1. Startseite
  2. Sport
  3. Amateurfußball
  4. Landkreis Erding

Es bleibt nur noch Training - Erdings Vereine verzichten auf Turniere und Spiele

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Dieter Priglmeir

Kommentare

Noch rechtzeitig beendet haben die C-Junioren der SG Taufkirchen ihre Herbstrunde – und wie: Mit sieben Siegen in sieben Spielen haben sie die Kreisklasse dominiert. Auf dem Bild (knieend, v. l.) Trainer Robert Pyrkosch, Basti Gäbelein, Tim Fischbeck, Benedikt Wissinger; (stehend, v. l.) Torwarttrainer Michael Berger, Matti Laubsch, Samuel Berger, Fabian Pyrkosch, Aaron Liebl, Anna Braun, Daniel Sterr, Louis Maier, Basher Al Halabe, Tobias Lechner, Philipp Mittermaier, Noah Maier, Florian Hartl, Tim Aigner, Max Lachner, Fabian Sterr und Trainer Markus Fischbeck.
Noch rechtzeitig beendet haben die C-Junioren der SG Taufkirchen ihre Herbstrunde – und wie: Mit sieben Siegen in sieben Spielen haben sie die Kreisklasse dominiert. Auf dem Bild (knieend, v. l.) Trainer Robert Pyrkosch, Basti Gäbelein, Tim Fischbeck, Benedikt Wissinger; (stehend, v. l.) Torwarttrainer Michael Berger, Matti Laubsch, Samuel Berger, Fabian Pyrkosch, Aaron Liebl, Anna Braun, Daniel Sterr, Louis Maier, Basher Al Halabe, Tobias Lechner, Philipp Mittermaier, Noah Maier, Florian Hartl, Tim Aigner, Max Lachner, Fabian Sterr und Trainer Markus Fischbeck. © Verein

Die Erdinger Fußballvereine verzichten auf Turniere und Testspiele und zeigen Verständnis für den BFV. Zumindest fast alle.

Erding – „Beim Sport: Mindestabstand 1,50 Meter.“ Nein, so war das vermutlich mit der Raumdeckung nicht gedacht. Die Anweisung kommt auch nicht von einem Fußballtrainer. Vielmehr stand das kurzzeitig im Aushang vor dem Soccerpark in Walpertskirchen. „Manchmal wäre das wahrscheinlich ganz praktisch, aber das war natürlich nicht fürs Spielfeld gemeint“, sagt Angela Lanzinger schmunzelnd.

Diese Anweisung gelte natürlich außerhalb des Platzes. So wie die anderen strengen Regeln (2G plus, Maskenpflicht), an die sich alle zu halten haben. Dennoch seien die Plätze noch immer gut gebucht, berichtet Lanzinger. „Ist doch auch klar, denn alle wollen einfach Sport treiben.“

Auf dem Rasen findet hingen nichts mehr statt. Wie berichtet, hat der Bayerische Fußballverband (BFV) alle noch heuer anfallenden Spiele abgesetzt. Die Aufregung im Landkreis Erding hielt sich in Grenzen, denn es waren auch nur noch wenige Teams betroffen. Die Landesligapartie des FC Schwaig beim SSV Eggenfelden wäre wegen der dort vierstelligen Inzidenzzahl ohnehin ausgefallen. Aber auch abgesehen davon hält Schwaigs Fußballabteilungsleiter Wolfgang Lang den Schritt des BFV mit Blick auf die Pandemie für richtig. „Die Zahlen gehen durch die Decke. Bevor wir irgendwas falsch forcieren, sollten wir lieber nichts riskieren – weder für die Spieler noch für die Zuschauer.“ Für die Partie gegen Eggenfelden werde man im neuen Jahr sicher einen Ausweichtermin finden. „Wir sind ja generell in der Landesliga in der glücklichen Lage, dass wir fast alle Spiele durchgebracht haben.“

Am Dienstag hatten die Schwaiger noch trainiert – „in Minimalstbesetzung“, wie Lang betont, denn der Aufsteiger hat derzeit etliche Verletzte. Jetzt sei Schluss. „Wir gehen in die Winterpause“, sagt er. Die Weihnachtsfeier ist abgesagt. Lang bedauert, „dass wir dieses Jahr nicht gebührend ausgleiten lassen können“. Der Verein bastele an Ideen, wie man im Freien nochmal zusammenkommen könne. „Wurstkessel, Feuerschale – irgendwas wird uns schon einfallen, was momentan möglich und vertretbar ist“, sagt Lang, der froh ist, dass sämtliche rund 50 Schwaiger Fußballer geimpft sind. „Bei einem steht noch die Zweitimpfung an, sonst sind alle durch. „Einige fangen auch schon mit der dritten Impfung an.“

Auch bei der SpVgg Altenerding wäre noch ein Spiel angestanden: der Pokalschlager der U 19-Junioren gegen den SV Walpertskirchen. „Aber wir haben das schon vor der BFV-Mitteilung proaktiv abgesagt“, berichtet Fußballabteilungsleiter Andreas Heilmaier. Das gelte auch für bereits vereinbarte Testspiele. Kontrolle, Absperrungen – das sei schon etwas viel, was da von Ehrenamtlichen verlangt werde. „Ich muss dann manchmal darauf hinweisen, dass wir alle auch noch berufstätig sind“, so Heilmaier.

Spiele und Hallenturniere sind passé – jetzt gehe es noch um die Frage, ob und wie trainiert wird. „In der Halle wird’s schwierig, aber draußen wäre es eigentlich möglich – zumal wir ja nun den Kunstrasen haben“, sagt der Fußballchef. Zudem müsse noch geklärt werden, ob dann beim Training wie im Schulsport generell Maskenpflicht bestehe und ob auch für die Eltern beim Abholen der Kinder 2G plus gilt. Generell überlasse der Verein es den Trainern, die sich ja auch selbst immer testen lassen müssen, ob sie unter diesen erschwerten Umständen zum Training bereit sind.

Nicht betroffen von der BFV-Entscheidung ist die als Profiliga eingestufte Regionalliga. Laut eines Berichts der Süddeutschen Zeitung hatte der BFV vorab seine Regionalligisten befragt, und da habe sich eine Mehrheit der Klubs für die Fortführung des Spielbetriebs ausgesprochen. Buchbachs Sportlicher Leiter Anton Bobenstetter sieht es laut SZ anders: „Es ist nicht okay, wenn jetzt Fußball gespielt wird und andere Menschen einen Ort für Operationen suchen.“ Was passiere denn, wenn sich ein Spieler auf dem Platz verletze und dann nicht operiert werden könne? Aber Buchbach wird heute ohnehin nicht spielen. Die Partie gegen die SpVgg Greuther Fürth 2 wurde wegen sieben Buchbacher Covid-19-Fälle ebenso abgesagt wie die Partie in Aubstadt. (Dieter Priglmeir)

Auch interessant

Kommentare