Schon seit 36 Jahren kümmert sich Günter Sattler um den Nachwuchs des TSV Dorfen.
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Schon seit 36 Jahren kümmert sich Günter Sattler um den Nachwuchs des TSV Dorfen.

Günter Sattler beantwortet sechs Fragen zum Thema „Gerechtigkeit im Fußball“

Günter Sattler: „Der Respekt darf nie verloren gehen“

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Günter Sattler kümmert sich schon seit 36 Jahren um den Nachwuchs des TSV Dorfen. Im Interview beantwortet der Jugendleiter sechs Fragen zum Thema „Gerechtigkeit“.

Gibt es Gerechtigkeit im Fußball ? Wer hätte da bessere Antworten als ein Jugendleiter wie Günter Sattler (64), der sich seit 36 Jahren um den Nachwuchs des TSV Dorfen kümmert und schon jede Altersklasse trainiert hat?

Herr Sattler, was war die größte Ungerechtigkeit, die Sie auf dem Platz erleben mussten

Wir haben zum Beispiel mal mit der D-Jugend durch ein klares Abseitstor 0:1 verloren. Der Schiedsrichter hatte beim Abschlag des gegnerischen Torwarts völlig übersehen, dass ein Stürmer noch ganz vorn stand.

Wie haben Sie reagiert?

Die Jungs waren erstmal durch den Wind. In der Halbzeit habe ich ihnen gesagt, dass auch Schiedsrichter Fehler machen und sie sich auf ihr Spiel konzentrieren sollen. Den Ausgleich haben wir nicht geschafft. Viel ärgerlicher war es aber in einem anderen Spiel, als ein ausländischer Schiedsrichter uns komplett verpfiffen hat und während und nach dem Spiel mit den Landsleuten aus der gegnerischen Mannschaft gescherzt hat.

Wie haben Sie das Ihren Spieler erklärt?

Da bin ich an Grenzen gestoßen. Ich habe nie Probleme mit ausländischen Schiedsrichtern. Aber das war schwierig, zumal wir ja auch nicht verstanden, was da gesprochen wurde. Ein kleiner Trost war, dass der gegnerische Trainer auf meiner Seite war. Nochmal: Jeder muss akzeptieren, dass Menschen Fehler machen, aber der Respekt darf nie verloren gehen.

Was machen Sie mit Zuschauern, die sich daneben benehmen?

Ich habe mal selbst ein F-Jugend-Spiel gepfiffen und dann unterbrochen. Ich habe einige zu laute Mütter zum Kaffee trinken geschickt. Erst dann habe ich weiterspielen lassen, und es lief wunderbar fair ab.

Hand aufs Herz, Sie haben auch schon von einer Fehlentscheidung profitiert, oder?

Genauso so oft, wie ich benachteiligt worden bin. Wenn es besonders krass ist, gehe ich auch zum Gegner und zeige Verständnis für seinen Ärger.

Zum Schluss noch was Positives: Was war die fairste Geste, die Sie auf dem Platz erlebt haben?

Da gab es auch mehrere. Wir kassierten gegen Taufkirchen mal einen unberechtigten Neunmeter. Der BSG-Spieler hat dann den Ball einfach unserem Torwart in die Arme gespielt. Umgekehrt hat auch schon einer unserer Spieler dem Schiedsrichter gesagt, dass es kein Foul war – beides übrigens E-Jugend-Spiele

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