Hans Bruckmeier und seine Fußballer der DJK Ottenhofen müsen weiter pausieren.
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Hans Bruckmeier und seine Fußballer der DJK Ottenhofen müsen weiter pausieren.

Planmäßiger Trainingsstart am 5. Februar

DJK-Ottenhofen-Coach Bruckmeier:  „Wer was tun will, der findet einen Weg“

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Der verlängerte Lockdown beschäftigt auch die Sportler und Funktionäre im Landkreis Erding. Die akzeptieren ihn als notwendiges Übel, befürchten aber verheerende Folgen.

Erding – Werner Lauer war von der Lockdown-Verlängerung nicht überrascht. Schade findet der Kreisvorsitzende der Bayerischen Sportjugend, „dass nicht nicht mehr differenziert wird“. Als negatives Beispiel führt er den öffentlichen Personennahverkehr an: „ Wenn ich den dem Sport im Freien entgegensetze, stimmt etwas bei den Entscheidungsträgern nicht. Keine Schule, kein Sport und wenig Freizeitaktivitäten – mir tun die Kinder und Jugendlichen wirklich leid. In den Hallensportarten sieht es ja noch viel schlimmer aus.“ Für den Sport, so befürchtet Lauer, sei das „ein Kahlschlag mit verheerenden Folgen“.

Als Fußballtrainer ist Hans Bruckmeier vom aktuellen Sportstillstand nicht besonders betroffen. „Im Januar passiert da eh nicht viel. Mal abgesehen vom Hallenkick, wenn du wie in Oberding die entsprechenden Möglichkeiten hast.“ Das Vorbereitungsprogramm für sein Team von der DJK Ottenhofen beginnt am 5. Februar, „denn wir sind ja auch noch im Ligapokal dabei“.

„Die einen machen das, die anderen eben nicht“

In der Zwischenzeit gebe er seinen Schützlingen Tipps, wie sie sich mit Läufen und Athletiktraining fit halten. „Die einen machen das, die anderen eben nicht“, meint der 70-Jährige. Das sei aber in der gesamten Gesellschaft so. „Wer für seine Fitness was tun will, der findet auch einen Weg“, meint Bruckmeier. Eine Gruppe falle allerdings durch den Lockdown weg: „Die Leute, die auf ein Angebot mit Kursen und Trainingsstunden durch die Vereine warten“.

Auch BLSV-Kreisvorsitzender Martin Weber ist ein Vollblutsportler. Aber er ist ein klarer Verfechter des konsequenten Lockdowns, „bis die Verschärfungen greifen. Wir sollten dankbar sein für die Leistungen der Menschen, die an der Basis gegen das Virus kämpfen, und auch denen, die unangenehme Entscheidungen treffen müssen.“

Bitter ist der Lockdown insbesondere für die Hallensportler. „Das frustriert uns natürlich alle“, meint zum Beispiel Ernesto Schmutter, Abteilungsleiter der Altenerdinger Basketballer. Er erinnert daran, dass er Verein hohe Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen vor dem 1. November umsetzen konnte „und sich niemand beim Training oder Freundschaftsspielen infiziert hat“.

„Ich denke, dass die Saison der Erwachsenen beendet werden dürfte“

Stefan Leitner, Jugendleiter der Altenerdinger Handballabteilung, bezeichnet den Lockdown als „sehr sehr bitter für alle Sportarten. Aber es hatte sich ja angedeutet, und ich hatte das durchaus erwartet.“ Was er für den Handballsport bedeutet, könne man aktuell schwer sagen. „Ich denke mal, dass damit auch die Saison der Erwachsenen beendet werden dürfte, allerdings gibt es da natürlich noch nichts Offizielles. Jetzt freuen wir uns wenigstens auf die Handball-WM der Männer, die nächste Woche startet.“

Die Volleyball-Runde hat Chris Sieracki vom TuS Oberding bereits abgehakt. „Ich denke, dass der Verband langsam davon abrücken muss, dass diese Saison überhaupt noch Punktspiele stattfinden und sich lieber auf die Beachvolleyballsaison und das folgende Jahr konzentrieren.“ Sieracki geht nicht davon aus, „dass wir vor März überhaupt trainieren können“.

„Je länger der Lockdown andauert, desto mehr verliert der Breitensport an Mitgliedern.“

Jakob Hübl ist Vorsitzender des Skiclub Auerbach. „Ich persönlich finde es unangebracht, extra in die Berge zu fahren, um dort mit vielen anderen ,alleine‘ eine Tour zu machen.“ Besser sei es, die Möglichkeiten flächendeckend zu erweitern und zum Beispiel Loipen bei ausreichend Schnee zu spuren, um nicht extra Fernfahrten zu machen. „Solange der Lockdown anhält, werden uns die Hände gebunden sein.“ Hübl bedauert allerdings, dass die Auerbacher Schanze gesperrt ist und derzeit wegen der Ausgangsbeschränkungen nachts nicht beschneit werden darf, obwohl die SCA-Kader-Springern laut Verband trainieren dürften. „Schlittenberge werden ja auch genutzt – ohne Konzept –, aber zwei oder drei Kinder mit Trainer an der Schanzenanlage sind nicht gestattet. Da blickt keiner mehr durch.“

Margit Schulte von der Turnabteilung des TSV Erding, macht zwar deutlich, dass sie persönlich hinter der Entscheidung der Landesregierung steht. Sie befürchtet, aber auch: „Je länger der Lockdown andauert, desto mehr verliert der Breitensport an Mitgliedern.“

(DIETER PRIGLMEIR)

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