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Alex Petrovic will im Herbst seiner Karriere noch einmal angreifen. „Ich muss niemandem etwas beweisen. Nur mir!“

Ernährung, Beweglichkeit und Kraft - Aleksandro Petrovic trainiert wie ein Profi

Petrovic pumpt sich auf! Tagebuch zum 12-Wochen-Workout mit B42

  • Christoph Seidl
    VonChristoph Seidl
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Aleksandro Petrovic ist in der Regionalliga eine Legende. Doch satt ist er mit 32 Jahren noch nicht. Er hat einen Traum: Petrovic will so lange spielen, wie es sein Körper zulässt. Dafür versucht er mit der Fitness-App B42 in zwölf Wochen alles aus seinem Körper zu holen.

Dafür lebt er vegan und hat im Lockdown ein Workout gestartet, das er so nicht einmal im Profifußball erlebt hat. Wir begleiten Aleksandro Petrovic zwölf Wochen lang bei seinem Workout. Mit der Fitness-App B42 will er in der langen Winterpause die beste Form seines Lebens aufbauen.

Petrovic führt Tagebuch, zeigt Videos der Workouts und dokumentiert, wie sich sein Körper im Laufe der Zeit verändert. 

Mein Zwischenfazit nach drei Wochen Workout

Ich kann das Training nur wärmstens empfehlen. Wieso?

Weil die Übungen, 1. perfekt aufeinander abgestimmt sind. 

Man trainiert nie die gleiche Muskelgruppe zwei Tage hintereinander. Die Muskeln haben Zeit sich zu erholen und zu wachsen. Dazu gibt es Dehn-Tage und einen Erholungstag in der Woche. Der Körper hat einfach Zeit zu regenerieren.

Der zweite Grund: Man braucht keinerlei Gewichte oder Geräte. 

Lediglich eine Matte und einen stabilen Tisch, falls man keine Klimmzugstange hat.

Der dritte Grund: Mit der richtigen Ernährung sieht man relativ schnell einen Fortschritt. 

Ich sehe nach drei Wochen bereits einen Fortschritt. Der Bauch zieht sich zusammen. Die Schultern und Arme formen sich. Die Brust wird definierter. Ich will nicht schwindeln! Ich muss mich oft abends zum Training quälen. Mein gedanklicher Push ist, dass man wirklich schnell Erfolge sieht. Deshalb tue ich mir das jeden Tag an 😬. Aber die wichtigste Message von mir an jeden, der mit der App trainiert, lautet: ACHTET AUF DIE RICHTIGE ERNÄHRUNG! Es bringt nichts zu trainieren und dabei die Chipstüten zu leeren und sich literweise das Weißbier reinzustellen!

Dritte Workout-Woche: Petrovic stellt sich seinem Endgegner 

Tag 6, Training "Frank": Der ideale Abschluss vor der anstehenden Champions Week. Dehnen, meditieren, entspannen. Doch ich befürchte: Es war nur die Ruhe vor dem Sturm 😱

Tag 5, Training "Chrisstiano": Ein Training, das mir vom Inhalt her sehr gut gefällt! Klar, der Oberkörper wird beansprucht. Und das trainiert doch jeder am liebsten. Brust, Bauch, Rumpf... 160 Liegestütz, gefühlt 500 Sit-Ups. Man merkt nach dem Training definitiv, dass man was gemacht hat. Aber auch hier sind die Übungen weiterhin hart, aber nicht zu vergleichen mit der ersten Woche.

Tag 4, Training "Matz": Es ist nach wie vor anstrengend und hart. ABER: Mittlerweile fällt es mir einfacher und Muskelkater habe ich auch keinen mehr. Ich merke während der Übungen wie sich die Muskeln an die Übungen adaptiert haben. Nichtsdestotrotz zittern weiterhin die Beine nach dem Training als würde es den Elfmeter in der 90. Minute geben. Und im Tor steht Manuel Neuer.

Tag 3, Training "Marioh": Angenehmes Training, außer die Kneeling Quad Stretch. Die bringen mich irgendwann um! Die restlichen Übungen tun nach den anstrengenden Tagen davor gut. Ich persönlich feiere das "Breathing" am Ende. Ich nutze es um mit der passenden Musik ein wenig zu meditieren und runterzukommen.

