Damals, als sie noch spielten... Der FC Lengdorf (rote Trikots) steigt diese Woche wieder ins Training ein. Der FC Eitting muss noch warten, bis die Gemeinde die Sportanlage frei gibt.
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Damals, als sie noch spielten... Der FC Lengdorf (rote Trikots) steigt diese Woche wieder ins Training ein. Der FC Eitting muss noch warten, bis die Gemeinde die Sportanlage frei gibt.

FC Lengdorf startet Training - andere warten noch ab

Erdinger Vereine über Corona-Training: „Höchstens a bisserl bolzen“

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Nach dem TSV Wartenberg (wir berichteten) hat nun auch der FC Lengdorf bekannt gegeben, dass er in dieser Woche wieder auf den Platz gehen wird.

VON DIETER PRIGLMEIR

Erding– Viele weitere Teams sind da etwas zurückhaltender. Vor gut einer Woche hat zwar der Bayerische Fußballverband (BFV) grünes Licht für Fußballaktivitäten gegeben, doch dies mit zahlreichen Auflagen verbunden.

Der FC Lengdorf hat mehrere Gespräche innerhalb der Abteilung, aber auch mit der Gemeinde hinter sich, wie Abteilungsleiter Anton Bauer berichtet. Das Ergebnis: Die erste Mannschaft, Tabellenführer der Kreisliga, startet diese Woche mit einer wöchentlichen Trainingseinheit. Den genauen Tag will der FCL allerdings nicht öffentlich machen, „sonst kommen vielleicht Fans. Das ist nicht erlaubt“, erklärt Bauer. Die Zweite wird laut Spielertrainer Michael Fugmann „frühestens nach Pfingsten“ beginnen. Alle Jugendteams werden auf jeden Fall bis Ende der Pfingstferien aussetzen, so Bauer. „Danach gibt es neue Entscheidungen. Wir waren uns alle einig, auch in unserer Gemeinde, dass die Auflagen für den eingeschränkten Trainingsbetrieb sehr aufwändig sind.“

Ottenhofen und Forstern warten ab

„Wir in Ottenhofen setzen weiterhin das Training aus. Für uns macht es keinen Sinn jetzt wieder in einen Trainingsbetrieb einzusteigen wenn der mögliche Saisonstart noch so weit in der Ferne liegt“, meldet DJK-Vorstandsmitglied Philipp Kugler. Wie berichtet, leitet Lukas Mansbarth jeden Donnerstag ein Online-Workout, „und die Jungs halten sich selbstständig fit“.

Forsterns Fußballchef Marc Lindenblatt wandte sich direkt an die Spielerinnen und Spieler. „So schnell wie die Freude über den Neustart bei mir angekommen ist, ist sie leider auch wieder verflogen, nachdem die Bedingungen für das Training bekannt wurden.“ Die Auflagen böten keine Grundlage, um mit dem Training zu beginnen. „Die Voraussetzungen hierfür hätten wir sicher schaffen können – nur die Frage nach der Sinnhaftigkeit und der Verhältnismäßigkeit sind im gleichen Atemzug aufgekommen.“ Die Umsetzung berge für alle Verantwortlichen ein gewisses Risiko, vom Vorstand bis hin zu den Trainern und Betreuern, die für die Einhaltung der Hygieneregeln verantwortlich sind. „Wir machen diesen Sport hauptsächlich aus Spaß und weil wir uns über die Gemeinschaft und Zusammenkunft mit all den freundlichen Gesichtern unseres Vereins freuen. Bei den gegebenen Regeln wären genau diese beiden Aspekte nicht möglich gewesen.“ Deshalb habe man einstimmig beschlossen, den Trainingsbetrieb weiter aussetzen. „Wir werden die Situation genauestens verfolgen und uns auch weiterhin auf eine Rückkehr auf den grünen Rasen vorbereiten, um schnellstmöglich reagieren zu können.“

„Brauchen keine vier Monate Vorbereitung“

Bis Ende Mai will der SV Zustorf warten, „da wir hoffen, dass die Zahlen dann so weit unten sind und wir kein großes Risiko einer Ansteckung eingehen“, so Spielertrainer Dominik Dorsch. „Außerdem ist der Wettkampfbetrieb voraussichtlich erst im September. Wir brauchen keine viermonatige Vorbereitung.“

Auch die SpVgg Eichenkofen sieht laut dem Sportlichen Leiter Markus Lex „wenig Sinn, bei diesen Voraussetzungen zu trainieren – beziehungsweise wie man das auch immer nennen mag mit diesen Vorgaben“. Sollten weitere Lockerungen kommen, werde man die Situation natürlich neu bewerten. Lex: „Ob es im September weitergeht, weiß zum jetzigen Stand keiner. Wir verstehen eh nicht, dass die aktuelle Saison nicht beendet wurde. So macht man mindestens zwei Saisons kaputt. Sollte es im September weitergehen, muss es erstmal Vorbereitungsspiele geben.“

WSV: Risikopatienten im Umfeld

Der SV Walpertskirchen beriet sich vergangene Woche bei einer Videokonferenz mit seinen Spielern. Das einstimmige Ergebnis laut Trainer Sepp Heilmeier: „Unter dem Leitfaden ist es für uns nicht interessant, zu trainieren.“ Die Spieler hätten einen Plan bekommen, dass sie sich weiterhin fithalten. „Wenn man das vernünftig durchzieht, fängt man nicht bei null an“, weiß Heilmeier. Abgesehen von den schwer umsetzbaren Auflagen gebe es auch Spieler, die im Umfeld Risiko-Patienten hätten: „Es kann sich keiner leisten krank zu werden oder das Virus in der Arbeit einzuschleppen.“ Der WSV-Coach appelliert auch an die Vereine, die nun auf den Platz gehen, „sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein“. Nach dem Pfingstwochenende werden sich Spieler und Trainer bei einem Videomeeting sehen und dann im 14-tägigen Abstand virtuelle Spielersitzungen durchführen.

