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Der ewige Trainer: Norbert Mansbarth (Bild oben) führte die DJK Ottenhofen durch dick und dünn. Er übergibt das Team auf Platz eins der A-Klasse 8 an Hans Bruckmeier.

Fußball

Spitzenreiter Ottenhofen wechselt den Trainer

  • Dieter Priglmeir
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Hans Bruckmeier übernimmt die DJK, und der Ex ist nicht sauer. Er wird dem Verein erhalten bleiben.

  Ottenhofen – Von O zu O – Hans Bruckmeier wechselt vom Kreisklassisten TuS Oberding zur DJK Ottenhofen. Damit sich auch bezüglich der Liga der Kreis wieder schließt, soll er den Tabellenführer der A-Klasse 8 wieder in die Kreisklasse zurückführen.

Diese Ambitionen will DJK-Abteilungsleiter Benjamin Settles gar nicht erst herunterspielen. „Die Ausgangsposition ist nicht so schlecht, dass wir nicht um den Aufstieg mitspielen können. Es wird halt spannend, wie die Mannschaften aus der langen Pause kommen. Wir machen uns auf eine enge Kiste gefasst.“

In der A-Klasse 8 liegt die DJK mit zwei Punkten Vorsprung vor dem TSV St. Wolfgang. Auf Platz drei lauert der TSV Isen, der noch ein Spiel mehr auszutragen hat und bei einem Sieg an Ottenhofen vorbeiziehen könnte. Aber dies alles passiert ja erst frühestens ab September.

„Wir befinden uns eigentlich in einer verlängerten Winterpause“, meint Settles. Die lange Pause habe nun der Verein für die Veränderung auf der Trainerposition genutzt. Norbert Mansbarth übergibt das Zepter an Bruckmeier, soll aber weiterhin in die Arbeit der Fußballabteilung integriert werden. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Er war ja auch schon mein Trainer“, sagt Settles. Der Mannschaft tue es gut, wenn sie einen neuen Einfluss bekomme, sagt der Ottenhofener Fußballchef.

Über sechs Jahre hat Mansbarth – mit einer kurzen Unterbrechung – die DJK trainiert. Die Rückkehr in die Kreisklasse hätte er schon noch ganz gern mit der Mannschaft gefeiert, denn am Abstieg habe er schon eine Zeit lang geknabbert, gesteht der 53-Jährige. „Aber es gehört schon irgendwann eine Veränderung her. Und die zeitliche Situation ist jetzt optimal. Mein Nachfolger kann jetzt eine komplette Vorbereitung durchziehen. Von Vereinsseite ist der Wechsel also absolut verständlich“, sagt Mansbarth.

Fußballerisch werde sich nicht viel ändern, vermutet Settles „Beide Trainer legen Wert auf körperlich Fitness und arbeiten gern mit jungen Leuten.“ Hans Bruckmeier sei die erste Wahl gewesen. „Er ist ein erfahrener Mann und kennt sich super aus im Landkreisfußball. Ich wusste, dass er normalerweise drei Jahre bei einem Verein bleibt.“ In Oberding hängte der 70-Jährige noch eine Saison dran, gab dort aber vor einigen Monaten seinen Abschied bekannt.

„Ich arbeite gern mit gern mit kleineren Vereinen um den Kirchturm rum“, erklärt Hans Bruckmeier, warum er sich für die DJK Ottenhofen entschieden hat. „Ich habe keine Lust, bis nach Landshut oder sonstwo zu fahren.“ Er sei lieber da, wo sich Spieler mit dem Verein identifizieren, „und das Gefühl habe ich in Ottenhofen“. Die DJK habe eine Mannschaft mit jungen und entwicklungsfähigen Leuten, auf die er sich freue. Ob’s mit dem Aufstieg in die Kreisklasse klappt? „Wir wollen natürlich den nächstmöglichen Schritt gehen. Aber eine Garantie gibt’s nicht. Wir haben einen kleinen Kader. Wenn dir da drei Leistungsträger ausfallen, verlierst du schnell an Boden.“ Außerdem werde bei den hartnäckigsten Konkurrenten TSV St. Wolfgang und TSV Isen auch sehr gut gearbeitet“, so Bruckmeier weiter. 

Er wird wohl auf die gleiche Leuten bauen können , die den DJK an die Tabellenspitze geschossen haben. „Im Winter haben alle für nächste Saison zugesagt. Und ich habe auch nichts gehört, dass sich bei jemandem etwas beruflich verändert“, sagt Settles.

Die vom Fußballverband ermöglichten Kleingruppen-Trainings will die DJK nicht sofort umsetzen. „Wir wollen abwarten, wie sich die nächsten Wochen entwickeln und den Betrieb nur langsam wieder hochfahren. Bei den derzeitigen Einschränkungen. ist es relativ schwierig, zweistündige Trainingseinheiten durchzuführen.“ Aber die Spieler seien ohnehin fleißig. „Ich sehe viele beim Laufen. Außerdem führt Lukas Mansbarth jeden Donnerstag online ein halbstündiges Workout durch. Er arbeitet eigentlich in einem Fitnessstudio und macht das super.“

Der Sohn des scheidenden Trainers hat bereits für Vaterstetten und Forstinning in der Bezirksliga gespielt, wird aber weiter dem DJK-Kader angehören. Ein Kader, der laut Norbert Mansbarth „voller guter Jungs ist“, der aber mit 15 Leuten doch knapp besetzt sei. „Da kann es dir schon mal passieren, dass du im Training nur fünf oder sechs Spieler da hast, weil einige es nicht aus München rausschaffen“, sagt Mansbarth.

Tipps brauche er seinem Nachfolger nicht zu geben. „Er ist schon so lange dabei. Brucki hat genügend Erfahrung. Er trifft in Ottenhofen auf einen sehr guten Verein. Die Führungsspitze macht das wirklich super.“

Ach ja, einen Tipp hat er dann doch für Hans Bruckmeier: „Mit bloßer Strenge erreichst du hier nicht viel. Die DJK ist ein Dorfverein, in dem die Kameradschaft und die Geselligkeit sehr wichtig sind. Die Jungs sitzen gern zusammen. Das ist ihnen wichtig, und dann zerreißen sie sich auch auf dem Platz.“ Mansbarth gerät ins Schwärmen. Sein Highlight in den vergangenen sieben Jahren? Mansbarth: „Jedes Spiel, jedes Training.“

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