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Franz Schlossnikl, der BSG-Präsident befürchtetLangzeitfolgen für den Club.  

Fußball

BSG Taufkirchen: Kein Sport, kein Vereinsleben, keine Einnahmen

  • vonEicke Lenz
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Präsident Franz Schlossnikl sorgt sich um die BSG Taufkirchen, aber er baut auf den Gemeinsinn.

Taufkirchen Voller Sorgen sieht Franz Schlossnikl, Präsident der BSG Taufkirchen, die derzeitige Lage im eigenen Verein. Im Rückblick auf das Jahr 2020 verweist er auf den ersten Lockdown im März 2020: „Unser Vereinsleben wurde komplett auf den Kopf gestellt und ausgebremst. Kurzfristig musste das schon beworbene Starkbierfest abgesagt werden und drei Monate herrschte totaler Stillstand.“ Weil alle sportlichen Aktivitäten ausgesetzt waren, entfielen auch sämtliche Einnahmen rund um den Spielbetrieb. „Einziger Lichtblick beim ersten Lockdown war, dass alle Plätze auf Vordermann gebracht wurden und viele andere Erhaltungsmaßnahmen am Sportgelände erledigt wurden“, so Schlossnikl.

Ab Mitte September wurde der Spielbetrieb wieder unter strengen Auflagen und Hygienekonzepten aufgenommen, was aber mit erheblichen Kosten verbunden war. Und nun der erneute Lockdown, dessen Ende noch nicht absehbar ist. Schlossnikl sieht weitere Nachteile: „Viel schwerer als fehlende Spieleinnahmen wiegt, dass vor allem im Nachwuchsbereich die Kontinuität im Training und Vereinsleben wegfällt.“ Hier, so fordert der BSG-Chef, sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, dass der Trainingsbetrieb weitergeführt werden kann, damit der Nachwuchs dem Verein treu bleibt.

Nicht minder betroffen sei auch der gesellschaftliche Bereich, wie Präsident Franz Schlossnikl betont: „Unsere BSG lebt auch von seiner Gemeinschaft und Geselligkeit mit all seinen Festen und Feiern. Diese Ereignisse waren bisher immer fester Bestandteil – und das seit Jahrzehnten.“

Jetzt ist dieser Rhythmus durchbrochen. Auch das Starkbierfest 2021 mit der geplanten Ehrung der Gründungsmitglieder ist bereits abgesagt. Das gilt auch für die AH-Abschlussfeier, die Veranstaltung „Advent im Schloss“, die BSG-Hallenturniere und die Weihnachtsfeier im Bürgersaal. Auch die Jahreshauptversammlung mit den Abteilungsberichten und Neuwahlen wird auf das Frühjahr 2021 verschoben. Kurzum: Es gibt derzeit so gut wie kein Vereinsleben.

Schlossnikl bedauert: „Die Weihnachtsfeier mit der Mitgliederehrung und dem Jahresabschluss waren nicht nur für mich immer ein Höhepunkt des Vereinsjahres“. Auch die wirtschaftliche Lage könne durch das Wegbrechen wichtiger Einnahmequellen Schaden nehmen. Schlossnikl: „Wir haben zwar die laufenden Kosten im Griff, können aber vor allem die Sondertilgungen für unsere Schulden vom Vereinsheimbau nicht in der geplanten Höhe leisten. Die Langzeitfolgen sind auch hier noch nicht absehbar. Mehr denn je ist der Verein um weitere Einnahmen und auch auf Spenden angewiesen.“

Gleichwohl blickt der BSG-Präsident hoffnungsvoll in die Zukunft: „Der Verein hat beim Bau des Sportheimes Gemeinsinn und Einsatz für die Gemeinschaft durch die tausenden freiwilligen Arbeitsstunden bewiesen und will auch die jetzige Lage meistern. Dazu ist der Zusammenhalt und die Vereinstreue mehr denn je gefragt, und Hilfe in jeglicher Form auch von außen kann helfen.“   EICKE LENZ

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