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Paintball statt Fußball: Der FC Lengdorf trainierte in seinem Trainingscamp in der Türkei seine Treffsicherheit in jeder Beziehung.  

Fußball

Fitness-Tipps: „Kniehebelauf zum Zigaretten-Automaten“

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Es gibt seriöse und spaßige Hausaufgaben für Erdings Fußballer. Für alle Trainer ist aber auch klar: Sport ist momentan reine Nebensache. Es gibt wichtigere Dinge.

 

Erding– Der Trainingsbetrieb auf allen Sportplätzen ist eingestellt. Am Montagnachmittag hat nun auch der Bayerischer Fußballverband beschlossen, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs frühestens nach dem 19. April erfolgen wird. Wie halten sich inzwischen die Athleten fit? Wir haben bei Fußballtrainern nachgefragt. Haben sie ihren Kickern Hausaufgaben gegeben? Hier einige Antworten:

FC Moosinning: Natürlich sei es nie ein Problem, für Spieler nach der Reha ein individuelles Aufbautraining zusammenzustellen, sagt Helmut Lucksch, der Coach des FC Moosinning. „Aber jetzt sind wir mit einer ganz anderen Situation konfrontiert.“ Es gelte, einen kompletten Kader fit zu halten.Dank seiner Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860 München könne er Sechs-Wochen-Pläne für jeden einzelnen schreiben. Lucksch zweifelt aber daran, dass der Aufwand Sinn macht, denn dafür bräucht er die individuellen Fitnessdaten. „Für eine Leistungsdiganiostok fehlen mir jegliche Parameter. Deshalb werde ich für die gesamte Mannschaft eher das gleiche Programm entwickeln. Und da habe ich schon Blaupausen in der Tasche.“

In den nächsten zwei Wochen gehe es um die Grundfitness, die Kraft- und Stabilitätswerte und die Grundlagenausdauer. „Danach wird’s relativ schwierig, die fußballspezifische Fitness aufrecht zu halten, weil dann Elemente fehlen, also für den Fußball typische und nötige Bewegungsabläufe.“ Lucksch ist zuversichtlich, dass sich sein Team an die Vorgabe hält, „weil alle ehrgeizig und diszipliniert sind“. Außerdem gebe es diverse Apps, dank derer er sich stets einen Überblick verschaffen könne. „Allerdings“, so meint der Trainer des Bezirksligisten, „gibt es derzeit wichtigere Dinge, als eine Mannschaft fit zu halten. Der Sport sollte jetzt in den Hintergrund. Die Gesundheit aller Menschen ist das Einzige, was jetzt zählt.“

Pause nach 14 Trainingseinheiten

FC Lengdorf: Die Herrenmannschaften halten sich bis auf weiteres mit speziellen Apps fit. Als Beispiele nennt er Runtastic und  B42. Hier sind alle Spieler angehalten“, erklärt Spielertrainer Franco Soave. „Hinzu kommt, dass wir im Trainingslager in der Türkei äußerst fleißig waren und wir diesen Fitnessstand halten müssen.“ 14 Trainingseinheiten hat der überlegene Spitzenreiter der Kreisliga (neun Punkte Vorsprung) im Trainingscamp absolviert.

FC Hohenpolding: Die Vereinsführung sei im ständigen Kontakt untereinander und versuche die Vorgaben der Politik umzusetzen, berichtet Spielertrainer Thomas Bachmaier. „Wir sind auch mit anderen Vereinen in Kontakt, um ganz einfach nachzufragen beziehungsweise abzusprechen, was denn das Beste ist. Außerdem kann sich jeden Tag etwas ändern. Da ist der ständige Austausch umso wichtiger.“ Aber da der Katastrophenfall ausgerufen ist, sei der Fußball zur Nebensache geworden. „Die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen hat oberste Priorität. So maße ich mir auch nicht an, irgendwelche Hausaufgaben zu geben. Ich denke, das muss jeder selber wissen, ob er zum Laufen geht oder doch lieber zu Hause bleibt“, sagt der Trainer des Kreisklasse-Aufsteigers.