Tag 2, Training "Thoni": Okay, das war hart! Der ganze Oberkörper wird beansprucht: Bauch, Brust, Schultern, Arme... Sehr abwechslungsreich, aber auch sehr hart. Plank 2 Push up war heute der Endgegner, da man vorher Klimmzüge und Bauch macht, aber bei der Übung auch den Bauch anspannen muss, um die Spannung zu halten. Puuuh, haut rein. Aber genau so muss es sein 💪🏼.

Tag 1, Training "Lucah": Die Beine wieder 😡 Auch da merke ich Fortschritte. Langsam, aber sicher. Nach der Einheit zittern die Beine trotzdem. Eine gute Einheit, da es auch an die Ausdauer geht. So kann man in einen Sonntag starten 😊 Zweite Workout-Woche: Jetzt trainiert sogar die Freundin mit Tag 6, Training "Garreth": Ein angenehmer Wochenausklang 😍 Nochmal etwas für die Beweglichkeit. Auch da merke ich schon die ersten Fortschritte. Es wird immer besser 😊 Aber gut ist das noch lange nicht 🙈.

Zweite Workout-Woche: Jetzt trainiert sogar die Freundin mit 

Tag 6, Training "Garreth": Ein angenehmer Wochenausklang 😍 Nochmal etwas für die Beweglichkeit. Auch da merke ich schon die ersten Fortschritte. Es wird immer besser 😊 Aber gut ist das noch lange nicht 🙈.

Tag 4, Training „Harry“: Verflucht sei der, der sich Burpees ausgedacht hat❗️160 Stück, dazu Squats, Ausfallschritt nach hinten, Hip extensions... Trotzdem merke ich, wie sich mein Körper langsam an die Übungen adaptiert! Es fällt mir nicht mehr soooo schwer wie das erste Mal. Trotzdem bin ich weit davon entfernt, das Training angenehm zu nennen 😬🙈

Tag 3, Training „Ilkayh“: Hauptsächlich dehnen. Ich merke, wie gut es dem Körper nach der gestrigen Einheit tut. Es werden genau die Stellen gedehnt, die gestern beansprucht wurden. Ein weiterer positiver Aspekt der App: Die Trainingseinheiten sind perfekt auf die vorherigen oder späteren Einheiten abgestimmt 👌🏼

Tag 2, Training „Serghio“: Viel Rumpf und Bauch. Das Workout hat heute schon viel besser geklappt als letztes Mal. Vielleicht auch wegen des Motivationsschubs: Meine Freundin hat mitgemacht und mich wirklich positiv überrascht. Wenn ich nach gefühlt 1000 Sit-Ups keinen Sixpack kriege, trainiere ich nie wieder Bauch 😤 Zu essen gibt es eine Mexican Vegan Bowl vom Heartbeet. Das ist richtig lecker. Kann ich nur empfehlen 👌🏼 Und dazu einen Eiweißshake.

Tag 1, Training „Roberth“: Die fucking Beine wieder 😡🥵 Ich muss wirklich zugeben: Ich hätte kotzen können! Dass ich solche Defizite habe, obwohl ich fünf bis sechs mal die Woche Fußball spiele und somit die Beine beanspruche, hätte ich nicht gedacht. Irgendwie habe ich es doch durchgezogen, wobei ich die Kneeling Quad Stretch glaube ich nicht ein einziges Mal sauber ausgeführt habe. 🙈 Zu essen gibt es einen Açaí Bowl 😍.

Erste Workout-Woche mit B42: “Meine Beine haben gezittert"

Tag 6, Training "Marko": Bisher das angenehmste Training, abgesehen davon, dass ich die  Beinübungen kaum machen konnte. Kaum zu glauben, aber tatsächlich habe ich vom"Lionell"-Training noch zu heftigen Muskelkater in den Oberschenkeln. Ersatzweise habe ich Ausfallschritte und Step-ups gemacht. Die fallen mir doch deutlich leichter als die Kneeling Quad Stretch. Zum Essen gab es dank meiner Freundin einen Brokkoli-Kartoffelauflauf, sehr lecker. Danach hab ich mir noch einen Protein-Pudding gegönnt. Morgen ist Gott sei Dank frei, Erholung pur.

