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Tolle Derbys liefern sich regelmäßig die Teams aus Schwaig (rote Trikots) und Kirchasch/Walpertskirchen. Die wird es wohl auch in der neuen Saison geben. Der FCS wäre natürlich lieber aufgestiegen.

Frauenfußball

FC Schwaig: Uns wird leider das große Saisonfinale genommen

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Der Saisonabbruch bringt den Erdinger Vereinen einen Sieger und drei Verlierer

Erding– Zumindest eine Entscheidung ist für den Fußball im Landkreis Erding gefallen: Die Frauen des FC Forstern werden auch in der kommenden Saison in der Regionalliga spielen. Der für diese Klasse zuständigeSüddeutsche Fußball-Verband hat die laufende Saison abgebrochen und die Tabelle nach der Quotientenregelung erstellt. Somit verlässt der FC Forstern die Abstiegsplätze(ausführlicher Bericht folgt).

Für alle anderen Frauenteams im Kreis Erding ist der Bayerische Fußball-Verband (BFV) zuständig. Wie berichtet, diskutiert der Verband gerade mit seinen Vereinen über den Saisonabbruch, eine Tabellenbereinigung über die Quotientenregelung (gewonnene Punkte in Relation zur Anzahl der Spiele) sowie die Auf- und Abstiegsregelung ohne Relegationsspiele.

Der Kreisligaentgeht ein Finale

Wenn es so kommt, hat der Kreis Erding drei Verlierer. Zum einen den FC Schwaig, der als Tabellenzweiter in der Kreisliga bleiben müsste. „Das ist bitter und die Enttäuschung sehr groß“, sagt Trainer Manfred Buchhauser. Er erinnert daran, dass sein Team vor dem Re-Start im vergangenen Herbst bei Anwendung der Quotientenregelung mit Spitzenreiter SpVgg Attenkirchen gleichauf gewesen wäre und auch aufgestiegen wäre. „Nach dem Re-Start haben wir alle Spiele in überzeugender Manier gewonnen.“ Auf Wunsch der Gegner seien zwei Spiele nach hinten verlegt worden, die dann nicht mehr gespielt werden konnten. „Und plötzlich sind wir – wenn jetzt abgebrochen wird – in der Quotientenregelung – hinter Attenkirchen“, sagt Buchhauser, der aber noch hinzufügt, dass die SpVgg auch alle Spiele gewonnen hatte. Viel schlimmer sei aber – „und das sieht Attenkirchens Trainer Alex Urban auch so“ – dass den beiden Teams das große sportliche Saisonfinale entgeht. Am letzten Spieltag wäre es nämlich zum Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Attenkirchen und Verfolger Schwaig gekommen. „Das ist es doch, wofür wir alle diesen Sport lieben und Woche für Woche ins Training gehen – um solche Emotionen, die einem niemand mehr nehmen kann, auf dem Sportplatz zu erleben, egal ob man letztlich gewinnt oder verliert“, sagt Buchhauser, der seine Mannschaft als stark genug ansieht, auch kommende Saison wieder um den Aufstieg in die Bezirksliga mitzuspielen. Allerdings bezweifle er, dass ab Herbst ein geregelter Neustart möglich sein wird. „Ich hätte bis zum Jahresende 2021 versucht, die laufende Saison fertig zu spielen.“

Zwei Absteigeraus der Bezirksliga

Sollte es nach den Plänen des BFV laufen, so trifft der FC Schwaig auf zwei alte Bekannte. Die SG Lengdorf/Hörgersdorf und der TSV St. Wolfgang müssten nach zwei gemeinsamen Bezirksliga-Runden als Vorletzter und Letzter zurück in die Kreisliga. St. Wolfgangs Trainer Sigi Obermeier sieht es sportlich: „Wir nehmen es, wie es kommt. Viel schlimmer finde ich, dass immer noch kein Training möglich ist.“

Ähnlich sieht es sein Lengdorfer Kollege Markus Schorer: „Einerseits ist es bitter, dass wir das Spiel gegen Aschheim nicht mehr bestreiten konnten. Wir waren im Aufwärtstrend und wären mit einem Sieg über dem Strich gewesen.“ Andererseits komme es ihm ganz gelegen, künftig in der Kreisliga zu spielen. „Uns steht der totale Umbruch bevor. Bis auf eine Spielerin hören alle Über-25-Jährigen auf. Ich habe schon überlegt, ob ich nicht noch eine Klasse tiefer gehe mit meiner sehr jungen Mannschaft.“

Für einen Saisonabbruch plädiert Stefan Karamatic, Trainer des FC Langengeisling, der als Aufsteiger mit Platz drei aufhorchen ließ. Der Trainer will „lieber eine vernünftige Vorbereitung auf die nächste Saison durchziehen, bevor wir jetzt hektisch die Saison fertig spielen und am Ende mehrere Verletzte bekommen“. Nach der langen Auszeit müsse man schließlich die Vorbereitung anders und länger gestalten als üblich. Karamatic hofft, dass der BFV die Pause nutzt, um Reformen im Frauenfußball anzustoßen und zum Beispiel Relegationsspiele wie im Herrenbereich einführt: „Das erhöht die Spannung und das öffentliche Interesse, was für das Prestige des Frauenfußballs sehr gut wäre.“

Die Wertung

Sollte die Saison abgebrochen und nach der Quotientenregelung bewertet werden, käme es zu folgender Situation.

Regionalliga: In der Qualifikationsrunde 2 belegt der FC Forstern mit zwei Siegen aus fünf Spielen und dem Quotienten von 1,20 Platz fünf unter sieben Teams und bleibt in der Regionalliga.
Bezirksoberliga: Der FC Forstern 2 (35 Punkte/15 Spiele/Quotient 2,33) belegt Platz zwei hinter dem TSV Murnau (36/13/2,77) und verpasst somit den Aufstieg.
Bezirksliga:Der FC Langengeisling (27/14/1,93) ist Dritter. Dagegen müssen die SG Lengdorf/Hörgersdorf (8/15/0,53)) und der TSV St. Wolfgang (7/15/0,47) als Vorletzter und Letzter in die Kreisliga.
Kreisliga: Der FC Schwaig (25/11/2,27) landet hinter Attenkirchen (32/13/2,46) auf Rang zwei und verpasst somit den Aufstieg. Platz drei bleibt für den FC Moosinning (18/12,1,5). Die SG Kircchasch/Walpertskirchen (14/12,1,17) rückt noch auf Rang vier vor.

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