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Viel Arbeit kommt auf die Führung der Erdinger Fußballteilung zu: Vizepräsident Hermann Meilinger, Florian Döllel, Mathias Köppen, Vincent Wirl, Ralf Sandner (v. l.) sowie Beate Sandner richteten sich schon mal in der Geschäftsstelle ein.    

FC Erding: Keine Trainer für die 150 Jung-Kicker

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FC Erding sorgt sich ums aktuelle Team und hat keinen Plan für die Zeit nach der JFG

VON DIETER PRIGLMEIR

Erding – Sportlich befinden sich die Fußballer des FC Erding im freien Fall. Mehrere Spieler haben bereits ihren Abschied verkündet, fehlen vermutlich schon im Derby gegen den FC Langengeisling (So., 14.30 Uhr). Niemand weiß, wie es in der Nachwuchsarbeit weitergehen soll, weshalb sich keine neuen Jugendleiter finden ließen. Es sind mal wieder düstere Zeiten beim FCE, doch das ist kein Grund für die Abteilungsleitung, das Handtuch zu werfen.

Im Gegenteil: Fußballchef Mathias Köppen kündigte in Sachen Kaderzusammenstellung konsequentes Handeln an. 

 Er zitierte einen Torwarthelden, der ja auch bald Fußballchef werden will. „Wir brauchen Eier“, habe Olli Kahn gesagt. „Bei uns sind jetzt dann die faulen Eier weg“, sagte Köppen und berichtete, dass sich bereits einige Spieler aus der Ersten „sofort oder spätestens zur Winterpause verabschiedet haben. Und manche melden sich gar nicht mehr.“ Köppen zeigte sich verärgert: „Wir haben vor der Saison Vereinbarungen getroffen. Aber offenbar muss sich zwar der FCE daran halten, aber nicht der jeweilige Spieler.“

Das werde es künftig nicht mehr geben, sagte der Fußballchef, „denn wir werden im Winter alles dafür tun, nur noch charakterstarke Spieler zu holen.“ Er selbst habe keine Bedenken, dass der FCE den Klassenerhalt schaffen könnte. Es wäre ja sonst auch der zweite Abstieg in Folge. Köppen erinnerte noch mal kurz an das letzte Bezirksliga-Jahr, attestierte dem Trainerteam Fabian Aupperle und Matthias Kurz eine gute Arbeit: „Sie haben trotz der sportlichen Misere die Truppe zusammengehalten.“

Positiv sah er auch den Einstand des neuen Trainerduos Dimi Petkos und Patrick Bigalke, das nach vier Spieltagen schon sieben Punkte gesammelt hatte. Das Problem: Aus den folgenden neun Partien sprangen nur noch sechs Zähler raus. Drei davon gab es überraschend gegen Taufkirchen, obwohl Petkos vor dem Spiel seinen Rücktritt angekündigt hatte. Köppen: „Das hat irgendwie Kräfte frei gesetzt und zeigt, welches Potenzial die Mannschaft hat.“ Der Fußballchef bedankte sich bei Bigalke, dass er die Mannschaft nun weiterführe.

Erfreut zeigte sich Köppen über die Entwicklung der Zweiten, die nach dem Abstieg in die B-Klasse, laut Köppen das „Fußball-Niemandsland“, dort unter Spielertrainer Kurz Tabellenführer ist.

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Dann durfte er verkünden, dass der Kunstrasen auf dem neuen Trainingsgelände im Frühjahr 2020 fertiggestellt sein dürfte. „Vielleicht können wir schon in der Saisonvorbereitung drauf“, hofft er. Die drei Spielfelder sowie die Turnhalle dürften Ende 2020/Anfang 2021 bezugsfertig sein. Der Abteilungsleiter bedankte sich bei der Stadt Erding für das große Sportprojekt, musste aber gleichzeitig eingestehen, dass er noch nicht wisse, wie er künftig die Jugendarbeit leisten könne. „Wir haben 150 Jugendliche, sind aber damit überfordert, weil wir weder die Trainer noch die Funktionäre dafür haben.“

Genauer führte das Lothar Feuser aus. Er vertrat Jugendleiter Sascha Hofmann, der nach zwei Jahren sein Amt abgegeben hat. „Sascha hat teilweise drei Mannschaften gleichzeitig trainiert. Er ist ausgebrannt. Wir haben damit innerhalb von vier Jahren zwei Jugendleiter verbrannt“, erinnerte Feuser auch noch an Thomas Schwarz, der sich ebenfalls für den Verein aufgearbeitet habe.

Sportlich laufe es im Kleinfeldbereich gar nicht schlecht, meinte er. Die Zusammenarbeit mit der Sempt-Akademie werde trotz der Ausbildungspauschale von 75 Euro von den Eltern positiv gesehen, „denn es ist bei den Kindern eine Lernkurve zu erkennen“. Das Budget von heuer 12 000 Euro sei gut angelegt. Auch über die Erfolge der JFG freute sich Feuser, zumal in der U 13-BOL-Mannschaft gleich neun FCE-Spieler stehen.

Aber ab der neuen Saison ist die Jugendfördergemeinschaft Geschichte. Wie berichtet, habe die JFG vor der Saison nach der A- nun auch die B-Jugend abgemeldet, „obwohl im ersten Training 28 Spieler da waren“. Die Stammvereine hätten sich auf eine Abwicklung des Projekts geeinigt.

Feuser kritisierte den eigenen Verein: „Wir haben die JFG alleine gelassen. Wir haben keine Trainer gestellt, keinen Vorstand.“ Jetzt habe der Verein die Quittung: „Wir haben künftig statt fünf bis sechs Kleinfeld-Mannschaften nun 150 Spieler bis zur A-Jugend, aber keine Trainer.“

Eine geplante Kooperation habe Türk Gücü Erding kurzfristig abgesagt. Momentan gebe es kein Konzept, wie es weitergehen soll. „Deswegen lässt sich die Jugendleitung derzeit nicht neu aufstellen. Sascha und ich machen kommissarisch weiter und warten, wie es weitergeht“, sagte Feuser. Er sei für jeden Vorschlag offen.

Vizepräsident Hermann Meilinger teilte mit, „dass der Hauptverein sehr erpicht ist, dass die Jugendarbeit weitergeht“. Seine Prognose: „Ein Fußballverein ohne Jugend? Der stirbt.“ Zuvor hatte er als Revisor berichtet, dass es in der Kassenführung keinerlei Beanstandungen gebe – „nur dass zu wenig Geld da ist“, meinte er.

Gewirtschaftet hat die Abteilung, die anschließend einstimmig entlastet wurde, sehr sparsam. Laut Kassier Ralf Sandner hat die Abteilung im Jahr 2018 rund 119 000 Euro eingenommen und 115 000 Euro ausgegeben. Dank des Plus’ sei der Kassenbestand auf insgesamt 9342 Euro angewachsen. Sandner, seit 1998 im Vorstand, stellte sich ebenso zur Wiederwahl wie Köppen und der Rest des Vorstands. Lediglich Schriftführer Hubert Netter legte nach 30 Jahren sein Amt nieder (Bericht folgt), hat aber zuvor schon seinen Nachfolger Florian Döllel eingearbeitet. Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt.

Die FCE-Fußballabteilung

Abteilungsleiter: Mathias Köppen, Stellvertreter:Timo Dörhöfer,Kassier: Ralf Sandner,2. Kassier:Beate Sandner, Schriftführer: Florian Döllel (bisher Hubert Netter), 2. Schriftführer: Vincent Wirl, kommissarische Jugendleiter: Sascha Hofmann, Lothar Feuser

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