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Comeback nach dreieinhalb Monaten: Andreas Voglsammer (l.) hier im Zweikampf mit Etienne Amenyido vom VfL Osnabrück.

Geisterspiel „aufm Platz gar nicht so krass mitbekommen“

Dorfener Fußballprofi Voglsammer feiert Comeback nach Verletzung

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Bielefeld-Stürmer Andreas Voglsammer hat an diesem Wochenende sein Comeback nach langer Verletzung gefeiert. Die Geisterkulisse hat er „nicht so krass mitbekommen“.

Bielefeld/Dorfen – Es hätte ein perfektes Wochenende werden können für Andreas Voglsammer. Innerhalb von dreieinhalb Monaten hatte sich der 28-jährige Dorfener nach seinem Mittelfußbruch zurückgekämpft. Im ersten Spiel nach der Corona-Pause saß er auf der Bank und wurde schließlich in der 72. Minute für Reinhold Yabo eingewechselt. Da führten die Bielefelder gegen den VfL Osnabrück noch 1:0. Doch in der 94. Minute kassierte der Spitzenreiter der 2. Liga noch den Ausgleich.

„Es war megacool, auf den Platz zu stehen und mit der Mannschaft spielen zu können“, sagt Voglsammer. „Aber dann war es extrem bitter, so spät das Gegentor noch zu bekommen.“ Das habe ihn schon sehr geärgert. Insgesamt sei er aber natürlich froh wieder dabei zu sein. „Ich hoffe, der Mannschaft künftig noch ein bisserl mehr helfen zu können.“

Wie fühlen sich Geisterspiele an?

Und wie fühlen sich Geisterspiele an? „Das ist natürlich ungewohnt“, meint Voglsammer. „Aufm Platz habe ich es aber gar nicht so krass mitbekommen“, erklärt er. „Gut, man hört die Mitspieler und Gegenspieler besser, und den Trainer nimmt man auch mehr wahr. Aber sonst bist du auf dem Platz halt voll fokussiert.“

Ungewohnt sei gewesen, dass das Team in zwei Kabinen untergebracht und in zwei Bussen chauffiert wurde. Aber daran gewöhne man sich schon. Und auf dem Platz steigere man sich ja auch. Man komme in die Abläufe besser rein. Voglsammer verspricht: „Da sind wir schnell wieder drin.“

Spitzenspiel beim HSV am kommenden Sonntag

Das wäre nicht schlecht, denn am kommenden Sonntag steigt im Hamburger Volksparkstadion das Spitzenspiel gegen den HSV. Bedauert Voglsammer, dass ihm Corona eine großartige Kulisse raubt, oder sieht er eher einen Vorteil, weil die Hamburger ihre Fans eben nicht im Rücken haben? „Das ist eine gute Frage“, meint Arminias zweitbester Torschütze (zehn Treffer, fünf Vorlagen), „aber das hätte man ja jetzt die Osnabrücker auch fragen können. Dadurch, dass jeder die Geisterspiele hat, ist es ausgeglichen, da uns natürlich unsere phantastischen Fans schon auch extrem gepusht haben. Das fehlt zuhause schon auch in einer gewisser Weise.“

Die Ausrutscher der Konkurrenten Hamburg (2:2 in Fürth) und Stuttgart (1:2) in Wiesbaden, bezeichnete übrigens das Fachmagazin Kicker als eine von zwei guten Nachrichten für Bielefeld. Der Kicker weiter: „Die zweite gute und wohl beste Nachricht für die Ostwestfalen: Nach seinem 18-Minuten-Comeback gegen Osnabrück dürfte Andreas Voglsammer in Hamburg ein Kandidat für die Startelf sein. Er (...) könnte in den letzten acht Spielen für die entscheidende Konsequenz sorgen.“

Text: Dieter Priglmeir

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