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FC Schwaig und FC Langengeisling trauern um Mulitfunktionär Matthias Ziegenhals

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Von: Dieter Priglmeir

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Ein letzter Gruß: Matthias Ziegenhals starb im Alter von nur 59 Jahren.
Ein letzter Gruß: Matthias Ziegenhals starb im Alter von nur 59 Jahren. © HR

Als Matthias Ziegenhals im Krankenhaus München-Harlaching verstarb, war die Trauer beim FC Schwaig und FC Langengeisling riesengroß.

Schwaig/Langengeisling – Er, der so viel für beide Vereine geleistet hatte, erlag zwei Monate vor seinem 60. Geburtstag den Folgen eines Schlaganfalls. Dass der von allen nur liebevoll „Hias“ genannte Leipziger 1996 überhaupt in Schwaig landete, war ein Zufall. „Mir ist halt in Schwaig der Sprit ausgegangen“. so seine augenzwinkernde Erklärung. Und auch wenn ihn anfangs wegen seines sächsischen Dialekts wohl kaum jemand richtig verstand, so integrierte er sich trotzdem schnell.

Zusammen mit seinem damals zehnjährigen Sohn Thomas kam er zum FCS und wurde später zum Jugendleiter gewählt. Eine seiner ersten Ideen war, das Schwaiger Jugend-Hallenturnier, das damals noch in Oberding ausgetragen wurde, in der neuen, eigenen Sporthalle auszurichten. Zusammen mit seinen Freunden Robert Jell und Georg Ascher machte er sich an die Organisation. Und das Turnier wurde ein voller Erfolg. Mittlerweile wurde es 23 Mal ausgetragen.

Aber nicht nur die sportliche Seite war für den Hias wichtig. Wenn die Arbeit am Sonntagabend getan war, legte er besonderen Wert auf das gemeinsame Ausklingen mit allen Trainern und Helfern im Hallenstüberl. Dafür nahm er sich jedes Mal den darauffolgenden Montag in der Arbeit frei, dauerten doch diese „Nachbetrachtungen“ mit Leberkäs und Bier oft bis in die frühen Morgenstunden. Er war stolz auf seine Trainer und sprach oft von seinem „Dream Team“.

Arbeit in der Jugend und Schiedsrichterobmann

Auch sportlich war diese Zeit erfolgreich. Viele Spieler der heutigen Herrenteams spielten damals unter seiner Leitung in den Jugendmannschaften. Eine Tatsache, die ihn immer sehr mit Stolz erfüllte. Da der FC Schwaig damals kaum Schiedsrichter hatte, nahm er sich dieser Aufgabe an, wurde Schiedsrichterobmann und pfiff, wann immer er gebraucht wurde, selbst die Spiele.

Im Jahre 2009 verließ der Hias dann den FC Schwaig, um beim FC Langengeisling, wo Sohn Thomas inzwischen im Tor stand, im Herrenbereich zu arbeiten. Zehn Jahre lang kümmerte er sich um die Belange der Ersten und Zweiten Mannschaft, war zuerst Technischer Leiter und danach der Stellvertreter von Gerhard Röslmair, der sich gern an die Zusammenarbeit erinnert. Besonders intensiv sei diese in der Saison 2012/13 gewesen, als der FCL in der Winterpause in der Kreisklasse hoffnungslos abgeschlagen war und Ziegenhals als Trainer Röslmair verpflichtete, der sich erinnert: „Wir sind täglich zusammengesessen und haben getüftelt, wie wir da noch rauskommen. Und das haben wir ja auch geschafft.“

Das sei auch der Anfang des Geislinger Aufschwungs gewesen. Ziegenhals. der auch mit dem langjährigen FCL-Chef Franz Ludwig bestens zusammenarbeitete, zog sich ins zweite Glied zurück, kümmerte sich aber weiter um alle Formalitäten und war laut Röslmair ein „Meister des Plädoyers“, wenn es um Stellungnahmen fürs Sportgericht ging. „Da hat er so manchem Spieler eine Woche Sperre erspart.“ Die Spieler nannten ihn respektvoll „Der General“ wegen seiner deutlichen Ansagen bei den Besprechungen. Unvergessen bleibt Röslmair auch jener Moment, als die beiden in der Eingangstür vom Sport Gerlspeck standen und sich fragten: „Haben wir nicht was vergessen?“ Ziegenhals’ Enkelsohn saß noch im Auto. „Es war höchstens eine Minute“, erzählt Röslmair, „dennoch war ich mir mit Hias einig: ,Das bleibt jetzt aber unter uns‘“. Keine Viertelstunde später habe er es dann aber seiner Tochter erzählt. „Der Hias konnte einfach seine Bapp’n nicht halten“, meint Röslmair schmunzelnd.

„Vermutlich wäre der Sepp auch sonst Vorsitzender geworden“

Was ihn noch beeindruckte: „Hias hat sofort das Potenzial von Sepp Kaiser erkannt und sich darum bemüht, dass der einen Posten im FCL-Vorstand bekommt. Vermutlich wäre der Sepp auch sonst Vorsitzender geworden, aber der Hias war ein Wegbereiter, der sich dann auch selbst zurückgenommen hat.“

2021 kehrte Matthias Ziegenhals zu seinem FC Schwaig zurück. Zunächst als Zuschauer bei Heimspielen, nach kurzer Zeit aber auch als Funktionär. Er übernahm die Organisation des Mannschaftsbusses und kümmerte sich bei Heimspielen um die Schiri-Betreuung. Zwei Wochen vor seinem Schlaganfall kommentierte Hias Ziegenhals das mit folgenden Worten: „Ich bin glücklich, wieder daheim zu sein.“ Der FC Schwaig war es auch. Seine Hilfsbereitschaft, seine Wärme und sein Humor werden allen sehr fehlen.

Alle Freunde von Matthias Ziegenhals sind zu einer Gedenkfeier am Sonntag, 5. Dezember, um 13 Uhr auf dem Sportgelände des FC Schwaig eingeladen. Es gelten die aktuellen Hygieneregeln.  

VON RAINER HELLINGER UND DIETER PRIGLMEIR

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