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Einen schweren Stand hatte Bayern-Verteidiger Buona Sarr gegen Andreas Voglsammer (r.). Das hatte nicht nur etwas mit dem Schnee zu tun. Der 29-jährige Dorfener deutete bei seinem Comeback schon mal an, was die Bielefelder Arminen von ihm erwarten dürfen.  

Ein Dorfener in der Fußball-Bundesliga

Andreas Voglsammer: Zu schnell für die Bayern-Abwehr

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Torvorlage und Remis mit Bielefeld in München: Der Ex-Dorfener feiert ein fast perfektes Comeback

Bielefeld– Die 49. Minute in der Allianz Arena: Gerade hat Robert Lewandowski die Bayern gegen Armina Bielefeld mit seiner Direktabnahme auf 1:2 herangebracht. Alle erwarten nun die große Aufholjagd. Doch Andreas Voglsammer hat was dagegen. Anstoß, 40 Meter vor dem Tor bekommt er den Ball, zieht auf der linken Seite davon, lässt Bayern-Verteidiger Buona Sarr stehen. Er dringt in denStrafraum ein, spielt flach in die Mitte, wo Christian Gebauer den Ball über die Linie drückt. 3:1 für die Armina beim neuen Weltpokalsieger – was für ein Comeback für den 29-jährigen Dorfener.

Am Ende wird es zwar nur ein 3:3, weil die Münchner dann doch nochmal richtig aufdrehen. Voglsammer nennt das „a bisserl ärgerlich, denn es wäre noch ein Stück mehr drin gewesen“. Aber im Großen und Ganzen könne man schon zufrieden sein. „Wir haben schließlich immer noch gegen den Bayern gespielt.“

Eben jener FC Bayern, zu dem Voglsammer einst vom TSV Dorfen in die Jugend gewechselt war. Über den FCB, die SpVgg Unterhaching und den 1. FC Heidenheim kam er schließlich zu den Arminen, wo er mit dem Bundesliga-Aufstieg seinen größten sportlichen Erfolg feierte. Wo er aber auch bisher sein größtes Verletzungspech hatte: „15 Wochen erst wegen eines Mittelfußbruchs und dann wegen eines Haarrisses im Mittelfuß und später sieben Wochen nach einem Muskelfaserriss.“ Voglsammer listet selbst seine verletzungsbedingten Pausen auf.

Und nun das Startelf-Comeback ausgerechnet gegen den FC Bayern. „Ich war einfach glücklich, wieder dabei und wieder fit zu sein“, erzählt Voglsammer und verrät, dass er zu seinem Mitspieler sagte, „wie geil das hier wäre, wenn hier noch die Hütte voll wäre“. Aber das gelte natürlich auch für die Heimspiele in der Schüco-Arena. „Und wir dürfen natürlich nicht nur gegen die Bayern so auftreten. Wenn uns das gelingt, dann werden wir in den restlichen Spielen wieder Punkte holen.“

Voglsammer, der mit dem Team am Dienstag um 3 Uhr morgens wieder in Bielefeld war, brennt auf die nächsten Spiele. „Meine Verletzung ist auskuriert. Da bin ich bei 100 Prozent.“ Dass aufgrund der mangelnden Spielpraxis noch gewisse Automatismen fehlen, sei völlig normal, „zumal das Tempo in der Bundesliga ein ganz anderes ist als in der 2. Liga“.

Nun ja, am Montagabend hatten eher die Bayern ein Problem mit Voglsammers Geschwindigkeit. Das sah übrigens auch Dieter Brenninger so. Der Altenerdinger, einst Stürmer beim FCB, war zwar nicht begeistert vom Punktverlust der Roten. Über Voglsammers Auftritt aber freute sich der 77-Jährige: „Endlich spielt wieder ein Fußballer aus dem Landkreis in der Bundesliga.“ Brenninger lobte die Schnelligkeit des Ex-Dorfeners. „Und im Zweikampf hat er sich auch gegen eine Kante wie Niklas Süle sehr gut behauptet.“

Nach 62 Minuten wurde Andreas Voglsammer am Montag ausgewechselt. Am Freitag wartet schon der nächste dicke Brocken auf sein Team: der aufstrebende VfL Wolfsburg. Ob’s wieder für die Startelf reichen wird? „Da müsst ihr den Trainer fragen“, sagt Voglsammer.

Einen Anspruch auf einen Stammplatz habe ohnehin niemand. „Der Konkurrenzkampf ist groß. Es geht ja auch um viel. Da ist schwächeln nicht erlaubt“, so der Dorfener. Fürs erste Mal sei sein Spiel „recht ordentlich“ gewesen, meint Voglsammer, „aber ich habe noch extrem viel Luft nach oben. Wenn ich das abrufe, dann habe ich die Qualitäten, dass ich der Mannschaft helfen kann. Wie es dann der Trainer sieht, wird sich zeigen. Ich werde dafür kämpfen und hart arbeiten, dass er nicht um mich rumkommt.“

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