Klares Nein aus Buch und Kirchasch

Eine klare Ansage kam vom benachbarten Kreisklassisten SV Buch. „Wir gehen erst wieder auf den Platz, wenn der normale Trainings- und Spielbetrieb möglich ist“, sagt Trainer und Torwart Florian Leininger. Ähnliches kommt vom Kreisligisten SC Kirchasch. „Wir werden erst wieder trainieren, wenn sich das Ganze auch Training nennen kann“, betont Maxi Bals. Der Sportliche Leiter schickt noch eine Bemerkung hinterher: „Lieber wär es mir, wenn der BFV endlich mal die offenen Fragen klären würde.“ Wie berichtet, ist noch nicht klar, wann der amtierende Spielertrainer Markus Weber zu seinem neuen Verein wechselt. Dafür müsse man eben wissen, ob eine Wechselperiode kommt, so Bals.

FC Eitting: Plätze noch gesperrt

Webers neuer Club wird der FC Eitting sein. Dessen Fußballabteilungsleiter Hans Faltermaier hat mit den aktuellen Coaches gesprochen, und vorerst ist das Training noch ausgesetzt. Momentan hat die Gemeinde die Plätze ohnehin noch gesperrt. „Nach der Freigabe werden erst die Nachwuchsmannschaften einsteigen“, meldet Pressesprecher Eicke Lenz. Aber auch die Herren planen laut Reinhard Neudecker einmal pro Woche ein Training durchzuführen. „Es wird sich auf Gymnastik, Fußballtennis, Athletik und einzelne Torschussübungen beschränken. Wir müssen aber auch erst noch mit den Spielern reden, inwiefern sie es für sinnvoll erachten“, so Neudecker.

Halbmarathon statt Torwarttraining

Der SV Eichenried hat beschlossen, im Jugendbereich noch nicht in den Trainingsbetrieb einzusteigen. „Bevor wir beginnen, sollten Schulen und Kindergärten wieder halbwegs normal laufen. Fußballtraining sollte hier eindeutig die geringere Priorität haben“, so Vorsitzender Stefan Huber. „Wir wollen die Kinder keiner unnötigen Gefahr einer Ansteckung aussetzen. Und ob das Trainieren nach dieser Richtlinie Spaß macht, wagen wir zu bezweifeln.“ Sollte sich das Infektionsgeschehen positiv entwickeln, werde der SVE mit den älteren Jahrgängen starten.

Auch im Herrenbereich will der Kreisklassist warten. „Da die Saison eh frühestens zum 1. September beginnt, befinden wir uns Mitte Mai noch nicht einmal annähernd in der Wettkampfvorbereitung. Und ob ein Training gemäß der Richtlinie des BFV für alle erfüllend ist, bezweifle ich auch hier sehr.“ Die meisten Spieler würden sich zurzeit auf der Straße fit halten. Huber; „Unser Torwart Hofi ist am Donnerstag mal eben einen Halbmarathon gejoggt.“

Der SVE-Chef hat auch eine sportpolitische Anmerkung: „Uns kommt es halt so vor, als wäre der Druck auf den BFV nach Wiederaufnahme der Bundesliga so groß geworden, dass er mit dieser Richtlinie und der damit verbundenen Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs etwas Wind aus den Segeln nehmen wollte. Ob dies jedoch so gelungen ist, darüber lässt sich sicherlich streiten.“

Der TSV St. Wolfgang wird in den in den nächsten Tagen und Wochen ein Konzept erstellen. „Im Anschluss daran werden wir gemeinsam mit den Spielern entscheiden, ob wir das geforderte Konzept umsetzen können und durchhalten können“, sagt Trainer Alexander Auhagen.

Nicht einmal die Bayernjugend trainiert

Beim Kreisklassisten FC Hohenpolding wird noch darüber beraten, „wann wir trainieren werden, beziehungsweise ob wir das überhaupt bei diesen Auflagen wollen“, berichtet Spielertrainer Thomas Bachmaier. Wenn nicht einmal der FC Bayern seine Jugendmannschaften trainieren lässt, dann werde es für Amateurvereine noch viel schwerer, die Vorgaben des BFV umzusetzen. „Man könnte höchstens in Kleingruppen a bisserl bolzen“, meint Bachmaier, „aber ein Training zeichnet sich vor allem durch den sozialen Aspekt, das Miteinander und die Gaudi auf dem Platz und im Vereinsheim aus. Nur leider ist ja genau das nicht möglich.“

Nino Filippetti, Trainer von A-Klassen-Spitzenreiter Berglern, sagt: „Sofern es Verein und Gemeinde erlauben, gehen wir, unter Einhaltung der Regeln natürlich, auf den Platz. Aber nicht des Trainings wegen, eher aus Gründen der Gemeinsamkeit und als nette Abwechslung. Meine Hoffnung ist es, dass es nicht erst im September losgeht, sondern die Möglichkeit besteht, früher loszulegen.“

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