Freuen sich darauf, dass es im September weitergeht: Die Spieler des FC Hohenpolding, die auf Platz drei liegen
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Freuen sich darauf, dass es im September weitergeht: Die Spieler des FC Hohenpolding, die auf Platz drei liegen

Erdinger Vereine äußern sich zur BFV-Entscheidung

Stimmen aus der Kreisklasse: „Die fairste Lösung“

  • Wolfgang Krzizok
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Die Spielzeit 2019/20 wird nicht abgebrochen, sondern nach einer Pause bis mindestens 31. August fortgesetzt.

VON WOLFGANG KRZIZOK

Erding – Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat dies eigenen Angaben zufolge vorige Woche einstimmig entschieden. Die Saison 2020/ 21 werde frühestens im Frühjahr 2021 stark verkürzt starten können. Der Beschluss des BFV gilt für den gesamten Frauenfußball und die Herren-Ligen bis einschließlich zur Bayernliga. Was halten unsere Vereine davon? Wir gehen sämtliche Ligen durch und befassen uns heute mit der Kreisklasse.

1. SC Moosen15 Spiele, 37 Punkte

„Wir sind natürlich froh, dass die Saison weitergespielt wird, da wir unser Ziel weiterhin voll im Auge haben“, sagt SCM-Spielertrainer Maxi Bauer. „Wir hätten es aber natürlich auch verstanden, wenn die Saison annulliert werden würde, da es verdammt schwierig ist, in so einer Situation eine Entscheidung zu treffen.“ Der Kader des SC Moosen werde wohl so bleiben. „Momentan gibt es keine Veränderungen, ich hoffe, dass der Kader komplett erhalten bleibt“, stellt Bauer fest. „Wir haben im Augenblick eine perfekt ausgewogene Mannschaft, bei der alle auf einem Level trainieren und spielen.“ Die Frage nach einem Trainerwechsel stellt sich beim SC Moosen nicht. „Ich bleibe“, verspricht Bauer.

2. SV Walpertskirchen15 Spiele, 32 Punkte

Voll hinter der Entscheidung des BFV steht der SV Walpertskirchen. „Das ist richtig und wichtig, die Lösung ist gut, um Zeit zu gewinnen“, betont Trainer Sepp Heilmeier. „Vor allem in unseren Klassen reicht es für die Planungssicherheit. Wir sind nicht so auf Sponsorengelder angewiesen. Jetzt kann man sich genügend Zeit nehmen, um kein Risiko einzugehen.“ Die Spieler hätten sich riesig über die BFV-Entscheidung gefreut. „Sie haben privat weitertrainiert und halten sich fit, es wäre nicht schön gewesen, die Saison einfach abzubrechen.“ So habe man ein Ziel vor Augen. „Es ist halt nur Spekulation, aber hätte man abgebrochen und gesagt, man startet am 1. September neu, und es hätte dann nicht geklappt, hätte man unter Umständen zwei Saisons in den Wind geschossen.“ Beim WSV habe es da keine Diskussionen gegeben, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Mannschaft in der Spitzengruppe dabei ist. Daher gebe es auch keine Veränderungen im Kader. „Jeder Spieler hat einen großen Beitrag geleistet, dass wir Zweiter sind, und deshalb will jetzt jeder mit dabei sein, wenn wir hoffentlich bis zum Schluss oben mitspielen“, sagt Heilmeier. Seine Zukunft ist klar: „Ich habe vor der letzten Saison schon um zwei Jahre verlängert, für mich ändert sich also nichts.“

3. FC Hohenpolding15 Spiele, 30 Punkte

„Wir beim FC Hohenpolding finden die Entscheidung sinnvoll“, stellt Spielertrainer Thomas Bachmaier fest. „Es ist gut, dass wir jetzt einen Termin vor Augen haben und wissen, dass die Saison auf dem Rasen entschieden wird und nicht am Schreibtisch.“ Der BFV habe alle Vor- und Nachteile genau dargelegt. „Eine andere Lösung macht wenig Sinn. Zumal auch noch nicht sicher ist, ob ab September wieder gespielt werden kann“, erklärt der FCH-Spielertrainer. „Mit der Entscheidung, die Saison fortzusetzen, ist man flexibel und kann im Fall der Fälle den Start noch zeitlich nach hinten verlegen, ohne dass man eine weitere Saison kaputt macht.“ Auf seinen Kader habe die BFV-Entscheidung keine Auswirkungen. „Wichtige Fragen zu Personalien haben wir bereits vor der Covid-19-Geschichte längerfristig festgelegt“, berichtet Bachmaier, der auch etwas Gutes an der Situation sieht: „Jetzt können sich einige Spieler, die langwierige Verletzungen haben, in Ruhe auskurieren.“

