Sportlich hat die JFG Sempt Erding in den vergangenen 13 Jahren viele Erfolge erzielt. Derzeit spielt die D-Jugend in der höchsten Liga gegen Bayern München (siehe Bild), 1860 München oder Unterhaching. Dennoch wird die JFG aufgelöst

DAS SPORTGEFLÜSTER

JFG Sempt Erding - ihr Ende überschattet eine ansonsten erfreuliche Fußball-Vorrunde

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Eigentlich sollte das hier ein „Best of Vorrunde“ werden. Aber es gibt ein Thema, das nicht nur Dieter Priglmeir in seinem Sportgeflüster Sorgen bereitet. 

Ja ist denn scho wieda Rückrunde?Vielleicht bleibt ja noch Zeit, um die Vorrunde in den unteren Fußballklassen einzuordnen. Zuerst aber ein Wort zur JFG Sempt Erding, die nun in ihren endgültigen Endspurt geht: Die vier Stammvereine haben die Abwicklung der 2006 gegründeten Jugendfördergemeinschaft beschlossen.

Das erstaunt nicht. Denn wer es nicht schafft, in einer 38 000-Einwohner-Stadt neben der SpVgg Altenerding eine B-Jugend (von einer U19 wollen wir hier gar nicht reden) auf die Beine zu stellen, hat schlichtweg sein Thema verfehlt. Es verwundert aber wiederum doch, wenn sich herausstellt, dass die beteiligten Clubs keinen Plan B für die Zeit nach der Auflösung haben. Das ist der Eindruck nach der Versammlung des FC Erding.

Und so steht der FCE plötzlich ratlos mit 150 Kindern und Jugendlichen da. Er bereut öffentlich, dass er die JFG im Stich gelassen hat, weil er weder Trainer noch Vorstandsverantwortung übernommen hat. Und zumindest momentan weiß er nicht, was er mit den Sportanlagen anfangen soll, die die Stadt Erding gerade in den Geislinger Ängern baut. Das klingt grotesk. Und die Hoffnung bleibt, dass die Vereine doch noch Wege der Zusammenarbeit finden. Aber die Zeit drängt, wenn der FC Langengeisling, der FC Erding, Rot-Weiß Klettham und Türk Gücü Erding jenseits der Kleinfeldmannschaften noch Fußballer haben wollen, die nicht zu funktionierenden Nachbarclubs wechseln.

„Ein Fußballverein ohne Jugendarbeit stirbt.“ Dem Satz von FCE-Vizepräsident Herrmann Meilinger ist nichts hinzuzufügen. Außer: „Ein Fußballverein mit Jugendarbeit ist der Garant für eine goldene Zukunft.“Das beste Beispiel ist der FC Lengdorf.

Und damit kommen wir zum Best of der Vorrunde, also zu den krassen und kuriosen Dingen im Herbst 2019. Zwölf Siege in 13 Kreisliga-Spielen – das hat jener Verein geschafft, der fast ausschließlich aus Eigengewächsen besteht und in der Reserve sogar mal 14 Ausfälle kompensierte. Der Siegeszug des FCL – ein Highlight der Vorrunde – natürlich auch für Abteilungsleiter Anton Bauer.

Das Schönste der Vorrunde? Nichts ist subjektiver als eine Antwort darauf.Für Zustorfs Spielertrainer Dominik Dorsch war es freilich der Derbysieg gegen Langenpreising. Finsings Trainer der Zweiten, Wojtek Woiciechowski, erinnert sich gern an Stefan Morawetz, der als Feldspieler ins Tor ging und dann auch noch einen Elfmeter hielt. Für Taufkirchens Trainer Sebastian Held war wiederum das Schönste, „dass meine Jungs trotz der fünf Niederlagen mit insgesamt 1:14 Toren – was wiederum das Krasseste der Saison war, – voll mitziehen, damit wir irgendwann den Bock wieder umstoßen“.

Held erinnert sich auch an das Kuriosum des Herbstes:das 70-Meter-Tor des Eittingers Marco Höferth. Gegen wen? Natürlich auch gegen die BSG, die zudem noch Pate war für den kuriosesten Moment aus Sicht von Erdings Fußballchef Mathias Köppen: Sein Trainer Dimi Petkos gibt noch vor dem Spiel in Taufkirchen seinen Rücktritt bekannt und führt dann als letzte Amtshandlung sein Team zum Sieg.

Womit wir also wieder in Erding wären. Aber lassen wir das. Reden wir lieber von der letzten bestehenden JFG im Landkreis, die zugleich auch die älteste ist: Nein, die JFG Speichersee löst sich nicht auf. Sie hatte auch ihre Probleme, aber nun präsentiert sie sich als JFG Speichersee 2.0. Sie tut sich so etwas wie einen Wertekanon auf. Manches hört sich für Pragmatiker etwas theoretisch an. Aber hey, die Finsinger und Neuchinger haben wenigstens einen Plan – und keinen schlechten.

 

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