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Blicken voller Tatendrang in die Zukunft (v. l.): FCF-Vorsitzender Dieter Heilmair, Vize Florian Hack, erweitertes Vorstandsmitglied Robert Hartmann und Technischer Leiter Werner Schröder.

Die nimmermüden Finsinger Arbeitstiere

FC Finsing: Bereits 800 Stunden Eigenleistung beim Bau der Zuschauertribüne

  • vonRedaktion Erding
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Der FC Finsing und seine Mitglieder leisten große Arbeit beim Bau der neuen Zuschauertribüne und des Umkleidetrakts am Neufinsinger Sportgelände.

Neufinsing – Alle Hände voll zu tun haben die Mitglieder des FC Finsing seit einigen Monaten. Der Verein ist ein Paradebeispiel für Eigeninitiative und Teamwork. Wie berichtet, ist der Neubau der Zuschauertribüne mit Umkleidetrakt am Neufinsinger Sportgelände seit Ende Februar in vollem Gange.

Gemeinde finanziert Großteil des Projekts

Finanziert wird das Projekt größtenteils von der Gemeinde. Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, erledigen die Mitglieder des Fußballclubs so viel wie möglich selbst – mittlerweile sogar deutlich mehr als anfangs gedacht, wie Vorsitzender Dieter Heilmair und das erweiterte Vorstandsmitglied Robert Hartmann im Gespräch mit der Heimatzeitung erklären.

Der erste Ausbau der Eigenleistung habe sich mit dem ersten Ausschreibungspaket ergeben. Damals sei deutlich geworden, dass die Kosten höher sein würden als erwartet (wir berichteten). Erneut geprüft habe man die Maßnahmen, die noch nicht ausgeschrieben waren, aufgrund der wegen Corona allgemein angespannten Lage. „Wir haben noch einmal nachgerechnet, was wir leisten können, und das machen wir jetzt auch selbst“, erklärt Heilmair. Es sei selbstverständlich, in einer Krisensituation entsprechend zu reagieren.

„Wir sind dankbar für jede Hilfe“

So sollen beispielsweise die kompletten Malerarbeiten sowie der Holz-Innenausbau in den Kabinen und die Pflasterarbeiten von den Engagierten des Vereins gestemmt werden. Erfolgreich waren diese bereits bei der Holzverkleidung der Rückfassade des 60 Meter langen Baus. Der Verein macht mittlerweile „alles, was für uns irgendwie möglich ist und Sinn macht, aus eigener Hand“, berichtet Heilmair. „Das ist auch eine Sache der Gewährleistung“, ergänzt Hartmann.

800 reine Arbeitsstunden haben 55 Vereinsmitglieder inzwischen geleistet. „Das ist etwa ein Viertel vom Ganzen“, vermutet der Vorsitzende. Dennoch sei die Stimmung gut. „Wir sind dankbar für jede Hilfe“, betont Heilmair. Besonders bedanken möchten er und Hartmann sich bei den Spitzenreitern Werner Schröder, Thomas Gasda und Florian Hack. „Sie sind wirklich überall dabei“, betont Heilmair.

„Wir brauchen einfach die Fachexpertise, Leute, die uns entsprechend anleiten“

Da der Eigenanteil stetig gestiegen ist, hoffen Heilmair und Hartmann auf zusätzliche helfende Hände. „Allein 55 zupackende Mitglieder sind ein gutes Statement“, betont der Vorsitzende. Bisher habe man sich nie unterbesetzt gefühlt. Vielmehr hoffe man darauf, in Zukunft noch etwas breiter aufgestellt zu sein. „Wir brauchen einfach die Fachexpertise, Leute, die uns entsprechend anleiten“, betont Hartmann. Es handle sich um einen Meilenstein für Verein und Gemeinde. „Dass wir jetzt noch mehr dazu beitragen, macht’s am Ende auch zu etwas Besonderem“, findet er. Lobend erwähnen die beiden auch die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Mit einer Fertigstellung rechnet der Vorsitzende im Frühjahr 2021. „Wir hoffen, dass unsere Spieler die neuen Umkleiden nach der Saisonpause nutzen können“, erklärt er. Heilmair liegt es am Herzen, den Fokus vor allem auf das Innenleben des Baus zu richten. „Uns geht es nicht nur um eine Zuschauertribüne, sondern um den ganzen Umkleidetrakt. Was wir unseren und auch den auswärtigen Spielern bis jetzt im alten Sportheim anbieten, ist keinesfalls mehr zeitgemäß“, begründet er.

Heilmair hofft, 2021 auch endlich den Mädchenfußball nach Finsing holen zu können

Das neue Hauptspielfeld vor der Tribüne soll in etwa einem Jahr bespielt werden können. Mit der neuen Anlage hofft Heilmair, 2021 auch endlich den Mädchenfußball nach Finsing holen zu können. Aufgrund fehlender Umkleidemöglichkeiten war dies bislang nicht möglich. „Ich habe schon Gespräche geführt. Wenn sich jemand findet, der das in die Hand nehmen würde, wäre das genau solch eine Erweiterung für Verein und Gemeinde, die durch diese Baumaßnahme entstehen kann“, erklärt er.

Für ihn stehe nicht der sportliche Erfolg des Vereins im Vordergrund. Vielmehr leiste der Tribünenbau einen Beitrag zum Miteinander in der Gemeinde. „Der gesellschaftliche Beitrag ist es, der das Projekt rechtfertigt“, ist Heilmair überzeugt. „Wir bringen derzeit jedes dritte Kind im Alter zwischen sechs und 14 Jahren in Bewegung“, betont Heilmair. Man möchte auch in Zukunft dazu beitragen, die Menschen nach Finsing zu holen und dort zu halten.

(JULIA ADAM)

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