4. FC Moosinning 215 Spiele, 26 Punkte

Auch der FC Moosinning geht mit der Entscheidung des BFV konform. „Da der Sport hier immer im Vordergrund stehen sollte, ist sie sicherlich vertretbar und auch für alle Mannschaften die fairste Lösung“, erklärt FCM-Trainer Hans-Peter Walter. „Ob dann ab dem 1. September wieder gespielt werden kann, möchte ich noch nicht unterschreiben.“ Als größtes Problem sieht er, „die Mannschaft nach über einem halben Jahr fußballloser Zeit relativ schnell für den Punktspielbetrieb vorzubereiten“. Der Kader wird Zuwachs erhalten, denn Tobi Pfanzelt wird nach einem Auslandssemester in Asien wohl wieder zur Verfügung stehen. „Auch sollten alle angeschlagenen Spieler in dieser Pause ihre Verletzungen komplett auskuriert haben.“ Sportlich will die Moosinninger Zweite natürlich an die erfolgreichen Spiele zum Jahresende 2019 anknüpfen, hofft Walter, „obwohl in den ersten Spielen dann die Top Drei in der Tabelle auf uns warten“.

5. SV Eichenried15 Spiele, 23 Punkte

Vom SV Eichenried war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

6. SV Buch15 Spiele, 23 Punkte

„Mit ist das alles im Moment sowas von Wurscht, ob sie die Saison abblasen, oder ob es weitergeht“, gibt Buchs Spielertrainer Florian Leininger zu. „Es gibt im Moment so viel wichtigere Sachen als Fußball, dass es mir per se egal ist.“ Sorgen bereitet dem Kaminkehrer-Meister, „was das alles nach sich ziehen wird – vor allem wirtschaftlich“. Er glaubt, dass sich die Wiederaufnahme des Spielbetriebs noch weiter verzögern wird, „dass sich das Spielchen im September und im Oktober wiederholen wird, und dass das eine verdammt lange Saison wird“. Über seine Zukunft beim SV Buch sei noch nicht gesprochen worden. Er sei auf alle Fälle bis Saisonende Trainer. „Wir werden uns schon noch zusammensetzen, wie es weitergeht, aber es hat sich ja alles verschoben, da brauchen wir jetzt noch nicht reden.“

7. FC Forstern15 Spiele, 22 Punkte

Ganz abgesehen von den persönlichen Befindlichkeiten und der rechtlichen Situation hält Forsterns Pressesprecher Albert Bowinzki die Fortsetzung der Liga „für die fairste Lösung“. Nach der Vorrunde einen Schlussstrich zu ziehen, sei nicht okay, „weil dieser Wettbewerb nicht so ausgerichtet ist, dass man gegen jeden Gegner nur einmal antritt“. Außerdem, so merkt er an, würde man den Teams, die eine schlechte Vorrunde gespielt haben, die Chance nehmen, das wieder gutzumachen. Und: „Ein Virus soll niemanden zum Meister machen. Wer aufsteigen will, soll eine ganze Saison lang geil spielen.“ Ob der Zeitpunkt im September der richtige ist, „darüber kann man streiten. Oberstes Gebot ist die Gesundheit. Aber als leidenschaftlicher Fußballer möchte ich natürlich, dass es so schnell wie es möglich ist, losgeht. Und wenn es nur drei Spiele im Oktober sind...“ Personell ändert sich in Forstern nichts. Bowinzki: „Wir gehen mit dem kompletten Kader in die neue Saison.“

