Möglichkeit, alle Lockerungen zurückzunehmen.

BFV fordert „verständliche und praxisnahe Vorgabe“ von der Bayerischen Staatsregierung

Grundsätzlich haben die Sportverbände die Öffnung begrüßt. Dennoch kam Kritik auf. So wandte sich der Bayerische Fußball-Verband (BFV) „mit der klaren Bitte an die Bayerische Staatsregierung, bei der Umsetzung der Maßnahmen zeitnah verständliche und praxisnahe Vorgaben zu verabschieden“. BFV-Präsident Rainer Koch aus Poing forderte unmissverständlich: „Die Verantwortlichen in der Landesregierung dürfen unsere Vereine jetzt nicht im Regen stehen lassen, sondern müssen klar und unmissverständlich formulieren, was in welcher Form für das Fußball-Training fortan erlaubt ist.“ Bislang seien „nur grobe Rahmenbedingungen bekannt, diese aber müssen nun von den zuständigen Ministerien detailliert formuliert werden“. Der aktuelle Informationsstand lasse nach wie vor noch viele Fragen offen.

Der Bayerische Landessportverband (BLSV) wertete es als gute Neuigkeit, dass die Ausübung des Vereinssports wieder möglich sei. Aber auch hier war unterschwellig heraus zu hören, dass man sich etwas mehr versprochen hatte. Die Lockerungen seien „ein Wiedereinstieg“ in den Sportbetrieb. In Abhängigkeit vom regionalen Infektionsgeschehen ist ab dem 8. März 2021 inzidenzabhängig grundsätzlich wieder Sportbetrieb im Verein möglich. Wie das im Einzelnen aussehen könnte, diese Informationen müssten möglichst umgehend folgend.

BLSV-Präsident Jörg Ammon: „Das bedeutet ein Stück weit eine Rückkehr zur Normalität“

Der BLSV-Präsident Jörg Ammon freute sich jedenfalls: „Die bayerischen Sportlerinnen und Sportler sehnen sich nach ihrem Vereinssport und die Vereine freuen sich auf den Wiedereinstieg. Endlich können die Sportlerinnen und Sportler bei aller Vorsicht und unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder in ihren geliebten Vereinssport einsteigen. Das bedeutet ein Stück weit eine Rückkehr zur Normalität, über die wir sehr froh sind!“ Klare Regelungen würde zusammen mit dem zuständigen Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration erarbeitet, damit die Sportvereine die beschlossenen Maßnahmen auch umgesetzt werden könnten.

Nach der derzeitigen Lage stehen den Sportlerinnen und Sportlern im Landkreis Anfang kommender Woche die größtmöglich vereinbarten Möglichkeiten offen (siehe ganz unten). Denn die 7-Tage-Inzidenz, um die sich alles dreht, lag am Freitag bei 38,3. Wie die gesamte Lockerung kann sich das aber schnell ändern.

(hw)

Kommentar von Wolfgang Herfort: Ein Anfang, mehr nicht

Hurra! Am kommenden Montag kehrt die Normalität zurück! Oder etwa nicht? Skepsis ist angebracht. Denn das, was da an Informationen aus dem zuständigem Ministerium kam, reicht nur für kurze Erleichterung. Der ministerielle Schnellschuss geht nämlich am Ziel vorbei. Es fehlt an Definitionen, an Anleitungen, an Vorschlägen, an Präzision. Entsprechend verhalten fallen die Reaktionen der Sportler aus. Was ist regional? Individualsport mit zehn Personen? Was ist kontaktlos? Ein Kindertraining mit 20 wuselnden Minis jedenfalls ist es sicherlich nicht.

Die vorsichtige Öffnung des Sportbetriebs ist mehr politisches Zeichen als echter, der Sache dienlicher NeuStart. Städte undKommunen müssen erst einmal die Sportanlagen freigeben. Mit oder ohne angepassten Hygienevorschriften? Viele, zuviele Fragezeichen stehen im Raum. Nur den zeitlichen Rahmen vorzugeben, reicht nicht. Niemand weiß so recht, wie das Ganze nun umgesetzt werden soll. Klare, umsetzbare Information müssen her, möglichstfür alle Sportarten und möglichst schnell. Sonst bleibt die Öffnung ein politisches Lippenbekenntnis.

Die Lockerungen: 

Ab 8. März:

Solange in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eine stabile 7-Tage-Inzidenz von unter 50 besteht, gilt: Kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen (maximal zehn Personen) im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen. Solange in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eine stabile 7-Tage-Inzidenz von 50 bis 100 besteht, gilt: Individualsport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen.

Frühestens ab dem 22. März:

Solange in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt seit mindestens 14 Tagen eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 besteht, gilt: Kontaktfreier Sport im Innenbereich und Kontaktsport im Außenbereich. Solange in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt seit mindestens 14 Tagen eine 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 besteht, gilt: Kontaktfreier Sport im Innenbereich sowie Kontaktsport im Außenbereich unter der Voraussetzung, dass alle Teilnehmer über einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest mit negativem Ergebnis verfügen.

Frühestens ab dem 5. April ist Kontaktsport im Innenbereich möglich. 

(Quelle: Pressemitteilung Bayerische Staatskanzlei vom 4. März 2021)

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