TSV-Vize Hermann Meilinger las den Aktiven gehörig die Leviten.
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TSV-Vize Hermann Meilinger las den Aktiven gehörig die Leviten.

Jahreshauptversammlung FC Erding

Sandners Bericht und Meilingers Wutrede

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Der eine trägt den Kassenbericht vor, der andere liest die Leviten.

Erding – So war es bei der Jahreshauptversammlung des FC Erding (wir berichteten), als zunächst Kassier Ralf Sandner seinen Rechenschaftsbericht ablegte und anschließend Revisor Hermann Meilinger den Aktiven ins Gewissen redete.

Zu Beginn hatte Abteilungsleiter Mathias Köppen kritisiert, dass unter den 32 anwesenden Mitgliedern kaum aktive Spieler seien. „Das gefällt mir nicht, das sollte eine Pflichtveranstaltung sein“, sagte er. Deutlicher wurde Meilinger, der 2. Vorsitzende des TSV Erding, früher lange Jahre aktiver Spieler. „Das ist eine richtige Sauerei“, polterte er los und fragte in die Runde: „Wo sind die Spieler der Ersten und Zweiten?“ Er erinnerte an die alten Zeiten. „Früher waren wir nach den Spielen immer gemeinsam unterwegs, aber das gibt’s schon lang nimmer“, stellte Meilinger fest und fügte grantig an: „Steht ihr unter der Fuchtel von euren Mädels? Also uns war das früher wurscht!“ Er erinnerte daran, „dass der Hauptverein der größte Sponsor der Fußballabteilung ist“, und er warnte: „Verscherzt es euch nicht!“ Der TSV-Vize betonte: „Das gehört dazu, dass man sich nach dem Spiel zusammensetzt. Das schweißt ein Team zusammen.“ Und der gab den Aktiven noch mit auf den Weg: „Es geht nur gemeinsam.“

Zuvor hatte Sandner den Kassenbericht abgelegt und festgestellt, dass die Fußballabteilung 2019 rund 103 000 Euro eingenommen habe. Die größten Posten dabei waren Spenden und Zuschüsse (32 000 Euro), Werbung (23 000) und Beiträge (27 000), dazu noch Kiosk (9000), Eintrittsgelder (4000) und Sonstiges (8500). „Wir haben 15 000 Euro weniger als 2018 eingenommen“, verkündete Sandner. „Ich drehe jeden Euro um“, betonte er und wies darauf hin: „Es wird schwierig. Wir brauchen dringend mehr Werbeeinnahmen.“ Die Bande im städtischen Stadion sei insgesamt 500 Meter lang, „davon sind 350 Meter alte Werbekunden, teilweise steht sogar noch die alte Erdinger Postleitzahl drauf“.

Hat die Finanzen im Griff: FCE-Kassier Ralf Sandner.

Dank der sparsamen Haushaltsführung hätte man aber auch die Ausgaben um rund 13 000 Euro, auf knapp 102 000 Euro, drücken können. Hier seien die Personalkosten – Trainer, Spieler – mit rund 48 300 Euro der größte Posten. Der Spielbetrieb verschlingt rund 16 200 Euro, für Ausrüstung (Herren und Jugend) wurden etwa 7200 Euro ausgegeben. Weitere Ausgaben: Kioskeinkauf 6400, Sportanlagen 8000, Verbandsabgaben und Schiedsrichter 4700, JFG-Beiträge 4200, Sonstiges 6900 Euro.

Zum 1. Januar 2019 habe der Kassenstand 6500 Euro betragen zum 31. Dezember 2019 rund 8000 Euro. „Das ist viel zu wenig für so eine große Abteilung“, sagte Sandner und kritisierte. „Wir haben 420 Mitglieder, aber keine Rücklagen.“ Sachlich stellte er abschließend fest: „Wenn wir den TSV nicht hätten, würde es mit der Liquiditätsreserve sehr eng ausschauen.“

Meilinger gab anschließend den Kassenprüfbericht ab – nachdem er seinem Unmut Luft gemacht hatte. Er appellierte an alle Mitglieder, zu versuchen, neue Werbepartner zu gewinnen. „Wir brauchen nicht viel Geld, aber wir brauchen Geld“, stellte er fest. „Geht in euch.“ Meilinger bescheinigte Sandner schließlich eine tadellose Kassenführung, und so wurde die Abteilungsführung einstimmig entlastet.

wk

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