„Mich freut aber sehr, dass sich einige Spieler über moderne Fitness-Apps informiert haben. Die Anbieter haben auch schon reagiert und bieten nun ehemalig kostenpflichtige Programme kostenfrei an. Das ist natürlich eine tolle Sache. Ich selbst werde es auf jeden Fall ausprobieren“, sagt Bachmaier, der hinzufügt: „Man muss einfach das Beste daraus machen. Und beim FC Hohenpolding heißt das, dass wir Zeit haben, die Verletzungen auszukurieren.“

Zehn schnelle 100 Meter und mehr

TuS Oberding: Den Humor hat Trainer Hans Bruckmeier noch nicht verloren. Klar, ein öffentliches Training sei zwar nicht mehr möglich. Jetzt gelte es halt, die Spieler zu motivieren, selbst etwas zu tun, „und wenn es bloß ein Kniehebelauf zum nächsten Zigaretten-Automaten ist“. Natürlich aber dürfen sich die Oberdinger Kreisklasse-Kicker auf seriöse Trainingsvorschläge Bruckmeiers freuen. „Wenn die Jungs zwei- bis dreimal die Woche etwas tun, dann können sie dem Leistungsabfall vorbeugen“, sagt der 69-Jährige und fügt hinzu: „Wir haben ja schon einiges getan – speziell in der Grundlagenausdauer.“

Bruckmeier will mehrere Alternativen für die nächsten zwei Wochen ausarbeiten, zum Beispiel zur Schnelligkeitsausdauer („Zehn schnelle 100 Meter, Pyramidentraining und mehr“), zur Schnellkraft und zur fußballspezifischen anaeroben Arbeit. Die Athletik, die Kräftigung des gesamten Muskelapparates stehe im Vordergrund. Dem Coach ist freilich auch klar: „Ein Drittel der Mannschaft macht das sowieso freiwillig. Anderen musst du ein Zuckerl dafür geben.“ Tja, und für einige gelte eben das Beispiel mit dem Zigaretten-Automaten.

TSV Wartenberg:Jakob Taffertshofer hat bis Sonntag alle Termine abgesagt. „Wir warten diese Woche, was vom BFV kommt“, sagt der Spielertrainer des Kreisliga-Aufsteigers. „Bis dahin hält sich jeder eigenständig fit.“ Vorgaben habe er für diese Woche nicht gemacht. „Dann schauen wir weiter.“

FC Hörgersdorf:Martin Grasser hat seinen Spielern gesagt, dass sie mindestens zweimal die Woche rund acht Kilometer laufen und danach noch 15 Minuten Kraftübungen machen sollen, „damit wir nicht wieder bei Null starten“. Er appelliere da an die Eigenverantwortung. „Das Problem dabei ist, dass du Spieler hast, die immer fit sind und sich daran halten, aber auch andere, die sich grundsätzlich im normalen Trainingsbetrieb schon schwer tun.“ Genau die, die es dringend bräuchten, würden einen Grund suchen, es nicht zu tun. „Da sehe ich uns etwas im Nachteil, da wir viele haben, die einen Arschtritt brauchen“, sagt der Trainer des Kreisklassisten lachend, fügt dann aber hinzu; „Das Allerwichtigste ist mir aber, dass alle gesund bleiben.“

Dreimal Joggen pro Woche

SV Wörth: Ewald Rupprecht, Coach des Kreisligisten, hat seinen Spielern für die trainingsfreie Zeit Hausaufgaben mitgegeben. Seine Vorgabe: „Die Spieler sollen diese Woche zwei- bis dreimal 30 Minuten joggen.“

SC Kirchasch: „Esist wirklich eine sehr komische Situation. Man wird mitten in der Vorbereitung aus dem Fußball gerissen, aber man muss das Beste draus machen“, sagt Spielertrainer Markus Weber. Er habe seinen Spielern zwar keine direkten Hausaufgaben gegeben, „aber jedem habe ich mitgeteilt, dass er sich auf irgendeine Weise fit halten soll, weil es bitter wäre, wenn es weiter geht und wir wieder bei null starten“. Schließlich stehe der Kreisliga-Aufsteiger vor einer Monsteraufgabe.