8. Aspis Taufkirchen15 Spiele, 22 Punkte

Etwas skeptisch ist Anastasios Parapanis. „Wir akzeptieren natürlich den Schritt des BFV. Ob es der richtige ist, das wird sich erst noch herausstellen“, sagt der Vorsitzende des TSV Aspis Taufkirchen. „Es wäre schon gut, wenn wir ab September wieder spielen könnten.“ Ein Abbruch der Saison „wäre Mannschaften wie Moosen gegenüber, die Erster sind, unfair. Dann hätten sie zumindest sagen müssen: Die Ersten rauf und keiner steigt ab.“ Ihn stört allerdings „das große Durcheinander“. In verschiedenen Bundesländern gäbe es unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Sportarten. Es gebe noch so viele Fragezeichen. Auswirkungen auf den Kader habe die derzeitige Situation keine, stellt Parapanis fest: „Die Mannschaft bleibt zusammen, und mit unserem jungen Trainer Leos Balderanos, mit dem wir sehr zufrieden sind, haben wir schon verlängert, egal, ob die nächste Saison heuer oder erst 2021/22 gespielt wird.“

9. Rot-Weiß Klettham15 Spiele, 18 Punkte

„Unabhängig von Corona hatten wir mit unserem Trainer Andreas Eckardt schon längst vereinbart, die kommende Saison zusammenzuarbeiten, auch wenn diese Saison bislang nicht so gelaufen ist, wie wir uns das vorgestellt haben“, teilt Kletthams Abteilungsleiter Patrick Tischer mit. „Wir schätzen seine Arbeit, und er kommt gut bei der Mannschaft an.“ Dass die Saison ab September fortgesetzt werden soll, „ist für mich die sinnvollste Lösung“. Die Rot-Weißen stehen ganz knapp über dem Relegations-Abstiegsplatz. „Ein Abbruch der Saison wäre für uns in dieser Situation die bessere Lösung gewesen, aber insgesamt für den Fußball eindeutig die schlechtere“, betont Tischer. „Auch wenn es Verlierer gibt, ist das die gerechtere Sache, ansonsten macht sich der Verband angreifbar.“ Was den Kader betrifft, so gibt der RW-Abteilungsleiter zu, „dass ich schon Angst habe, dass der eine oder andere Spieler abgeworben wird, aber ich hoffe natürlich, dass keiner zu spinnen anfängt und dass alle da bleiben“. Auf der anderen Seite haben die Kletthamer einen neuen Spieler im Kader: Mario Matusevic, der zum Jahreswechsel vom TuS Oberding gekommen ist, aber logischerweise noch kein Spiel für die Rot-Weißen bestreiten konnte. „Dann wird aus einem Winter- halt ein Sommer-Neuzugang“, meint Tischer grinsend.

10. TuS Oberding15 Spiele, 18 Punkte

„Wir akzeptieren die Entscheidung des Verbandes, weil ich mir sicher bin, dass die BFV-Verantwortlichen es sich bestimmt auch nicht leicht gemacht haben, um allen Vereinen gerecht zu werden“, sagt Tobias Huber, Fußball-Chef des TuS Oberding. Er gibt allerdings zu: „Wir haben mit ,Nein’ gestimmt, weil uns zu viele Fragen offen blieben.“ Er glaubt: „Ein Cut mit der laufenden Saison zur jetzigen, ungewissen Zeit, hätte unserer Meinung nach besser gepasst, obwohl wir dann auch den aktuellen Aufstiegsplatz und die gute Ausgangslage unserer 2. Mannschaft riskiert hätten.“ Laut Huber habe der TuS überlegt, zur neuen Saison 2020/21 eine dritte Mannschaft für den Punktspielbetrieb zu melden, weil man sehr viele Spieler habe. „Das können wir mit der jetzigen Variante leider nicht umsetzen und hoffen, dass wir es ein Jahr später immer noch können.“ Der Trainerwechsel zur neuen Saison sei schon beschlossen gewesen – Hans Bruckmeier wird Oberding verlassen (wir berichteten). Da von Seiten des Verbandes die Wechselfristen bei Spielern und Trainern noch nicht geklärt seien, „haben wir das Thema selbst gelöst und auch mit dem jetzigen Trainer im beiderseitigem Einvernehmen vereinbart, dass der neue Trainer die noch ausstehende Rückrunde übernehmen wird, egal wann diese gespielt wird“. Wer der neue Mann sein wird, das werde laut Huber in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Im TuS-Kader gibt es keinen Abgang, aber einen neuen Mann: „Unser einziger Winterneuzugang Adis Mesan brennt natürlich, wie alle anderen Spieler auch, dass wir alle bald wieder auf den Rasen zurück dürfen.“

