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Das Bild zeigt eine Szene vom Derby im Mai 2015, das der FSV 1:0 gewann. Bernhard Pfanzelt (2. v. r.) fehlt heute.

Holzlandderby in der A-Klasse 7

Steinkirchen empfängt Lokal-Rivalen Inning

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Als wäre eine zweitägige Geburtstagssause nicht schon schön genug, geht’s auch noch gegen den Lokalrivalen. „Bassd agratt“, findet Daniel Scherzl. Vor allem für ihn könnte die Konstellation nicht besser sein, hat er doch in beiden Vereinen gespielt.

Der FSV Steinkirchen empfängt am Samstag um 17 Uhr den FC Inning zum Holzlandderby in der A-Klasse 7 – der sportliche Höhepunkt im Rahmen des zweitägigen Sportplatzfestes zum 60. Geburtstag der Lila-Weißen (wir berichteten).

Klar würde Scherzl da gerne selbst auflaufen und hätte das wohl auch getan, wenn den 33-jährigen längst nicht schon eine Sprunggelenkverletzung zum Aufhören gezwungen hätte. Für die AH langt es noch, ansonsten ist Scherzl nur noch als Trainer im Einsatz. Er coacht die FSV-Zweite, die um 13 Uhr in der A 8 das Vorspiel gegen den FC Forstern 2 bestreitet .

„Schreib’ nei, dass ich getroffen hab“

Wer so viele Duelle zwischen den Inningern und Steinkirchenern – mal auf der einen, mal auf der anderen Seite – wie Scherzl bestritten hat, der muss doch eigentlich sein persönliches Derbyhighlight schnell parat haben, oder? Nicht so Scherzl. Es waren wohl einfach zu viele. Nach zwei Tagen Bedenkzeit fällt dem Familienvater, der in Taufkirchen wohnt und bei BMW arbeitet, dann doch noch vage eins ein. „Das war ein 2:1-Derbysieg gegen Inning, vielleicht so vor acht Jahren. Es war jedenfalls zur Holzlandvolksfestzeit. Schreib’ nei, dass ich getroffen hab“, sagt Scherzl lachend zu unserem Autor, sicher ist er sich aber nicht so wirklich.

Bis zum ersten Jahr B-Jugend kickte Scherzl beim FCI, dann lockte ihn Ivan Parapanis zur BSG Taufkirchen, und nach einem Gastspiel beim TSV Dorfen wechselte er schließlich vor grob geschätzt zwölf Jahren zum FSV. Einen direkten Wechsel vom FCI zum FSV hätte er sich wohl nicht getraut. „Eher nicht“, meint Scherzl, der aber auch weiß, dass von einer zähnefletschenden Rivalität zwischen den Holzlandklubs längst keine Rede sein kann. Man versteht sich, kennt sich untereinander, und arbeitet von der E- bis zur B-Jugend in Spielgemeinschaften zusammen.

In einer solchen kickte Scherzl einst auch, und zwar in der B-Jugend. Aus dieser Zeit sind ihm zum Beispiel noch Thomas Heller, Michael Zeidler und Martin Härtl gerne in Erinnerung, die Scherzl zufolge heute theoretisch im Inninger Kader hätten stehen können. FCI-Abteilungsleiter Mathias Hermannsdorfer muss dem aber einen Riegel vorschieben. Heller habe beim 1:5 gegen Berglern zwar ausgeholfen, sei nun aber nicht im Team. Genauso wenig wie Zeidler und Härtl. Bei Letzterem bestehe Verdacht auf Kreuzbandriss. Auch Kapitän Dominik Tristl ist nach wie vor verletzt. Dafür seien Coach Armin Feckl, David Hauser und Antonio Cosic zurück im Kader.

Wie bereits gesagt: keine Spur von tief verwurzelter Rivalität oder dergleichen. Im Gegenteil: „Wir freuen uns, dass der FSV wieder in der A-Klasse ist“, sagt Hermannsdorfer. Rein sportlich will er Steinkirchen die Geburtstagsparty aber freilich versauen. Und zwar mit doppeltem Hintergedanken. Denn nach der Partie bleiben die Inninger zum Feiern gleich da –egal, wie’s ausgeht. Die Jubiläumsfeier „60 Jahre FSV und zehn Jahre Danceperados“ beginnt um 19 Uhr. Es folgt die „Nacht in Tracht“ mit der Band „The Soundscape“.

Das letzte Derby war schmerzhaft für den FCI

Ans letzte Punktspielderby vor dem FSV-Abstieg hat Hermannsdorfer keine guten Erinnerungen. Das ging für den FCI verloren, und nach zehn Minuten waren schon zwei verletzte Inninger mit dem Krankenwagen abtransportiert worden.

Und wer ist heute der Favorit? Etwa der FSV, der zum Auftakt mit dem neuen Spielercoach Kosta Papantoniou die BSG-Reserve 4:1 geschlagen hat? Man dürfe sich nicht blenden lassen, findet Scherzl. Sein Spezl und Spieler in der Zweiten, FSV-Abteilungschef Uli Wieser, lobt jedenfalls, dass das Team super in Schuss sei. Außerdem fehle mit Bernhard Pfanzelt, der im Urlaub ist, nur ein Akteur.

„Es wird bestimmt ein heißer Tanz – wie immer für uns in Steinkirchen“, prognostiziert FCI-Coach Feckl.

Tipp: 3:1 für Steinkirchen*

*(Liebe Inninger, nicht beleidigt sein: Unser Autor ist FSV-Mitglied und dadurch in seiner Tipp-Abgabe schwer beeinflusst)

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