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Zurück nach vier Jahren Pause in Lansing: Die schwangere „Valentina“ (l.) an Weihnachten 2019. fotos: br-fernsehen (2)

Fußball

Forsterns Lilly Reulein: Leidenschaft für Lansing und den Fußball

  • vonOlaf Heid
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Die Schauspielerin Lilly Reulein („Dahoam is Dahoam“) kickt beim Regionalligisten FC Forstern

Landkreis – Als Lilly Reulein ans Telefon geht, sagt sie: „Moment, ich bin kurz vor Buxtehude.“ Sie ist weit weg von Lansing, dem fiktiven Drehort der Vorabend-Kultserie des Bayerischen Fernsehens (BR), „Dahoam is Dahoam“. Sie befindet sich auf privater Deutschlandreise. Bekannt wurde die Fachabiturientin bayernweit durch ihre Schauspiel-Rolle der Valentina Götz. Zudem spielt die 18-Jährige leidenschaftlich gerne Fußball, gehört normal zum Kader des Frauen-Regionallisten FC Forstern, schnürte aber auch schon für die SG Hohenlinden/Forstern sowie die U15-Jugend der SpVgg Markt Schwabener Au die Schuhe.

Zeit für Reisen hat sie nun reichlich, denn sowohl der Fußball, als auch die Schauspiel-Karriere ruhen. Ihre Rolle des schwangeren Teenagers ist im Augenblick nicht mehr vorgesehen. „Das ist ja auch kompliziert. Die Produzenten müssten mich, weil ich ja eine Schwangere gespielt habe, nun mit einem Kind drehen, und das ist schon sehr aufwendig“, erläutert Reulein. Eine Rückkehr zu der beliebten Kultserie hält sie aber keineswegs für ausgeschlossen. „Im Augenblick pausiere ich ja nur, da kann durchaus noch was kommen.“

Bereits im Alter von fünf Jahren kam Lilly Reulein zu der Rolle und spielte mit, bis sie zwölf war. In wie vielen Folgen insgesamt weiß sie gar nicht genau, „es waren viele“. Seit ihrer Rückkehr an Weihnachten 2019 seien es um die 30 gewesen, meint die junge Schauspielerin.

Die Dreharbeiten liefen immer neben dem Fußball und vor allem der Schule. Reulein, die schon länger in Neufahrn bei Freising wohnt, baute in der Domstadt an der FOS ihr Abitur. „Das war schon eine Belastung und mein Zeitplan extrem eng getaktet“, doch es habe immer viel Spaß gemacht, betont sie. Es war keineswegs einfach: „Wir haben drei bis vier Mal wöchentlich gedreht“, vormittags ging es zur Schule, nachmittags ans Set. Dazwischen wurde fleißig Text gelernt. „Es war ja auch eine anspruchsvolle Rolle. Mit einer Schwangerschaft musste ich mich erst einmal auseinandersetzen“, bekennt Reulein, die die Schauspielerei begeistert. Fußball stand dadurch oft hinten an.

Reulein kommt eigentlich aus Aschheim, hat beim dortigen FC zehn Jahre in der Jugend gekickt. „Das ist mein Herzensverein“, betont die Mittelfeldspielerin. „Da habe ich mich immer wohl gefühlt.“ Das gilt aber gleichermaßen auch für fast alle weiteren Stationen. Reulein liebt und lebt den Teamgeist. Von Aschheim ging es in der Altersklasse U15 zur SpVgg Markt Schwabener Au, wo das laufstarke Mädchen auch schon in der U17 aushalf.

Vor allem das zweite Jahr als C-Juniorin hat sie in Erinnerung behalten. In der Saison 2016/17 gelang ihr mit der SpVgg eine Art Triple: Meistertitel, Gesamtsieg bei einem internationalen Turnier in Spanien („Copa Catalunya“) und die Titelverteidigung beim Ebersberger Landkreispokal. „Das war eine überragende Saison. Wir haben die Bezirksoberliga mit 100:1 Toren gewonnen.“ Sie selber spielte auf der 10er-Position und legte vor allem Teamkollegin Anna Formanski auf, mit der sie anschließend zur U17 des FC Bayern München („es war ein Traum von mir“), dem sie ebenfalls zwei Jahre treu blieb.

Doch aufgrund einer Verletzung im ersten Jahr verpasste Reulein den Anschluss, spielte nur sporadisch, wurde auch auf keiner Position spezialisiert. Dazu fehlte ihr der Mannschaftsgeist. „Und Profi wollte ich ja nicht werden.“

Es folgte der nächste Wechsel. Erst wollte sie zurück nach Aschheim, doch nach einem Probetraining bei Regionalligist FC Forstern ging es in den Landkreis Erding. „Das sind super Mädels, die hervorragend Fußball spielen“, sagt Reulein und fühlt sich wohl. „Dritte Liga mit einem Dorfverein zu spielen, ist eine überragende Mischung.“ Sie gehört zum Kader der Ersten, könne aber aufgrund des Trainingsrückstands mit dem Niveau nicht mithalten. Sie spielt derzeit darum überwiegend in der Zweiten in der Bezirksoberliga („hier kriege ich Praxis“), aber auch in der Dritten (SG mit Hohenlinden).

Durch Corona vermisse sie Ihre Mädels, die Regelmäßigkeit des Trainings und das Gefühl auf dem Platz zu stehen. „Joggen ist nicht so der Spaß für mich“, erklärt Reulein, „viel lieber hätte ich wieder den Ball am Fuß“. Vielleicht fehlen ihr auch die Frotzeleien innerhalb des Teams, der sie „auf liebe Art und Weise“ ausgesetzt ist. „Ich werde mit meinem Seriennamen Valentina gerufen oder auf meine Schwangerschaft angesprochen. Ob ich denn nach der Entbindung überhaupt schon wieder spielen könnte.“

Doch die 18-Jährige bekommt in Forstern auch andere Liebesbekundungen: Fanpost. „Ich habe schon einige Briefe erhalten, die einfach ans Vereinsheim geschickt wurden. Das ist schon lustig“, so die Schauspielerin, die aber gewissenhaft alle Schreiben beantwortet hat. „Vielfach wurde nach aktuellen Autogrammkarten gefragt. Aber ich habe gar keine, da bin ich los und habe mir selber Fotos im Drogeriemarkt ausgedruckt und unterschrieben.“

Doch seit dem die Schule abgeschlossen ist, ruht auch die Schauspiel-Karriere der angehenden Staatsdienerin. Lilly Reulein will im Herbst 2021 mit einer die Polizei-Ausbildung beginnen. Zudem befindet sich der Fußball bekanntermaßen im Lockdown und in der Winterpause. Sie nutzt die Zeit, um sich ein Auto zu kaufen und Deutschland zu erkunden. „Ich schaue, auf was ich Lust habe und entscheide ziemlich spontan“, sagt sie lachend. Einzige Bedingung: „Ich muss an Weihnachten wieder daheim sein, sonst gibt’s Ärger.“ Egal ob sie aus Buxtehude, Forstern oder Lansing zurückkehrt.

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