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Schmerzhafte Landung: Immer wieder wird Sebastian Schimschal (l.) seine Schnelligkeit zum Verhängnis. Wenn er zu Fall kommt, dann rummsen einige PS zu Boden.

Die lange Leidenszeit des Sebastian Schimschal

Geislings Torjäger Sebi Schimschal: „Ich bin 26, ich habe doch noch neun Jahre“

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Der FCL-Torjäger Sebastian Schimschal war 2019 dreimal auf dem Platz, aber er gibt nicht auf und freut sich aufs Derby gegen den FC Eitting.

LangengeislingSebastian Schimschal ist ein Vollgas-Spieler. So hat es mal sein Langengeislinger Teamkollege Maxi Maier beschrieben. In der Kreisliga weiß jeder Verteidiger: Wenn Schimschal mal Tempo aufnimmt, dann ist er nicht mehr aufzuhalten. Das Problem allerdings: Im Jahr 2019 schien sein Chassis nicht mehr für seinen Highspeed ausgerichtet. Der 26-Jährige, der als Konstrukteur bei einem BMW-Zulieferer arbeitet, musste eine Verletzung nach der nächsten verkraften. Im kompletten Jahr kam er nur auf ein Vorbereitungsspiel. Seit zwei Wochen steht er wieder im Kader, und natürlich brennt er auf einen Einsatz im Derby des FC Langengeisling gegen den FC Eitting (Sa., 14.30 Uhr). Wir sprachen mit ihm.

Herr Schimschal, für Sie persönlich war das ja fußballerisch ein Seuchenjahr. Was war der bitterste Moment?

Jede einzelne Verletzung war bitter. Aus jeder folgt die Erkenntnis, dass ich jetzt die Mannschaft nicht unterstützen kann. Von draußen ist es natürlich nicht so schön wie auf dem Platz. Umso schöner waren wiederum die vergangenen drei Wochen, in denen ich endlich wieder schmerzfrei trainieren konnte.

Gehen wir doch mal Ihre Verletzungen durch: Was war heuer alles kaputt?

Zuerst hatte ich lange Probleme mit meiner Schulter. Als das im Sommer wieder in Ordnung war und ich für ein paar Wochen auf dem Rasen stand, meldete sich das Sprunggelenk.

Und trotzdem kämpfen Sie sich immer wieder zurück. Woher holen Sie dafür die Motivation?

Die Motivation muss ich mir nicht holen. Entweder man spielt Fußball für sein Leben gern, oder man sucht sich etwas anderes. Wenn mir dieser Sport nicht so viel Spaß machen würde, hätte ich schon längst aufgehört.

Haben Ihnen andere geraten, die Schuhe an den Nagel zu hängen? Zum Beispiel der Arbeitgeber?

Nein, der ist sehr tolerant. Da habe ich wirklich Glück. Ich bin aber auch nie lange ausgefallen. Ich arbeite im Büro.

Und das private Umfeld?

Meine Eltern und meine Freundin haben mir schon mal geraten, über ein Ende nachzudenken. Aber die wussten auch, dass das für mich nicht in Frage kommt. Bis 35 kann man schon spielen. Ich bin jetzt 26. Ich habe doch noch neun Jahre.

Wie sehr hat Ihnen das Team heuer geholfen?

Naja, sie haben mich nicht massiert und behandelt. Da muss man schon selber durch (lacht).Aber natürlich habe ich ständig Zuspruch bekommen. Meine Kollegen haben mich aufgebaut, und mein Trainer(Mario Sinicki, die Red.) hat mir immer wieder gesagt: „Deine Zeit kommt noch.“

Vom psychischen zum physischen: Welche Übungen haben geholfen?

Erst mal war wichtig, dass ich diesmal langsamer angefangen habe. Ich habe mich erst mal um den Muskelaufbau gekümmert und bin nicht gleich ins Training eingestiegen. Das habe ich aber immer auf dem Platz gemacht, während gleichzeitig die Jungs trainiert haben.

Ist das nicht hart, wenn daneben aufs Tor geballert wird?

Besser so, als wenn gar niemand sieht. Mir ist das lieber, als wenn ich mich allein im Fitnessstudio quälen muss.

Hatten Sie einen Fitnesstrainer?

Nein, mein Physio hat mir einiges gezeigt. Viele Übungen habe ich mir selbst übers Internet angeeignet.

Ganz ehrlich, von welchen Übungen haben Sie die Schnauze voll?

Von allen, die nichts mit dem Ball zu tun haben. Wenn sie nicht so wichtig wären....

Sind Sie bei 100 Prozent?

Nein, nach drei Wochen im regulären Training geht das nicht. Aber ich komm so langsam wieder zurück. Schade, dass jetzt die Winterpause kommt. Für mich fängt es eigentlich gerade erst an, schön zu werden. Aber für die Rückrunde ist das natürlich mein Plan, mit 100 Prozent zurückzukommen.

Kommen wir zu Ihrer Mannschaft: Was trauen Sie dem FC Langengeisling noch zu?

Mit diesem qualitativen und breiten Kader können wir viel erreichen, wenn wir einigermaßen verletzungsfrei bleiben. Wir sind gut drauf, und falls wirklich mal einer ausfällt, kannst du ihn adäquat ersetzen. Schlussendlich wäre es schön, wenn wir unser Ziel erreichen und zum 100-jährigen Vereinsbestehen in die Bezirksliga aufsteigen würden.

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