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Rot gewinnt: Die Fußballer des FC Schwaig waren nicht nur die besseren Elfmeterschützen. Sie wurden auch von unseren Lesern auf Platz zwei in der Kategorie „Mannschaft des Jahres“ gewählt. Redaktionsleiter Hans Moritz überreichte die Pokal an Kapitän Tobias Jell sowie an den Hachinger Kicker Benedikt Bauer und Löwenprofi Stefan Lex (vorne, v. r.). Es gratulierten die Redaktionsmitglieder (und Elfmeterschützen) Dieter Priglmeir, Markus Schwarzkugler und Wolfgang Krzizok (v. l.).

Sportlerwahl

Elfer-Gaudi mit Stefan Lex, Bene Bauer und dem FC Schwaig

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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  • Wolfgang Krzizok
    Wolfgang Krzizok
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Statt der Ehrungsgala lief das heuer so: Die Fußballer bekamen ihre Pokale, danach wurde scharf geschossen.

SchwaigAm meisten hat unser Chef geschwitzt. Der Plan war: Sollte es nach den ersten fünf Elfmeterschützen unentschieden stehen, dann würde Hans Moritz eingreifen. Mit Anzug und in Halbschuhen – wie Chefs hält mal so sind. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das Outfit war angemessen. Schließlich galt es, weitere Topathleten unserer Sportlerwahl 2019 zu ehren.

Diesmal waren die Fußballer dran. Und weil Benedikt Bauer (Platz 5) sowie Stefan Lex und dem FC Schwaig (jeweils Platz zwei) nicht nur die Pokale in die Hände drücken wollten, haben wir ein Elfmeterschießen ausgetragen: Die Heimatzeitung gegen den FC Schwaig. Für uns traten Sportchef Dieter Priglmeir sowie die Redakteure Wolfgang Krzizok und Markus Schwarzkugler an. Löwenprofi Lex und Haching-Youngster Bauer veredelten unser Team und jagten den Ball mal gleich Richtung oberes Tordreieck. Mit dem feien Unterschied, dass Bauers Ball tatsächlich im Winkel einschlug, während Lex’ Ball haarscharf über den Kasten flog.

Fußballästheten würden sagen: Das war einer der schönsten Schüsse des Tages. Wir gnadenlosen Journalisten feiern aber halt eher die Treffer: Bauers Kunstschuss sowieso, aber auch Schwarzkuglers souveränes Austanzen von Keeper Stefan Gröppmaier, ja sogar Priglmeirs Tor, der das linke, untere Eck anvisiert hatte und bis zum Schluss selbst nicht wusste, warum die Kugel dann mittig halbhoch einschlug. Sehr wohl wissen wir, warum Krzizoks Elfer nicht einschlug. Der Löwen-Fan hatte sein gutes altes Sechzger-Shirt daheim gelassen. „Passt nicht mehr. Muss beim Waschen eingelaufen sein“, meinte er schmunzelnd. Macht unterm Strich drei Tore, was gegen die Fußballmacht FC Schwaig derzeit einfach nicht ausreicht.

Lediglich Fußball-Vize Wolfgang Lang ließ uns ein bisschen hoffen, als er an Manuel Contento scheiterte. Tobias Jell, Kapitän der Bezirksliga-Truppe sowie Torjäger Vincent Sommer und Mittelfeldmotor Maxi Buchauer kannten aber kein Erbarmen. Selbst Abteilungsleiter Toni Scheckenhofer traf – in Turnschuhen. Endergebnis also 4:3 für den Verein, der zurzeit einfach alles gewinnt.

Auch die von der Heimatzeitung und MA Gold Cup organisierte Offene Kreismeisterschaft der Konsolenkicker ging ja an die Schwaiger. Daran erinnerte auch Redaktionsleiter Hans Moritz nochmal bei der Siegerehrung. „Auch wenn die Corona-Pandemie uns in den vergangenen Monaten sehr eingeschränkt hat, a bisserl was ging immer – und wenn es auch nur an der Konsole war.“ Die Leistungen, die der Sportlerwahl zugrunde lagen, stammten ja noch aus dem Jahr 2019. „Und da haben rund 5000 Leserinnen und Leser ihr Votum abgegeben.“ Entsprechend stolz dürften die Schwaiger auch über Platz zwei in der Kategorie Mannschaften sein.

FC Schwaig: Goldene Generation, Top-Fans

Spielführer Jell nahm anschließend den Pokal entgegen und erinnerte sich nochmal an die Höhepunkte des vergangenen Jahres. „Das waren definitiv die Aufstiegsspiele“, sagte der 24-Jährige. Auch an den Derbysieg gegen den FC Moosinning vor 800 Zuschauern erinnere er sich gern.

Das Erfolgsgeheimnis der Mannschaft? Jell nennt die Eigengewächse, die nach den Ausbildungsjahren bei der JFG Sempt Erding zum Heimatverein zurückgekehrt sind und noch ein paar Kumpels mitgebracht haben. „Hinzu kommen natürlich die individuelle Qualitäten weiterer Spieler“, sagte er. Damit dürfte er zum Beispiel die Mittelfeldmotoren Florian Fink und Maxi Hellinger sowie Spielertrainer Ben Held gemeint haben. Unterm Strich steht nun Tabellenplatz zwei in der Bezirksliga und die Chance auf den nächsten Aufstieg.