11. FC Finsing 215 Spiele, 18 Punkte

Finsings Pressesprecher Robert Hartmann ist eher skeptisch, ob die Saison wirklich am 1. September fortgeführt werden kann. „Diese Entscheidung, ist eine von mehreren Optionen gewesen. Es gibt keine Sicherheit, wann es wirklich weitergehen wird“, glaubt er. „Und das ist auch das eigentliche Problem. Wüsste man das, könnte man eine Entscheidung auf Fakten herbeiführen. Das ist hier nicht der Fall. Ich hatte bei den Webinaren und persönlichen Gesprächen eher das Gefühl, der Vorstand hatte Bedenken und Angst vor einer möglichen Klagewelle, wenn man die Saison abgebrochen hätte.“ Hartmann befürchtet: „Es entsteht in jeder Option ein Schaden. Den Königsweg gibt es solange nicht, wie man nicht weiß, wann es weiter geht.“ Er hätte sich deshalb gewünscht, „die Vorstände hätten keine Entscheidung herbeigeführt und noch sechs bis acht Wochen damit gewartet, denn es war ja eh klar, dass bis 31. August nichts geht“. Im Finsinger Kader ändert nichts, und auch Trainer Wojtek Wojciechowski bleibt.

12. FC Hörgersdorf15 Spiele, 18 Punkte

„Für mich ist die Entscheidung absolut richtig“, stellt Martin Grasser fest. „Natürlich könnte ich jetzt aus unserer Sicht sagen, dass die Saison ohne Absteiger abgebrochen werden soll, das möchte ich aber definitiv nicht“, betont der Trainer des abstiegsbedrohten Aufsteigers FC Hörgersdorf. „Die Saison soll aus Gründen der Fairness fertig gespielt werden. Wir wollen sportlich den Klassenerhalt schaffen, sobald es aus gesundheitlicher Sicht vertretbar ist.“ Er geht davon aus, „dass wir mit dem selben Kader weiterspielen werden. Ich glaube, dass die Spieler nach der langen Pause heiß drauf sind.“ Und noch etwas liegt FCH-Coach Grasser sehr am Herzen: „Ich hoffe, dass es in unseren Klassen nicht zu so einem Zirkus wie zum Beispiel in der 3. Liga kommt, wo viele Vereine versuchen die Situation zu ihrem Vorteil auszunutzen.“

13. VfB Hallbergmoos 215 Spiele, 9 Punkte

Die zweite Mannschaft des Landesligisten ist natürlich stark von den Personalien der ersten Mannschaft abhängig. Laut den VfB-Verantwortlichen steht die Kader-Planung zu 90 Prozent.

14. FC Türkgücü Erding15 Spiele, 0 Punkte

Über die Entscheidung des BEV „habe ich mir keine großen Gedanken gemacht und eigentlich nur auf eine Entscheidung gewartet“, gibt Benji Tas, Trainer des FC Türkgücü Erding, zu. „Sportlich gesehen, spielt das für uns keine große Rolle, wir sind abgeschlagen Letzter. Ein Abbruch wäre natürlich ein Geschenk für uns, jedoch bin ich glücklich, da wir jetzt besser planen können.“ Positiv aus seiner Sicht: „Immerhin müssen wir jetzt im Fastenmonat nicht spielen.“ Er hat die Mannschaft erst im Winter übernommen. „Für die jetzige Mannschaft, mit den ganzen Neuzugängen, ist die A-Klasse meiner Meinung nach nicht die ideale Liga“, stellt Tas fest . „Wir waren im Winter erst richtig aktiv und haben einige Spieler geholt, die auch absolut meine Wunschspieler waren.“ Der Türkgücü-Trainer gibt sich optimistisch. „Wir haben aber noch elf Spiele, mal sehen was passiert. ,Das Wunder von Erding’ ist ja rechnerisch auch noch möglich“, stellt Tas fest und ergänzt: „Ich hoffe und denke, dass wir so zusammenbleiben, denn wir haben in den kommenden Jahren noch einiges vor.“

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