Sie führen den FC Erding (vorne, v. l.): 2. Abteilungsleiter Edib Mehmedovic, Abteilungsleiter Mathias Köppen, 3. Abteilungsleiter Timo Dörhöfer; (hinten, v. l.) Schiedsrichterobmann Rico Spyra, 2. Jugendleiter Kurt Müller, Jugendleiter Lothar Feuser.
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Sie führen den FC Erding (vorne, v. l.): 2. Abteilungsleiter Edib Mehmedovic, Abteilungsleiter Mathias Köppen, 3. Abteilungsleiter Timo Dörhöfer; (hinten, v. l.) Schiedsrichterobmann Rico Spyra, 2. Jugendleiter Kurt Müller, Jugendleiter Lothar Feuser.

Jahreshauptversammlung beim FC Erding

Auf der Suche nach dem grün-weißen Herz

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Bei der Jahreshauptversammlung des FC Erding waren kaum Spieler der Ersten. Abteilungsleiter Köppen stellt sich nächstes Jahr nicht mehr zur Wahl.

Erding – Deutlich breiter aufgestellt hat sich der FC Erding. Die beiden „Einzelkämpfer“ Mathias Köppen (Abteilungsleiter) und Lothar Feuser (Jugendleiter) haben Unterstützung bekommen. In der Jahreshauptversammlung im TSV-Vereinsheim wurde der Zusammenhalt im Verein beschworen, doch es gab gleich einen Dämpfer.

Köppen: Leider sehe ich von den aktiven Spielern hier sehr, sehr wenig

„Leider sehe ich von den aktiven Spielern hier sehr, sehr wenig“, sagte Köppen zu den 32 anwesenden Mitgliedern. „Das gefällt mir nicht so. Das sollte ein Pflichttermin sein.“ In die gleiche Kerbe schlug später TSV-Vizepräsident Hermann Meilinger bei seinem Kassen-Prüfbericht (Bericht folgt). Zumindest die Zusammenarbeit in der Abteilungsführung habe Spaß gemacht, meinte Köppen. „Der Haufen wird immer größer.“

Der Abteilungsleiter ging kurz auf den Trainerwechsel während der Saison ein, als Dimitrios Petkos hingeworfen und Co-Trainer Patrick Bigalke übernommen hatte. Derzeit stehe die Mannschaft auf dem vorletzten Platz in der Kreisliga. Jetzt habe man mit Andreas Ostermair und Ludiwg Scheidl „zwei Ur-Erdinger“ als Trainer gewinnen können. „Ich weiß, sie werden einen guten Job machen“, betonte Köppen.

Die 2. Mannschaft von Matthias Kurz sei in der B-Klasse als Spitzenreiter „erwartungsgemäß auf Aufstiegskurs, aber noch lange nicht aufgestiegen“.

Köppen: Gespräche über Fusion mit SpVgg Altenerding zunächst unterbrochen

Köppen ging kurz auf die angedachte Fusion mit der SpVgg Altenerding ein. „Bei vielen Punkten waren wir auf dem gleichen Nenner, aber grundsätzliche Themen haben uns ausgebremst“, berichtete der Abteilungsleiter, ohne näher darauf einzugehen. „Die Gespräche sind unterbrochen, aber wir wollen sie später fortführen.“ Umso besser sei es jetzt, dass die JFG fortbestehe. „Mit unserem Mitwirken verstärken wir die JFG“, stellte Köppen fest.

