Der Überflieger: Christian Käser (r.) überspielt hier BSG-Kicker Tobias Schediwy. Mit einem Treffer trug er zum Sieg über Taufkirchen bei.
+
Der Überflieger: Christian Käser (r.) überspielt hier BSG-Kicker Tobias Schediwy. Mit einem Treffer trug er zum Sieg über Taufkirchen bei.

KREISLIGA

Nach Corona-Infektion und A-Klasse trumpft Christian Käser in Walpertskirchen auf

  • Dieter Priglmeir
    VonDieter Priglmeir
    schließen

„Ich wollte schon aufhören“, sagte Christian Käser. Inzwischen ist der beste Torjäger Kreisliga.

Walpertskirchen – Wie gut, dass Christian Käser seinem Impuls nicht gefolgt ist. „Ich wollte schon aufhören“, gesteht der 25-Jährige. Hat er dann doch nicht, sondern weitergemacht. Und zwar zwei Ligen höher. Und wie! Der ehemalige A-Klasse-Kicker ist in der Kreisliga mit derzeit acht Treffern Torschützenkönig und ein Grund, warum der SV Walpertskirchen als Aufsteiger auf Platz zwei liegt.

Aber nicht nur der Blick auf die Tabelle gefällt ihm: „Es ist so geil, was wir für einen guten Fußball spielen“, sagt er. Aber blenden wir nochmal zurück in jene Zeit im März/April, als der Ottenhofener coronapositiv getestet wurde. Diese Zeit mit Infektion und Quarantäne – da komme man eben schon ins Grübeln und Wanken, meint Käser.

Aber da war dieser Sepp Heilmeier, der ihn immer wieder anrief. „Wir kennen uns schon seit unserer gemeinsamen Zeit in einem Sportgeschäft in Markt Schwaben“, erzählt der Walpertskirchener Trainer. „Christian war damals als 14-jähriger Praktikant bei uns. Und wie es bei Fußballern eben so ist: Man versteht sich sofort bestens. Wir haben uns auch danach nie aus den Augen verloren.“

Heilmeier registrierte sehr wohl, dass sein junger Ex-Kollege bei der DJK Ottenhofen Tore am Fließband erzielte, dass er auch beim SV Hohenlinden in der Kreisliga traf, zum Beispiel viermal gegen Srbija. Dann die Rückkehr zum Heimatverein und danach der Wechsel nach Poing. „Ich habe ihn immer wieder kontaktiert und wollte ihn schon vor drei Jahren überreden“, sagt Heilmeier.

Sein Bemühen hatte erst jetzt Erfolg, „als ich eigentlich nicht mehr viel Lust auf Fußball hatte“, erzählt Käser. „Aber er hat mich beinahe täglich angerufen“, meint er lachend. Der SVW-Coach könne sehr überzeugend sein, meint Käser. Heilmeier wiederum sagt: „Ich habe sofort gemerkt: Er will es nochmal wissen.“

Die Vorbereitungsphase war dennoch nicht einfach für Käser. Die Corona-Erkrankung wirkte noch nach. Die Lunge machte ihm zu schaffen. „Ich hatte Schmerzen beim Atmen.“ Inzwischen sei aber alles überstanden. „Herz und Lunge – alles topfit“, sagt der Stürmer. Das hätten ihm auch die Ärzte bestätigt. Und deshalb gibt er Vollgas und kann inzwischen über sein erstes Training in Walpertskirchen lachen. „Ich habe damals keinen einzigen Ball getroffen.“ Was aber nicht schlimm gewesen sei, „denn ich wurde hier megagut aufgenommen. Es kommt mir jetzt schon vor, als würde ich hier seit zehn Jahren spielen.“

Das liege aber auch daran, merkt sein Coach an, „dass Christian sich sofort voll integriert hat und bei jeder Aktion dabei ist“. Und da wäre natürlich noch die Sache mit den Toren, die eine Integration durchaus erleichtern. „Das liegt aber an der Mannschaft, die mir die Bälle so geil auflegt“, sagt Rechtsaußen Käser. „Er hat eine super Ballan- und -mitanahme. Sein Tempo und sein starker Abschluss machen ihn so stark“, weiß Heilmeier.

Inzwischen habe auch die Konkurrenz gemerkt, dass sie auf den einstigen Ottenhofener A-Klassen-Kicker im SVW-Dress besonders aufpassen müssen. Johannes Westermaier, Verteidiger des SC Kirchasch, zum Beispiel habe deutlich defensiver agiert, als man es vom KSC-Kapitän gewohnt ist. Dennoch hat Käser getroffen. Acht Tore nach acht Spielen – das spricht sich in der Kreisliga schnell rum. „Bis jetzt war es aber noch nicht so, dass ich etwa gedoppelt wurde“, meint Käser.

Und wenn – dann sei das auch nicht so dramatisch. „Wir haben als Aufsteiger eh keinen großen Druck.“ Ehrlich? „Platz zehn war vor der Saison unser Ziel. Lasst uns erstmal die Vorrunde spielen, dann sehen wir weiter“, meint Käser. Auch das 0:1 vergangene Woche gegen Attaching habe nicht für das große Klagen gesorgt. „Wir wussten doch, dass so etwas mal passiert. Die Stimmung ist weiterhin megagut.“ Genervt dürfte ihn die Niederlage dennoch haben. „Christian ist sehr ehrgeizig und manchmal zu selbstkritisch. Wenn etwas daneben geht, ist er kaum noch zu trösten“, erzählt Heilmeier. Und wie ein Christian Käser im Spiel nach einer Niederlage spielt, dürfte morgen der SV Kranzberg zu spüren bekommen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare