Die wichtigsten Personalprobleme haben die Türken geklärt: Ibrahim Serbest wird Sportlicher Leiter, Benji Tas und Yasin Cay übernehmen als Trainer die Erste.
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Streiten darüber, wer in den roten Trikots auflaufen darf: Zweite-Coach Emre Kavalci (M.) und die neuen Trainer Benji Tas (r.) und Yasin Cay. 

Benji Tas übernimmt zum zweiten Mal

Trainerwechsel bei Türkgücü: Sohn schickt Papa in den Ruhestand

Die wichtigsten Personalprobleme haben die Türken geklärt: Ibrahim Serbest wird Sportlicher Leiter, Benji Tas und Yasin Cay übernehmen als Trainer die Erste.

Erding– Krisenstimmung schaut anders aus. Der FC Türkgücü Erding steht zwar mit null Punkten aus 15 Spielen fast schon sicher als Kreisklassenabsteiger fest. Vor kurzem kamen trotzdem fünf Kreisligakicker vom Stadtrivalen FC Erding. Jetzt gibt es auch eine Antwort auf die Trainerfrage: Benji Tas löst den Interimstrainer, seinen Papa Kadir Tas, ab. Sein Co wird Rückkehrer Yasin Cay.

Zudem haben die Türken einen neuen Sportlichen Leiter: Ibrahim Serbest. Der 27-Jährige fungierte bereits in der Vergangenheit als Abteilungsleiter. Für den neuen Posten bot er sich selbst an: „So wie es läuft, läuft es nicht. Und nur durch Kritik verbessert sich nichts. Da muss man schon selbst mitanpacken.“

Benji Tas wird fünfter Türkgücü-Trainer in dieser Saison

Als erste Amtshandlung löste Serbest das Trainerproblem: Nach Sabir Smajic, Yalcin Gürel und den beiden Interimstrainern Emre Kavalci und Kadir Tas soll nun der fünfte Trainer in dieser Saison endgültig für Ruhe sorgen. „Wir hatten sehr gute Gespräche mit dem Vorstand, in denen wir ganz klare Pläne für die Zukunft ausgesprochen haben“, erzählt Tas der Heimatzeitung. Auch die Transfers, die der Verein getätigt hat oder noch tätigen will, seien mit ihm abgesprochen. „Die Rückrunde wird ein neues Kapitel“, ist sich der 28-Jährige sicher, „wir werden so auftreten, als hätte es die Vorrunde gar nicht gegeben.“

Der Klassenerhalt scheint bei elf anstehenden Spielen und 18 Punkten Rückstand auf einen Relegationsplatz zwar unrealistisch, doch das bereitet dem Trainerduo aus Tas und Cay keine Kopfschmerzen: „Wir wollen erstmal eine positive Stimmung in den Verein bringen“, sagt Cay, „wir können nicht mehr viel kaputtmachen. Wir wollen jetzt ganz ohne Druck in die Rückrunde gehen und langfristig etwas entwickeln. Die letzten elf Spiele sind sozusagen die Vorbereitung für die nächste Saison.“

„Wenn es deinem Heimatverein so schlecht geht, kannst du nachts nicht schlafen“

Cay und Tas kennen sich seit Sandkastentagen, spielten schon seit der F-Jugend fast immer zusammen. Im Sommer wechselte Stürmer Cay zum Stadtrivalen FC Erding in die Kreisliga: „Ich war lang genug bei Türkgücü und wollte es nochmal eine Klasse höher probieren. Aber wenn es deinem Heimatverein so schlecht geht und du für einen anderen Verein spielst, kannst du nachts nicht schlafen.“ Dass die Schlaflosigkeit eher mit dem neugeborenen Sohn, statt mit Türkgücü in Zusammenhang steht, streitet der 28-Jährige schmunzelnd ab.

Benji schickt Papa Kadir in den Ruhestand

Der frische Trainer Tas merkt an: „Ich finde das stark von Yasin. Vor einigen Jahren ging er zum damaligen Trainer und forderte die Kapitänsbinde. Jetzt kam er wieder von selbst zu mir und bot sich als Co-Trainer an. Mir gefällt das, wie er immer wieder selbstständig Verantwortung übernimmt.“

Tas, der schon seit langem im Mittelfeld oder in der Abwehr der Taktgeber der Türken ist, war in der Saison 2016/17 Spielertrainer. „Seitdem bin ich reifer geworden und habe als Spieler auch viel von den nachfolgenden Trainern gelernt. Zuletzt habe ich sogar unter meinem Papa gespielt“, schmunzelt der 28-jährige Stratege, „aber jetzt wird’s Zeit, ihn in Rente zu schicken.“

Mayls Majurani

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