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Mit dem Saisonverlauf unzufrieden ist Helmut Lucksch. Die Landesliga hat er aber noch im Visier.

Bezirksliga

FC Moosinning holt die Brüder Ball ins Boot

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Christoph und Georg Ball haben gemeinsam beim VfR Garching gespielt. Jetzt lösen die Marzlinger als Trainerduo wird nach der Saison Helmut Lucksch ab.

Moosinning– Als Christoph Ball in der Saison 2004/05 beim FC Moosinning spielte, hatte er ab und zu seinen Bruder Georg mit dabei. „Gigs hat schon als 15-Jähriger bei uns mittrainiert“, erzählt Rupert Lanzinger, der Fußballchef des FCM. In der neuen Saison wird es ein Comeback geben: Die beiden Marzlinger werden Trainer beim Bezirksligisten. Sie lösen damit Helmut Lucksch ab, der in der vergangenen Saison zwölf Landesliga-Spieltage vor Schluss gekommen war, den Abstieg aber auch nicht mehr verhindern konnte.

In der laufenden Bezirksliga-Runde hat der FCM durchaus noch Chancen auf den Wiederaufstieg, doch Lucksch sagt selbst: „Ich bin mit dem Saisonverlauf absolut unzufrieden.“ Es seien zu viele Unentschieden gewesen – mit dem blamablen 1:1 beim abgeschlagenen Türk SV Ingolstadt als Tiefpunkt. „Ich stelle mich immer vor die Mannschaft, aber da musste ich was in der Öffentlichkeit sagen“, so der 50-Jähre. Das sei allerdings keine Kritik an der sportlichen Leitung gewesen. Vielmehr wollte er die Spieler mehr in die Pflicht nehmen.

Lanzinger klingt ähnlich. Vorwürfe? Fehlanzeige. Er räumt ebenfalls ein, dass er bessere Ergebnisse erwartet habe. „Das lag aber nicht am Trainer.“ Vielmehr kritisierte er die Leistungen der Spieler, die schließlich bei Spitzenpartien wie gegen Eching und Dornach ihr Potenzial gezeigt haben.

Warum also dann die Trennung? „Unsere sportliche Strategie stimmt nicht zu 100 Prozent überein“, erklärt Lucksch. Das sei das Ergebnis aus den jüngst geführten Gesprächen. Während er unbedingt in die Landesliga zurück wolle, sei es dem Verein erst einmal wichtig auf erfahrene, eigene Leute zu setzen.

Georg Ball spielt noch in der Regionalliga

Lucksch zeigte Verständnis dafür, dass der Verein – wohl auch aus Sorge, durch die Corona-Krise Sponsorengelder zu verlieren – vorsichtig agiert. Deshalb sei es auch nicht zu der Verpflichtung eines Spielers aus einem Nachwuchsleistungszentrum gekommen. „Der Mann hätte uns sicher weitergebracht“, meint der Coach, der einst Trainer in der A-Jugend-Bundesliga war. Er sei ein leistungsorientierter Coach, sehe aber auch die Situation des FCM. „Deshalb hab ich auch nie auf einen Co-Trainer gepocht. Und deshalb hätte ich für den Verein weiter gemacht“, sagt er. Er akzeptiere aber die Entscheidung des Vorstands. „Und das lief alles absolut korrekt ab.“

Probleme für den Saisonendspurt – sollte es diesen wegen der Corona-Pandemie überhaupt geben – sieht Lucksch durch die Entscheidung allerdings nicht. „Es könnte sogar einen Schub geben, denn jetzt hat niemand ein Alibi.“

Und in der neuen Saison wird es dann einen ganz neuen Impuls geben, begründete Lanzinger den Trainerwechsel. Und freilich sei schon auch Corona schuld. „Keiner weiß, wie es nach der Krise weitergeht. Eine absolute Spitzenmannschaft können wir Helli nicht versprechen. Deshalb ist es gut, wenn die Mannschaft einen komplett neuen Ansatz bekommt.“

Für diesen sollen eben die Brüder Ball als gleichberechtigte Trainer besorgen. Christoph, der ältere der beiden, hat den FC Moosburg als Spielertrainer in die Bezirksliga geführt. In der laufenden Saison trennte sich der kriselnde Verein, Letzter in der Kreisliga, von seinem Coach. Der 39-jährig Verwaltungsangestellte werde nur noch auflaufen, wenn wirklich Not am Mann ist. Sein verlängerter Arm auf den Platz wird sein Bruder Georg sein.

Der 30-Jährige spielt derzeit noch für den VfR Garching in der Regionalliga. Er ist ein klassischer Sechser, der wohl am besten weiß, was sein Bruder will, mit dem er jahrelang beim VfR zusammengespielt hat. „Viel Ballbesitzfußball, nicht nur hoch und weit“ – so umreißt Christoph Ball die Philosophie. „Und die Disziplin muss stimmen, die Fitness natürlich auch.“ Der künftige Coach würde sich freuen, wenn sein Vorgänger die Rückkehr in die Landesliga schaffen würde. Ansonsten wolle er aber unbedingt in der Bezirksliga vorne mitspielen.

Helmut Lucksch wird man nicht mehr in dieser Klasse sehen. „Die Bezirksliga gefällt mir nicht“, sagt er. Er sei dem FCM sehr dankbar, dass er ihm den Einstieg in den Herrenbereich ermöglicht hat. Er werde auch künftig gern als Trainer arbeiten, allerdings im höherklassigen Leistungsbereich.

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