Der Gerd-Vogt-Sportpark „wächst und gedeiht“, freute sich Köppen. Als „vorsichtigen Termin“ für die Inbetriebnahme nannte er den 27. November. „Er wird dann von allen Stadtvereinen genutzt. Je größer der Verein, desto mehr Kapazitäten bekommt er – das ist eine faire Regelung.“ Strahlend fügt er mit einem großen Dank an die Stadt Erding an: „Ich freue mich sehr. Das ist nicht selbstverständlich, dass man so was hingestellt kriegt.“

Am Ende teilte Köppen mit, dass er bei den Neuwahlen im kommenden Jahr nicht mehr antreten werde. „Aus persönlichen Gründen, die ich nicht weiter erläutern möchte. Ich werde dem Verein trotzdem tatkräftig zur Verfügung stehen.“

Feuser: Ob es nur die Kinder sind? Eher wohl die Eltern, die ihr Kind nicht richtig gefördert sehen

Der kommissarische Jugendleiter Lothar Feuser berichtete: „Letztes Jahr haben wir gejammert, plötzlich klappt es, es sind viele Leute gekommen – auf einmal geht was.“ Er habe eine Aufbruchstimmung im Verein festgestellt. Wichtig sei, dass es die JFG weiterhin gebe: „Sie ist wichtig. Das Konzept ist gut. Und wir sind wieder dabei.“ Was er sehr bedauere: „Die komplette D-Jugend des letzten Jahres ist auseinandergefallen.“ Anfangs seien es 38 Kinder gewesen, dann hätten plötzlich immer mehr Spieler den Verein verlassen. „Jedes Kind meinte, es müsste wechseln“, kritisierte Feuser und fragte: „Ob es nur die Kinder sind?“ Eher wohl die Eltern, die ihr Kind nicht richtig gefördert sehen.

Das größte Problem seien immer noch die Trainer, beklagte der Jugendleiter. „Wir sind im Moment nicht in der Lage, eine Mannschaft mit zwei bis drei Trainern auszustatten“, stellte Feuser fest. „Ich frage mich, wie das die anderen Vereine schaffen.“ Er hofft auf einen Schub, wenn der neue Sportpark in Betrieb ist. „Ich warte sehnsüchtig auf die neuen Plätze, denn zur Zeit teilen wir uns teilweise einen Platz mit vier Mannschaften.“

Sandner: Verpflichtung von Petkos auf meinen Mist gewachsen

Kassier Ralf Sandner nutzte die Gelegenheit, um nach seinem Kassenbericht (Bericht folgt) ein paar persönliche Worte an die Mitglieder zu richten. Die Verpflichtung von Petkos „ist auf meinem Mist gewachsen, ich war absolut von ihm überzeugt“. Als er ihm in einem ruhigen Gespräch erklärt habe, was er nicht gut finde, habe Petkos unmittelbar vor dem Spiel in Taufkirchen hingeworfen. „Schade, dass es so abgelaufen ist“, meinte Sandner. „Aber die Vereinsführung ist halt nun mal der Ober und der Trainer der Unter.“ Bigalke habe dann „ein sinkendes Schiff übernommen“, und bis auf eine Ausnahme – in Moosburg – habe die Mannschaft kein wirklich schlechtes Spiel mehr abgeliefert. Leidenschaftlich stellte Sandner fest: „Ich habe kein Problem, wenn wir wieder in der Kreisklasse spielen. Wichtig ist: Das Herz muss grün-weiß schlagen.“

Dieses grün-weiße Herz haben die vier Leute, die anschließend „nachgewählt“ wurden, weil die Posten bislang nicht besetzt waren. Die neuen Köppen-Stellvertreter als Abteilungsleiter sind der ehemalige bayerische Spitzenschiedsrichter Edib Mehmedovic und der aktive Torwart Timo Dörhöfer. Feuer wurde offiziell zum Jugendleiter gewählt, sein Stellvertreter ist FCE-Urgestein Kurt Müller. Auch einen Vereins-Schiedsrichterobmann gibt es nach vielen Jahren wieder, dazu wurde Rico Spyra ernannt.

Sandner ergriff noch einmal das Wort. Er appellierte an die Mitglieder, Abteilungsleiter Köppen in den nächsten Monaten bestmöglich zu unterstützen. „Wir müssen gut arbeiten, uns auf die Hinterfüße stellen und versuchen, ihn zu entlasten“, sagte der Kassier. „Vielleicht macht er dann weiter.“

wk

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