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Das Trikot der ersten Berglerner Mannschaft aus dem Gründerjahr 1960 hat Franz Knittler nach langer Detektivarbeit aufgetrieben.

Fußball

Franz Knittler: Der Kaiser von Berglern

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Platzwart, Projektmanager, Freistoßgott: Franz Knittler wird heute 70.

Berglern – Es soll ja mal eine Zeit gegeben haben, in der der Berglerner Fußballplatz sagen wir mal ein paar kahle Stellen hatte. „30 Jahre später gibt es keinen Grashalm auf dem ganzen Platz, der nicht in die gleiche Richtung wächst“, erzählt Jugendleiter Daniel Helmecke und nennt den Grund: „Seitdem kümmert sich Franz Knittler um den Rasen.“

Und um alles andere, das beim SV Eintracht Berglern wachsen und gedeihen soll. Denn Knittler ist nicht nur Berglerns gewissenhaftester Greenkeeper (Helmecke: „In der Gerätegarage stehen mehr Samen, Dünger und Bodenproben als bei der Baywa“), sondern Vorsitzender des SVE – und seit dem heutigen Freitag 70 Jahre alt.

304 Fußballspiele hat er selbst bestritten. Er war Allrounder. Angeblich, so erzählt er gern grinsend, habe keiner in Berglern jemals bessere Freistöße geschossen. Wenn Not war, stellte er sich auch ins Tor. Doch er nahm auch vieles anderes in die Hand. Als etwa Berglerns Fußballer 1984 in die C-Klasse (die heutige A-Klasse, die Red.) abstieg, wurde er Trainer, blieb es bis 1993 und sprang später immer wieder ein, wenn Not am Mann war – also 1996/1997, 2003/2004 und 2006/2007. Dazwischen coachte er auch noch drei Jahre die Zweite.

Und was macht der Berglerner Fußball-Narrische, wenn er mal nicht coacht? Er übernimmt gleich die Abteilungsleitung. Das war von 2004 bis 2006. Kurzzeitig kühlte die Liebe zwischen Verein und Knittler etwas ab, doch seit 2015 ist er nun wieder Vorsitzender und schiebt die nächsten Projekte an.

Wie er es immer schon getan hat. In den 1990ern hat er sich um die Außenanlagen gekümmert, Werbebanden installiert, am Bau des dritten Tennisplatzes und der Stockbahn mitgewirkt. Später waren es die Sanierung des Trainingsplatzes, Solaranlage, Carport, neues Flutlicht, Kabinen- und Parkplatzsanierung – überall mischte er mit.

Und nun eben das ganz große Projekt für den Mann, der in Berglern schon längst den Spitznamen „Kaiser“ hat: das neue Vereinsheim. Es wird ein Millionenprojekt, das den Mitgliedern durchaus Sorgen bereiten könnte. Doch beim SVE weiß man: Wenn es richtig viel zu tun gibt, dann läuft der Kaiser zu besonders großer Form auf.  pir

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