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Glanzparade: Forsterns Torfrau Melli Scherer war in Bestform.
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Fußball

DFB-Pokal - FC Forstern: 14 Minuten steht die Null gegen die Wölfe

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  • Eicke Lenz
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2000 Zuschauer erleben einen bissigen VfL Wolfsburg und wackere Forsterner Fußballerinnen. Am Ende gewinnt der Deutsche Meister das Pokalspiel 9:0. 

Forstern– Rund 70 Helfer kümmerten sich seit Tagen um das Riesenspektakel, aber mit folgendem Angebot hatte der Forsterner Fußballchef Roland Gfüllner nicht gerechnet. Um zehn Uhr morgens stand plötzlich ein Mann aus Wolfsburg vor ihm und hatte einen Vorschlag: „Ich bin jetzt extra sechs Stunden hierher gefahren, habe aber keine Karte. Kann ich hier noch irgendwo mithelfen?“

Man tat halt einiges, um sich dieses DFB-Pokalspiel anzusehen. Für den FC Forstern war es laut Gfüllner „das Spiel des Jahrhunderts“, für den VfL Wolfsburg, amtierender Deutscher Meister und Pokalsieger, aber mehr als nur eine lästige Pflichtaufgabe. „Wir behandeln das wie ein Meisterschaftsspiel. Die Mannschaft hat sich mit der gleichen Ernsthaftigkeit vorbereitet“, sagte VfL-Pressesprecher Dirk Zilles vor der Partie. Und das war dann auch sofort zu spüren. Der VfL war am Vortag schon eingeflogen, hatte in Unterföhring ein Abschlusstraining, gab dann auch von der ersten Minute an Gas und gewann vor 2000 aus dem gesamten Großraum München angereisten Zuschauern letztlich mit 9:0 (5:0) Toren.

Forsterns Ankündigung, mit elf Leuten zu verteidigen, wurde konsequent umgesetzt. Der Gast versuchte viel, doch die Abwehr war hochkonzentriert. Julia Ruckdeschel bewies ihre Kopfballstärke, Martina Mittermaier stellte die Passwege zu, Verena Krumay spielte stark auf der Außenposition, und Johanna Stadler ging kompromisslos in die Zweikämpfe und schaltete sich bei gewonnenen Duellen ebenso ein wie Helena Altenweger. Torhüterin Melli Scherer war auf der Linie stark und warf sich auch zweimal bei Steilvorlagen mutig den Wolfsburger Stürmerinnen vor die Füße.

Das hatte zur Folge, dass der krasse Außenseiter bis zur 14. Minute ohne Gegentor blieb. Doch dann zeigte sich doch die Professionalität des VfL Wolfsburg, als Nilla Fischer den ersten Forsterner Fehler mit dem 1:0 bestrafte. Das 2:0 folgte zehn Minuten später durch Marie-Joelle Wedemeyer, die den Ball ins rechte Kreuzeck zirkelte. Die Gäste legten sofort nach und nutzten eine Unaufmerksamkeit in der Forsterner Abwehr zum 3:0. Vor dem vierten Tor fing der VfL ein Zuspiel für Steffie Kothieringer ab. Gegen die aufgerückte Forsterner Abwehr wurde Zsanett Jakbafi freigespielt und erzielte das 4:0. Kurz vor der Pause traf Caroline Hansen per Freistoß flach ins Toreck.

Auch nach der Pause war der Gast die bestimmende Mannschaft. Bei den wenigen Gegenangriffen des FC zeigten die Wolfsburger Spielerinnen cleveres Zweikampfverhalten und bewiesen ihre körperliche Robustheit.

Das eine und andere Mal gab es dennoch Sonderbeifall für Forsterns Spielerinnen für ihre Kabinettstückchen. So fiel Altenweger mit Dribblings nach vorne auf. Und kurz nach der Pause lupfte Julia Deißenböck in schier aussichtsloser Lage den Ball einfach über zwei Gegenspielerinnen und war ihnen somit entwischt. Doch wenig später setzte sich wieder der amtierende Pokalsieger durch. Die Stürmerinnen liefen mit großem Tempo Forsterns Abwehr an und hatten dann gute Anspielstationen. Innerhalb einer Minute legten sie zwei Tore nach. Beide Male kamen die Torschützinnen innerhalb des Fünfmeterraums an den Ball.

Ein Viertelstunde vor Spielende durfte die wieder genesene Torfrau Chrissi Kink in den Kasten. Sie zeigte zwei spektakuläre Paraden, die ihr Sonderapplaus eintrugen. Sie kassierte nur noch ein Gegentor und hielt das Ergebnis im einstelligen Bereich. So unnahbar Wolfsburgs Spielerinnen auf dem Platz waren, so herzlich präsentierten sie sich nach dem Spiel. Trotz großer Eile ließen sie noch unzählige Selfies zu und erreichten so auch die Herzen vieler Fans und ihrer Forsterner Gegenspielerinnen.

Das Ergebnis war ohnehin Nebensache, wie Gfüllner schon während der Partie sagte. „Man hat in den vergangenen Tagen einfach gemerkt, dass der FC Forstern eine riesengroße Familie ist. Die Gema, die Sicherheitsvorschriften, und 1000 Parkplätze – schon Wahnsinn, an was man alles denken muss. Aber wir haben es geschafft, weil alle angepackt und zusammengehalten haben.“ Die Kabinenparty, die die Forsterner Fußballerinnen und Fußballer nach dem Spiel noch feierten, habe er eigentlich zuerst nicht genehmigt. „Aber dann habe ich nach all dem, was sie in den letzten Tagen geleistet haben, doch zugestimmt“, erzählte Gfüllner und fügte lachend hinzu: „Sie haben ja auch eine Kaution hinterlegt.“ Denn feiern können sie auch.

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