BSG Taufkirchen: Sebastian Held wies seine Spieler an, sich selbstständig bis zum Start des Spielbetriebs fit zu halten. Einzige Vorgabe seinen drei 30-Minuten-Läufe pro Woche.

FC Langengeisling:  Es gibt definitiv keine Hausaufgaben“, sagt Mario Sinicki, Trainer des Kreisliga-Zweiten, der gerade vom Trainingscamp aus Spanien zurückgekommen ist. „Jeder geht mit der Krise auf seine Art um, da halte ich Vorgaben im Freizeitsport für keine sinnvolle Lösung.“ Offenbar kann er sich aber auf den Ehrgeiz seiner Truppe verlassen. „Was ich bisher gehört habe, will sich jeder von meinen Jungs möglichst fit halten. Sie haben da im Bereich Stabilisation, Kräftigung und Koordination aus den letzten Jahren genügend Material, und auch im Ausdauerbereich gibt es vom Waldlauf bis zu anaeroben Läufen einige Möglichkeiten.“ Er selbst halte Kontakt mit der Abteilungsleitung, um sich über das weitere Vorgehen abzustimmen. Stefan Karamatic, der Trainer des Frauenteams,  empfiehlt die App B42 (Fußballtraining). Mit einem bestimmten Code Staystrong kann sich ab sofort jede Spielerin für einen Monat den Premiumbereich bei der App freischalten lassen. Der Appell an die Mannschaft: „Nutzt die Gelegenheit! Es gibt mit Sicherheit andere Probleme auf der Welt aktuell, aber fit zu bleiben, schadet auf keinen Fall.“

Dorfen erstellt individuelle Pläne

SV Walpertskirchen: Jeder Spieler bekam vom Trainerteam einen Plan. Dreimal die Woche sind Ausdauerläufe angesagt. „Die Einheiten sollen zwischen 45 und 60 Minuten dauern“, erklärt Trainer Sepp Heilmeier. Manche würden das auch in kleinen Gruppen erledigen. Der Trainer ist zuversichtlich, dass seine Spieler das Pensum durchziehen: „Die Mannschaft hat Blut geleckt.“ Schließlich steht der WSV auf Platz zwei in der Kreisklasse, und auch der Konkurrenzkampf ist gegeben. „Wir haben einen großen Kader mit 18 Feldspielern, die ich alle bedenkenlos einsetzen kann. Und außerdem würde ich den Trainingsrückstand ja bemerken, wenn wir dann – hoffentlich bald – wieder gemeinsam auf dem Platz stehen. Aber das kann noch dauern, fürchte ich.“

TSV Dorfen: Der Bezirksligist will mit individuellen Trainingsplänen arbeiten. „Allerdings warten wir erst mal die Entscheidungen aus der DFL- und UEFA-Sitzung ab, bevor wir diese an die Spieler kommunizieren“, sagt Fußballvize Bernhard Schöberl. „Die Lage ändert sich ja zurzeit von Tag zu Tag, und so werden wir da auch reagieren.“

FC Finsing: „Für uns ist es natürlich ärgerlich weil wir in der Vorbereitung richtig gut gearbeitet haben und uns das Trainingslager letzte Woche auch sehr viel gebracht hat. Aber es gibt einfach wichtigere Dinge als den Sport“, sagt Spielertrainer Bernd Häfele. Seine Spieler haben Hausaufgaben bekommen. Grundsätzlich erhofft sich der Trainer des abstiegsgefährdeten Bezirksligisten vom Verband noch mehr Informationen, wie es weitergehen soll.

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