Kleiner Bahnhof für eine große Investition: Nur zu sechst und mit Abstand bat man vor dem Inninger Feuerwehrhaus um Gottes Segen für das neue Löschfahrzeug (v. l.): Robert Heinemann (2. Vorsitzender des Feuerwehrvereins), 2. Kommandant Matthias Osterloher, ehemaliger Kommandant Karl Limmer, Kommandant Johannes Lohmeier, Bürgermeisterin Michaela Mühlen und Pfarrer Jacek Jamiolkowski.
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Kleiner Bahnhof für eine große Investition: Nur zu sechst und mit Abstand bat man vor dem Inninger Feuerwehrhaus um Gottes Segen für das neue Löschfahrzeug (v. l.): Robert Heinemann (2. Vorsitzender des Feuerwehrvereins), 2. Kommandant Matthias Osterloher, ehemaliger Kommandant Karl Limmer, Kommandant Johannes Lohmeier, Bürgermeisterin Michaela Mühlen und Pfarrer Jacek Jamiolkowski.

Neues Löschfahrzeug der Inninger Feuerwehr gesegnet – Einsätze wohl erst ab Jahresmitte möglich

360 Meter Schlauch und weitere Extras

Inning - Das neue Löschfahrzeug macht die Inninger Feuerwehr wesentlich schlagkräftiger. Allerdings kann es wohl erst zur Jahresmitte eingesetzt werden.

In kleinstem Rahmen hat Holzland-Pfarrer Jacek Jamiolkowski das neue Löschfahrzeug der Feuerwehr Inning gesegnet. Das 365 000 Euro teure LF 20 KatS ist bei der Ulmer Firma Magirus gefertigt worden und ersetzt das 28 Jahre alte Vorgängerfahrzeug der Wehr.

Problematisch wirken sich die Corona-Beschränkungen aus: Übungen, um sich mit dem Fahrzeug und vor allem der neuen Ausrüstung vertraut zu machen, konnten die Aktiven noch nicht abhalten. „Wir gehen davon aus, dass wir noch bis Mitte des Jahres mit dem Vorgänger ausrücken“, fasste Kommandant Lohmeier die schwierige Situation zusammen. Erst dann wird dieses von der Gemeinde verkauft – wohin, das steht noch nicht fest.

Eine Besonderheit des neuen LF 20 sind die 360 Meter Löschschlauch, die an einem Stück fahrend verlegt werden können. Mit 1600 Litern führt es zudem fast die dreifache Menge an Löschwasser mit wie das alte. Bis zu vier Atemschutzgeräteträger können sich bereits während der Anfahrt zum Einsatzort in der Mannschaftskabine ausrüsten. Strom vor Ort kann durch ein Aggregat mit 14 kVA-Leistung erzeugt werden, darüber hinaus werden eine neue Tragkraftspritze, eine Heckpumpe, ein Flutlichtmast und ein Überdrucklüfter transportiert.

Das alles ergibt 15 Tonnen Gewicht, die von 320 PS bewegt werden. „Wir sind wesentlich schlagkräftiger als davor“, sagt der ehemalige Kommandant Karl Limmer zur neuen Errungenschaft.

Pfarrer Jamiolkowski gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Feuerwehr stets Menschenleben retten könne und dabei selbst unbeschadet bleibe. Dem schloss sich Bürgermeisterin Michaela Mühlen an und wünschte, „dass ihr das Fahrzeug überwiegend zum Üben braucht und Einsätze immer erfolgreich sind“.

Fünf Jahre hat es gedauert – vom Beschluss, ein Fahrzeug zu kaufen, bis zur Einweihung. Der damalige Kommandant Limmer hatte die ersten Gespräche mit der Gemeinde geführt. Das hob Kommandant Johannes Lohmeier hervor. Er dankte auch Bürgermeisterin Mühlen, dem Gemeinderat und der Feuerwehr Moosen.

Mit ihr hatten die Inninger bei der Ausschreibung und Vergabe zusammengearbeitet. Vor wenigen Wochen ging ein identisches LF 20 nach Moosen. Diese Kooperation ermöglichte eine überkommunale Förderung von je 10 000 Euro. Weitere 88 000 Euro steuerte die Regierung von Oberbayern bei, den großen Rest stemmte die Gemeinde. Die Feuerwehr hat vor allem Zeit und rund 700 Arbeitsstunden in die Beschaffung investiert.

Vom Verlauf der Corona-Pandemie hängt es ab, wann auch die Inninger Bürger einen Einblick in die neue Technik erhalten und wann zwei weitere Feuerwehrler ihre Prüfung zum Maschinisten ablegen können und dadurch die Fahrerlaubnis erhalten. Währenddessen läuft bereits die Ausschreibung für einen Mannschaftstransporter. „Damit wären wir technisch bestens gerüstet. Woran es uns mangelt, sind genügend Kameraden“, sagte Lohmeier. Damit sprach er auch Kinder und Jugendliche an, die in die bestens organisierte Jugendfeuerwehr eintreten und sich so auf einen späteren Dienst vorbereiten könnten. FABIAN HOLZNER

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