Schön wär’s, aber als Saisonziel gibt Jell etwas anderes aus. „Wichtig ist, dass unsere Zweite nicht absteigt.“ Das überrascht und erscheint schwieriger als der Landesliga-Aufstieg, denn der FC Schwaig 2 liegt mit nur drei Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz der A-Klasse. Aber so ungewöhnlich ist Jells Ansinnen dann doch nicht. Der Sprung von Bezirksliga (mindestens!) und B-Klasse wäre schon enorm für jene Spieler, die sich für die Erste anbieten wollen. Außerdem: Der Verein sieht sich als Einheit, und da nimmt Jell auch die Zuschauer dazu. „Ist schon super, wenn bei Auswärtsspielen mehr Schwaiger Fans da sind als vom Heimteam.“

Kommende Woche steiggen die Schwaiger in die Vorbereitung ein. Der Re-Start beginnt gleich mit einem Knaller: Am 6. September geht’s zum Derby nach Moosinning. Dann sollen wieder spektakuläre Heimauftritte folgen. Auch Freitagabend-Spiele, denn seit neuestem verfügt der Verein auch über Flutlicht auf dem Hauptplatz – beste Voraussetzungen für künftige magische Nächte in Schwaig.

Benedikt Bauer, der FC-Bayern-Bezwinger

Zauberhaft war vergangenes Jahr auch der Auftritt der SpVgg Unterhaching gegen den FC Bayern. 2:1 siegte der Außenseiter in der U 17-Bundesliga – mittendrin war Benedikt Bauer, der 17-jährige Erdinger, den die Leser auf Platz fünf wählten. Viele Stimmen seien wohl aus den Reihen der SpVgg Altenerding gekommen, vermutet er. Dort habe er noch viele Freunde, und dort habe er nach seinen Anfängen bei Rot-Weiß Klettham gespielt, ehe ihn die Löwen holten. Bauer kehrte nochmal zurück zur SpVgg, ehe er nach Unterhaching wechselte, wo er sich so richtig wohlfühlt. Ja, bestätigt er, Präsident Manni Schwabl sei tatsächlich so gut wie immer da und lebe den Verein. Und ja, in der Truppe mache es richtig Spaß.

Inzwischen ist Bauer in die Unterhachinger U 19 aufgerückt, die in der Bayernliga spielt. „Der Aufstieg in die Bundesliga ist das Ziel“, sagt er. Dafür trainiert Bauer, der sich auch in der Corona-Pause mit Läufen fit gehalten hat, drei- bis viermal pro Woche. Das ist zeitintensiv, zumal der Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums (Lieblingsfächer Sport und Biologie) nun auch noch im Abiturjahr ist. „Meine Mutter fährt mich immer ins Training. Ansonsten wär’s schwierig“, gibt Bauer zu, der Physiotherapie studieren will. Aber da ist ja auch der Traum eines jeden Fußballers. „Bundesliga zu spielen, das wäre schon eine super Sache.“

Stefan Lex: Schub durch Trainerwechsel

Stefan Lex peilt mit dem TSV 1860 München zuerst einmal die 2. Bundesliga an. Es sei schon eine kuriose Saison gewesen, meint der 30-jährige Eittinger. Zuerst habe man gegen den Abstieg gekämpft, am Ende wäre man beinahe sogar noch aufgestiegen. „Wenn Corona nicht dazwischen gekommen wäre, hätten wir es vielleicht geschafft, denn wir hatten einen Lauf“, sagt er. Die Geisterspiele seien für die Löwen nicht gut gewesen, da die Fans ein unglaublich wichtiger Rückhalt seien. Ihm habe der Trainerwechsel von Daniel Bierofka zu Michael Köllner einen Schub gegeben. Während er bei Bierofka immer als zweite Spitze hatte auflaufen müssen, durfte er bei Köllner hinter den Spitzen agieren, „also quasi auf der Zehner-Position, obwohl ich ja absolut kein klassischer Zehner bin“. Das komme seiner Spielweise sehr entgegen. Dass Sturmkollege Sascha Mölders seinen Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert habe, freue ihn übrigens sehr. Der kurze Urlaub ist für die Löwen schon bald vorbei, am 3. August geht’s wieder los. „Ich hab den Trainingsplan schon geschickt bekommen, aber – ehrlich gesagt – noch nicht angeschaut“, meinte Stefan Lex lachend.

Unsere Sportlerwahl 2019

Weil wir wegen der Corona-Pandemie auf unsere Sportler-Gala verzichten mussten, haben wir uns heuer dafür entschieden: Wenn die Sportler nicht zu den Pokalen kommen können, kommen die Pokale eben zu den Sportlern. Deshalb besuchen wir sie in den kommenden Wochen an ihren Trainingsstätten.

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