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BSG Taufkirchen: Durchhalten bis Oktober

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Von: Dieter Priglmeir

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Schon wieder hat’s gekracht: Florian Hornauer (l.) erzielt das Wartenberger 2:0. BSG-Keeper Julian Korber ist machtlos. Jakob Taffertshofer und Dominik Keuter (r.) brauchen nicht mehr einzugreifen.
Schon wieder hat’s gekracht: Florian Hornauer (l.) erzielt das Wartenberger 2:0. BSG-Keeper Julian Korber ist machtlos. Jakob Taffertshofer und Dominik Keuter (r.) brauchen nicht mehr einzugreifen. © Dominik Findelsberger

Nach dem Fehlstart ist bei der BSG Taufkirchen vorerst keine Besserung in Sicht. Aber das Umfeld hat Verständnis

Taufkirchen – 1:6 im letzten Vorbereitungsspiel gegen einen A-Klassisten, 2:6 zum Saisonauftakt gegen den TSV Wartenberg – die Fußballer der BSG Taufkirchen haben schwere Wochen hinter sich. Und vermutlich auch vor sich, denn Spielertrainer Thomas Bachmaier rechnet damit, dass sich die Situation erst im Oktober grundlegend verbessert.

Das hätte sich der 33-Jährige wohl nicht träumen lassen, als er der BSG vor gut einem halben Jahr die Zusage gab. Seine erste Trainerstation beim FC Hohenpolding war eine einzige Erfolgsgeschichte. Er führte den Verein in die Kreisklasse und wurde bei einer Umfrage der Heimatzeitung von einigen Vereinen zum besten Trainer der Kreisklasse gewählt. Der Wechsel zum Kreisligisten schien der nächste Karriereschritt. Aber deswegen sei er nicht zur BSG gegangen, „sondern weil das mein Heimatverein ist. Hier habe ich mit dem Fußball angefangen, hierher bin ich immer wieder zurückgekommen, auch nach meiner Studienzeit.“

„Ich kann und will ihnen ja nicht den Urlaub verbieten, wir sind keine Profis. Aber dass dies so gehäuft auftritt, hat mich schon ein wenig enttäuscht“, sagt Thomas Bachmaier über Trainingsabsenzen.
„Ich kann und will ihnen ja nicht den Urlaub verbieten, wir sind keine Profis. Aber dass dies so gehäuft auftritt, hat mich schon ein wenig enttäuscht“, sagt Thomas Bachmaier über Trainingsabsenzen. © Weingartner

Doch die BSG ist nicht mehr jene erfolgsverwöhnte BSG aus der Vergangenheit. Schon gar nicht nach dem Aderlass nach Saisonende. Leistungsträger wie die ehemaligen Spielertrainer Tobias Schediwy und Thomas Götzberger haben den Verein verlassen. Torjäger Andre Huber sowie die Brüder Matthias und Lukas Loher sind ebenso weg wie Daniele Eibl und Okan Manav. Dass dies die 14 neuen Spieler (neun davon aus der eigenen Jugend) nicht auffangen können, war klar. „Wir wussten, dass es heuer nur um den Klassenerhalt gehen kann“, sagt auch Bachmaier.

Gerade deswegen wäre eine perfekte Saisonvorbereitung hilfreich gewesen. Tatsächlich aber schlitterte die BSG in eine Personalmisere, „wie ich sie noch nie erlebt habe“, erzählt er. Verletzte, Erkrankte, volksfestbedingte Abwesenheit und vor allem immer wieder Urlauber – „es war nicht ansatzweise möglich, eine Mannschaft einzuspielen“, sagt Bachmaier. „Das erste Ziel einer Vorbereitung ist es, fit zu sein. Wenn du das nicht schaffst, dann ist das schlecht. Wenn du dir die Wettkampfhärte im Training nicht holst, hast du sie auch nicht im Spiel.“ Mit 17 Feldspielern sei der Kader der Ersten quantitativ ohnehin nicht opulent besetzt. „Aber wenn du dann nur zehn oder zwölf Leute im Training hast, hast du auch keine Optionen mehr bei der Startelf. Die hat sich von selbst aufgestellt.“

Bachmaier erlebt aber auch die guten Dinge, die er von der BSG gewohnt ist. Dankbar ist er den Spielern aus der AH, die immer wieder in der Zweiten aushelfen. Und auch dem Umfeld, das sehr viel Verständnis zeige. „Unsere Zuschauer haben Ahnung vom Fußball. Sie wissen, dass wir heuer ein schweres Jahr vor uns haben. Und sie erwarten auch nicht von den jungen Spielern, die bisher überwiegend in der Reserve gespielt haben, dass sie jetzt sofort zu Leistungsträgern werden. Dass bei sechs Gegentoren allerdings sehr wohl das BSG-Herz blutet, dafür hat Bachmaier vollstes Verständnis. „Allerdings war das speziell gegen Wartenberg auch krass. Jeder Ball ist denen in den ersten Minuten vor die Füße gefallen.“ Dass sich seine Elf danach nicht aufgegeben hat, macht Bachmaier Mut. „Die Moral stimmt in der Mannschaft.“

Eigentlich könnte ihn das zuversichtlich stimmen, doch dann blickt Bachmaier wieder auf die Urlaubspläne und muss erkennen: „Zwei kommen zurück, vier gehen. Die Personalsituation wird in den nächsten Wochen nicht besser. Erst Mitte September sind wir komplett.“ Bis dann alle ihre Trainingsrückstände aufgeholt haben, wird es Oktober werden.

Was kann ein Kreisliga-Trainer dagegen tun? „Ich kann und will ihnen ja nicht den Urlaub verbieten, wir sind keine Profis“, sagt Bachmaier. „Aber dass dies so gehäuft auftritt, hat mich schon ein wenig enttäuscht.“ Er selbst habe als Spieler immer auf Urlaub während der Saison verzichtet, „wobei das der falsche Ausdruck ist“, meint Bachmaier. „Für mich war das ja nie ein Verzicht.“ Eine Einstellung, die er von vielen in seiner Generation kennt. „Da hat sich schon etwas verändert“, sagt der Lehrer. Vielleicht ist das ein Trost für ihn und die Chance für den Verein: Anderen Vereinen geht es da ähnlich.

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