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Bezirksligist blickt in die Zukunft

FC Moosinning: Jeder Spieler ist für sich selbst verantwortlich

  • vonRedaktion Erding
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Beim FC Moosinning halten sich die Spieler selbstständig fit, es gibt kein Online-Training. Abteilungsleiter Lanzinger spricht über die schwere Situation.

Moosinning„Es ist keine schöne Zeit grade, und bei uns ist es im Moment ganz ruhig“, sagt Rupert Lanzinger, Fußball-Abteilungsleiter beim Bezirksligisten FC Moosinning. „Und wenn ich meine persönliche Situation so anschaue, dann ist Fußball das kleinere Übel.“ Der Inhaber des Landgasthofs Hallnberg leidet sehr unter dem Lockdown – wie alle seine Kollegen in der Gastronomie und Hotellerie. Ob Fußball oder Wirtschaft: „Es ist im Moment trostlos, man weiß nicht, wie es weitergeht.“

Kein Online-Training in Moosinning

Auch beim FC Moosinning sei man derzeit im Wartestand. Im Kader hat es nur eine Veränderung gegeben, Nikola Mavracic hat um Weihnachten herum den Bezirksligisten verlassen und ist zum abstiegsbedrohten Kreisligisten TSV Moosburg-Neustadt abgewandert (wir berichteten). Online-Trainingseinheiten oder -Challenges irgendwelcher Art gebe es beim FCM nicht. „Jeder ist für sich selbst verantwortlich, dass er sich soweit fit hält“, sagt Lanzinger. Man wisse ja auch nicht, wann ein Trainings- oder gar Spielbetrieb wieder möglich sei.

Was der Fußball-Chef des FC Moosinning kritisiert: „Im Moment kennt sich keiner mehr aus.“ Dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) wirft er einen „gewissen Aktionismus“ vor. „Letztlich entscheidet doch die Politik, das sollte auch der BFV akzeptieren.“

Lanzinger glaubt nicht daran, dass es im März zum Re-Start kommt. Er hätte es nach wie vor für die beste Lösung gehalten, „wenn wir im Herbst aufgehört und im Frühjahr weitergespielt hätten“. Man sollte versuchen, die Punktrunde bis zum Sommer fertig zu spielen – notfalls bis zum Herbst.

Lanzinger: Auf den Ligapokal kann man verzichten

Eine Patentlösung habe er zwar auch nicht, aber zumindest auf den Ligapokal könne er verzichten: „Da haben wir ein paar Spiele gemacht, andere überhaupt keins, und dann ist er wieder abgeblasen worden. Also ich bin nicht böse, wenn er komplett gestrichen wird.“ Man sollte einfach die Auf- und Abstiegsregelungen so lassen, wie es ursprünglich vorgesehen war, schlägt Lanzinger vor: „Nicht da noch eine Chance zum Aufstieg, nicht dort noch eine Chance zum Klassenerhalt.“

Was dem Moosinninger Fußball-Chef in diesem Zusammenhang noch am Herzen liegt: „Dass alle Landkreismannschaften in Zukunft in einer Bezirksliga spielen und nicht aufgeteilt werden, wie es im Moment der Fall ist.“ Lokalderbys würden mehr Zuschauer bringen und folglich auch mehr Geld.

Wie es finanziell beim FC Moosinning aussieht, dazu sagt FCM-Vorsitzender Karl Thumbs: „Wir sind eigentlich ganz gut über die Runden gekommen, da wir sehr vernünftige Trainer und Spieler haben, die Verständnis dafür haben, dass in Corona-Zeiten der Vereinshahn zugedreht wird.“ Wie es an der Sponsorenfront ausschaue, das müsse das Jahr 2021 erst noch zeigen. „Ich glaube aber, dass der Mittelstand weiterhin seine Vereinstreue zeigen wird und wir gut durch die Krise kommen werden“, sagt Thumbs.

Obwohl der FC Moosinning mit Platz vier in der Gruppe Nord noch Aufstiegschancen hat, verfällt man nicht in blinden Aktionismus. Neuzugänge seien nicht geplant, erzählt Abteilungsleiter Lanzinger, der dem Re-Start relativ entspannt entgegensieht: „Jetzt schauen wir mal, wie es weitergeht, und wenn wir wieder trainieren dürfen, dann packen wir wieder an.“

WOLFGANG KRZIZOK

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