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FC Intergratione und FC Türkgücü Erding fusionieren zu einer Mannschaft

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Von: Mayls Majurani

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Ein ganzes Team transferiert: Türkgücü-Mann Selcuk Gürel (M.) darf sich über 22 Neuzugänge und eine dritte Mannschaft freuen. Der FC Intergratione mit Trainer Rüstü Aydin (l.) und Organisator Kasim Imamoglu schließt sich dem Verein an.
Ein ganzes Team transferiert: Türkgücü-Mann Selcuk Gürel (M.) darf sich über 22 Neuzugänge und eine dritte Mannschaft freuen. Der FC Intergratione mit Trainer Rüstü Aydin (l.) und Organisator Kasim Imamoglu schließt sich dem Verein an. © Mayls Majurani

Die Integration des FC Integratione - Der FC Türkgücü Erding hat gleich 22 Spieler auf einmal verpflichtet. Nun kann der Türkenverein drei Mannschaften aufbieten.

Erding – Das gab es noch nie: Ab der Rückrunde hat der FC Türkgücü Erding eine dritte Mannschaft im Spielbetrieb. Das Erdinger Freizeitteam FC Intergratione schließt sich mit seinem 22 Mann starken Kader komplett Türkgücü an.

„Wir wollten integrieren, jetzt wurden wir integriert“, erzählt Intergratione-Trainer Rüstü Aydin schmunzelnd über den Zusammenschluss, der irgendwie Sinn macht: Der FC Intergratione, ein Kofferwort aus Inter (Mailand) und Integration, der bisher in der Münchner Freizeitliga Royal Bavarian Liga kickte, gründete sich 2019 beim Hallen-Gaudi-Cup von Türkgücü. Aus der einmaligen Sache wurden dann regelmäßige Treffen in der Soccerhalle oder auf dem Bolzplatz.

Schließlich schloss sich die Truppe um Organisator Kasim Imamoglu und Trainer Rüstü Aydin 2020 der Royal Bavarian Liga an. Und das passte Türkgücü nicht – auf einmal gab es Konkurrenz. Selcuk Gürel, der Mann für alles beim FC, erzählt: „Plötzlich gab es zwei Türkenvereine. Und klar, viele Unternehmen oder Lokale, die für Sponsoring bei uns infrage kommen, waren für uns beide interessant. Zwei Türkenvereine sind einfach zu viel für Erding.“

So gab es dann zwischenzeitlich sogar eine kleine Krise zwischen beiden Clubs. „Wir haben am Anfang auf dem Türkgücü-Platz in Altenerding trainiert“, erzählt Trainer Aydin. „Als das Türkgücü erfahren hat, haben sie uns rausgeschmissen.“ Die richtige Entscheidung für Gürel: „Der Platz ist sowieso schlecht und überbesetzt. Und dann will da noch ein Team trainieren, und die meisten sind nicht mal Mitglied bei uns“, sagt er und hält schmunzelnd seinen Zeigefinger an seine Stirn.

Also trainierte Intergratione auf verschiedenen Bolzplätzen. Für Heimspiele mietete man sich hauptsächlich in Mintraching und Marzling (Kreis Freising) ein. Auswärts ging es meistens nach München.

Ein möglicher Zusammenschluss war damals schon immer wieder Thema. Denn mehr als die Hälfte der Intergratione-Kicker haben eine Türkgücü-Vergangenheit. Trainer Aydin war einst selbst Spieler in der Zweiten, sein Cousin Fatih Aydin, bei Intergratione gesetzter Stammspieler, hat noch immer einen Pass bei TGE, half heuer auch mal aus in der B-Klasse. Auch Ex-Türkgücü-Spieler und Selcuk Gürels Bruder Sezai sowie dessen Sohn spielen für Intergratione.

Jener Fatih Aydin war es dann auch, der die Initiative ergriff und Intergratione-Organisator Imamoglu sowie den Türkgücü-Vorsitzenden Bilgehan Pala an einen Tisch holte. Denn so gibt es nur Vorteile für beide Seiten: Türkgücü gewinnt einige Neumitglieder und steigert seine Attraktivität mit künftig drei Mannschaften. Und Intergratione muss nicht mehr in einer Freizeitliga kicken und spart sich durch den BFV-Ligabetrieb einen Haufen Organisationsarbeit. Zudem werden die Strecken in der C-Klasse deutlich kürzer, und man wird in Erding spielen können. Gürel: „Mitten in der Saison bekommen wir natürlich keine zusätzlichen Zeiten im Stadion.“ Deshalb werde die Dritte in der Rückrunde zunächst immer auswärts spielen – außer Konkurrenz.

„Wir testen das Ganze jetzt mal“, sagt Trainer Rüstü Aydin, „und nächstes Jahr geht es dann auch in den Punktspielbetrieb.“ Er wird übrigens in seinem Amt bleiben, verspricht Gürel. Auch der bisherige Organisator Imamoglu bleibt, künftig wird er der Sportliche Leiter der Dritten.

„Die Jungs haben schon was aufgebaut, sie haben Strukturen. Da brauchen wir jetzt nicht rumexperimentieren, wir behalten alles bei“, sagt Gürel. Hauptsache, es bleibt beständig, findet er: „Diese Mannschaft muss es auch in der nächsten Saison geben, sonst blamieren wir uns.“ (Mayis Majurani)

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