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Franco Soave hat in Lengdorf verlängert.

Fußball

„FC Lengdorf – das ist Kreisliga-Romantik“

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Spielertrainer Franco Soave verlängert seinen Vertrag und freut sich über Verstärkung aus Hörlkofen.

Lengdorf – Simon Nußrainer wird künftig für den FC Lengdorf spielen. Der 19-Jährige wechselt vom A-Klassisten SV Hörlkofen zum Tabellenzweiten der Kreisliga. Das gab nun Anton Bauer bekannt. Lengdorfs Abteilungsleiter hatte noch zwei weitere Neuigkeiten, die über die laufende Saison hinausgehen, und die betreffen die Trainer der beiden Herrenmannschaften

Franco Soave werde auch 2021/22 Spielertrainer des FC Lengdorf sein. „Ich bin froh und happy, dass er weitermacht“, sagt Bauer und fügt hinzu: „Egal, wie die Saison weiterläuft.“ Der FCL hat schließlich eine noch viel verrücktere Saison hinter sich als alle anderen. Für die meisten völlig überraschend hatte Soave die Lengdorfer an die Spitze der Kreisliga geführt. Neun Punkte Vorsprung hatte sein Team vor der Winterpause 2019/20. Dann folgte die Corona-Pandemie und beim Re-Start eine Schwächephase. Lengdorf verlor die Tabellenführung, ist aber noch immer punktgleich mit Spitzenreiter Langengeisling. Ein spannender Endspurt dürfte gewiss sein.

Soave, der auch schon den FC Finsing in die Bezirksliga geführt hat, erinnert sich an seine Anfänge beim FCL im Juli 2019. „Nach meiner ersten nervösen Vorstellung bei der Mannschaft habe ich mein persönliches Ziel unter den ersten drei Plätzen ausgerufen.“ Er sei damals von einigen Spielern belächelt worden, erzählt er. „Aktuell stehen wir auf Platz zwei und haben eine fantastische Hinrunde gespielt.“

Ein wesentlicher Faktor seiner vorzeitigen Verlängerung sei, „dass meine Mannschaft eine absolut willige und sehr ehrgeizige Truppe ist, die sich zu einer schlagkräftigen Kreisliga-Mannschaft entwickelt hat“. Die Trainingsbeteiligung sei ein weiterer Punkt gewesen, der ihm gezeigt habe, „wie viel Herzblut in dieser Truppe steckt“.

Der 38-Jährige ist aber auch ehrgeizig. „Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr viel wert auf Fitness lege, und nicht jede Mannschaft kommt damit in dieser Form klar. Die zwei Vorbereitungen haben mir gezeigt, dass die Jungs erfolgreich Fußball spielen wollen und immer an ihre Schmerzgrenzen gegangen sind.“ Die Trainings- und Spielbedingungen in Lengdorf findet er „aufgrund der Anlage und unserem fleißigen Platzwart hervorragend. Es macht hier sehr viel Spaß, in Ruhe arbeiten zu können.“ Deshalb sei die Vertragsverlängerung auch für ihn reine Formsache gewesen. Und dann folgte eine Liebeserklärung des Italieners, der in der FC-Bayern-Jugend ausgebildet wurde und bei einem Benefiz-Spiel der McFit Allstars von Oliver Pocher vor 55 000 Zuschauern in der Veltins Arena kickte: „FC Lengdorf – das ist Kreisliga-Romantik. Wenn jemand ambitioniert Fußball spielen möchte, aber auf ein gemütliches Vereinsleben nicht verzichten will, dann ist er bei uns genau richtig.“

Fußball-Romantik – das kennt man ja auch aus dem Ruhrpott. Volkmar Schrafen hat einst in Oberhausen in der Bezirksliga gespielt. Seit 22 Jahren lebt er nun schon in Lengdorf. „Er ist bei fast allen Spielen des Vereins dabei und war auch schon einige Jahre Spielertrainer der AH“, sagt Bauer und meint. „Er ist ein Fußballverrückter im besten Sinne.“ In der kommenden Saison wird der 53-Jährige nun die zweite Mannschaft als Trainer übernehmen. Eigentlich war das bereits vor einem Jahr geplant. Aber dann kam die Corona-Pandemie, und Spielertrainer Michael Fugmann hängte seinen sechs Jahren noch ein siebtes an.

Am Saisonende sei aber definitiv Schluss, kündigt Fugmann an. „In der Freizeit genieße ich dann erst einmal das Leben ohne verpflichtenden Fußball, viel Zeit für meine Frau und unsere Kinder und alles andere, was in den vergangenen Jahrzehnten nicht oder nur eingeschränkt möglich war.“

Seine sportlichen Höhepunkte in den vergangenen Trainerjahren? „Die Derbysiege gegen die ersten Mannschaften von Kirchasch, Isen und St. Wolfgang in Punktspielen“, sagt der 39-Jährige und fügt hinzu: „Allgemein war es eine super Zeit als Trainer. Großes Lob an die Mannschaft, die immer mitgezogen hat. Es hat einfach Spaß gemacht mit den Jungs.“ Und sicher dürfte schon jetzt aufgrund der Tabellensituation sein: Der FCL 2 wird auch in der kommenden Saison in der A-Klasse spielen.

Von dort kommt eben nun Simon Nußrainer. „Er hat schon im Sommer mal bei uns mittrainiert. Schön, dass es jetzt klappt“, freut sich Fußballchef Bauer. Coach Soave habe mit dem HSV-Talent lange und ausführlich telefoniert. Beim FCL sei man überzeugt von den Qualitäten des offensiven Mittelfeldspielers. Es ist übrigens die einzige Veränderung im Kreisliga-Kader, wie Bauer mitteilte.

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