Tag 5, Training „Leroyh“: Jaaaa klar! 60 Klimmzüge! Wenn’s sonst nix ist! Aber das Training habe ich relativ gut verkraftet. Die Brust muss ja wachsen. Bei den Klimmzügen habe ich noch Potential nach oben. Zu essen gibt es jetzt einen Quinoasalat und einen Proteinjoghurt

Tag 4, Training „Lionell“: FUCK MY LIFE! Als großer Messi-Fan dachte ich natürlich, dass der Ball auch mal ins Spiel kommt. Aber Pustekuchen. Ich werde Alpträume von den „Kneeling Quad stretch“ haben! Eines sage ich euch: Nach dem letzten Satz spürt ihr die Beine nicht mehr! Zu essen gibt es einen Nudelsalat mit Vollkornnudeln und Sojajoghurt mit Nüssen!

Tag 3, Training „Tiagho“: Schon nach dem zweiten Tag denke ich mir: Dndlich Regeneration 🙌🏼 Doch so leicht war das doch nicht! Dank meiner Verkürzungen im ganzen Bein-Bereich war auch das Dehnprogramm eine große Herausforderung. Aber es taugt.

Tag 2, Training „Chrisstiano“: Dienstschluss wieder um circa. 16:30 Uhr. Ab nach Hause und ran an den Speck! Die Beine und den Hintern spüre ich bei jeder kleinsten Bewegung vom gestrigen Training! Gott sei Dank geht es heute um den Oberkörper. Liegestütze, Bauchmuskeln, Rumpf... Ich bin ich doch stark in den Bauch und Rumpf. Hmmm na klar! Bei den Sit-ups hab ich jeden Burger meines Lebens verflucht. Zu essen gibt es jetzt Ofengenüse und wieder einen Shake.

Tag 1, Training „Zhlatan“: „Ich habe jetzt schon keinen Bock mehr! Nach der Arbeit (Der Dienstschluss war um 16:30 Uhr) bin ich mit dem Gedanken nach Hause gefahren: Lets get it started! Nachdem ich das Programm gesehen habe, war der Gedanke eher: Calm down, buddy! 160 burpees, squats, Ausfallschritte! 😰 Ich kann euch versichern: Meine Beine haben mehr gezittert, als vor einem entscheidenden Elfmeter in der 90. Minute! 🙈 Zu essen gibt es jetzt eine Gemüsepfanne mit Reis und einen veganen Eiweißshake."

Petrovic im Interview: Darum will er mit 32 noch einmal alles raushauen

Alex, dein Jugend-Trainer Hermann Gerland hat in der A-Jugend auf seine Art dein Gewichtsprobleme angesprochen. Kommt das Workout 14 Jahre zu spät?

(lacht) Gut kicken konnte ich schon immer. Aber mein Problem in der Jugend war mein Übergewicht. Die Motivation von heute hätte ich damals sicher besser gebrauchen können. Mit 32 verfolge ich ein anderes Ziel: Ich will so lange wie möglich Fußball spielen.

Dann trainierst du in der Pause auf einen Goretzka-Körper hin?

Bei meinem Körperbau wird das sehr, sehr schwer (lacht). Gott sei Dank hatte ich in meiner Karriere nie eine schwere Verletzung. So soll es bleiben.

Was fehlt dir mit 32 Jahren als Fußballer?

Ich bin zu langsam. Daran wird sich ich in meinem Alter nichts mehr ändern. Aber ich hoffe, dass ich Fett abbauen und Muskelmasse draufpacken kann.

Du ernährst dich vegan. Warum?

Ich wollte es ausprobieren. Ich würde lügen, wenn ich sage: Ich bin fitter. Aber mein Körper regeneriert schneller. Und ich bin in der Früh nicht mehr so müde. Bei den Zeiten, zu denen ich aus dem Bett muss, ist das ein Vorteil.

Wie hart ist es, nach einem Trainings- und Ernährungsplan zu leben?

Die Profis haben es leichter. Als Berufstätiger ist das sehr schwer. Ich stehe um sechs auf und kann erst am Abend mein Training absolvieren. Ich muss selbst kochen. Das frisst sehr viel Zeit. Ich hatte noch nie ein Problem, auf Süßigkeiten oder Kohlenhydrate zu verzichten. Aber ein Training durchzuziehen, war schon immer mein Problem. Früher habe ich das geschwänzt. Heute zwinge ich mich dazu, meine Einheiten durchzuziehen.

Interview: Christoph Seidl

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