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Erding am Ball: Jannis Petkos (l.) versucht sich gegen die starke Bayern-Abwehr.

Jugendfußball

JFG Sempt Erding: Lehrstunde mit dem FC Bayern

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Die D-Jugend der JFG Sempt Erding verliert 0:4 und gewinnt viele neue Erkenntnisse.

VON DIETER PRIGLMEIR UND MAYLS MAJURANI

Klettham– Über 200 Zuschauer auf der Kletthamer Sportanlage? Das gibt’s höchstens in einem Derby im Herrenbereich. Am Sonntag ging es um Kinder, viele in Trainingsanzügen des FC Erding, RW Klettham, Türk Gücü Erding oder auch der SpVgg Altenerding. Bei einem Kletthamer Herrenspiel gibt es diese Vielfalt wohl selten. Aber diesmal war schließlich derFC Bayern München da – zu einem Punktspiel in der U 13-Bezirksoberliga gegen die JFG Sempt Erding. Am Ende siegte der Favorit mit 4:0 (1:0) Toren.

Schon recht früh waren die Erdinger Fußballer gegen die Junioren des Rekordmeisters offensiv überfordert. Sobald es über die Mittellinie ging, pressten die Bayern dagegen, schufen Überzahl und holten sich den Ball zurück. Da war die Aufregung auf der randvollen Kletthamer Tribüne umso größer, wenn es die JFG-Kicker tatsächlich bis zum gegnerischen Tor schafften.

In der Defensive stand die Mannschaft von Dimi Petkos dagegen in Halbzeit eins recht stabil, und der FC Bayern hatte, trotz der frühen Führung in der vierten Minute, Schwierigkeiten, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Obwohl beim Spielaufbau der Münchner vieles perfekt war, kamen sie relativ selten zum Torabschluss, weil die Erdinger in den richtigen Momenten zur Stelle waren.

Wie war es denn so gegen den FC Bayern? Wir fragten JFG-Trainer Dimi Petkos und zwei seiner Spieler.

Ein Punktspiel gegen die Bayern, wie aufgeregt waren die Jungs?

Dimi Petkos: Sehr groß. Seit unserem Aufstieg letztes Jahr haben wir uns auf dieses Spiel gefreut. Keiner von meinen Jungs hätte sich vor ein paar Jahren dieses Spektakel vorstellen können. Die Aufregung war aber nicht nur bei den Spielern zu spüren, sondern auch bei mir. Als ich die Kulisse draußen sah, da waren bestimmt über 200 Zuschauer, wusste ich, dass es ein besonderes Spiel heute wird.
Nicolas Hildebrand:So richtig aufgeregt war ich nicht. Deswegen habe ich jetzt nicht schlecht geschlafen. Ich habe mich einfach auf das Spiel gefreut. Und 200 Zuschauer – so etwas gibt’s in Erding wohl nicht oft.
Jannis Petkos:
Die vielen Zuschauer habe ich gar nicht bemerkt, ich habe mich voll aufs Spiel konzentriert. Aber natürlich war ich sehr aufgeregt. Ich habe mir schon vor dem Spiel sehr viele Gedanken gemacht.

... wie es denn, wäre wenn du ein Tor schießt, oder so?

Jannis Petkos:Nein, eher wie ich den Ball führen und abdecken kann – so kleine Taktiken halt. Aber klar, über ein Tor hätte ich mich schon sehr gefreut.

War die Chance da?

Jannis Petkos:Ich bin schon mal zum Abschluss gekommen, aber der Ball wurde leider abgeblockt.

Herr Petkos, was haben Sie als Trainer gemacht, um den Buben einerseits die Aufregung zu nehmen und gleichzeitig ihre Sinne zu schärfen?

Dimi Petkos: Priorität bei so einem Spiel haben der Spaß und die Freude, und das hatten wir definitiv. Ich habe den Jungs vermittelt, dass sie sich immer mit den Besten messen sollen – und einer davon erwartet uns heute hier draußen. Nach dem Anpfiff war die Aufregung weg, und die Jungs haben unser Konzept in der ersten Halbzeit sehr gut umgesetzt.

Inwieweit konnte die JFG Sempt Erding mithalten?

Jannis Petkos: In der ersten Halbzeit haben wir wirklich gut mitgespielt. Wir hatten ja auch unsere Chancen.
Hildebrand:Wir haben hinten sehr gut zugestellt. Als wir dann in der zweiten Halbzeit auf Dreierkette umgestellt haben, um vorne Druck aufzubauen, kamen die Bayern zu mehr Chancen.

Dimi Petkos:Wir wollten kompakt stehen und dem Gegner wenig Raum lassen. Somit sind wir nur mit einem 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause gegangen. In der zweiten Halbzeit haben wir die Klasse des Gegners zu spüren bekommen. Handlungsschnelligkeit, Kombinationssicherheit und die individuelle Stärke von jedem einzelnen Spieler – das zeichnet den großen FCB von der F-Jugend bis zur 1. Mannschaft aus.

War das bisher der stärkste Gegner?

Dimi Petkos:Es war definitiv bis jetzt der stärkste Gegner. Es war gut für meine Jungs zu sehen, dass noch vieles möglich ist. Und mit viel Training können sie es auch erreichen.
Jannis Petkos:Ich finde, dass die Löwen noch besser waren. Die waren klein und flink und hatten ein super Kombinationsspiel.

Hildebrand: Die Bayern haben sich immer sehr gut freigelaufen und nur mit zwei Ballkontakten gespielt. Das war schon stark, aber die Löwen waren besser, finde ich. Und Wacker Burghausen auch, obwohl wir gegen Wacker sogar gewonnen haben.

Herr Petkos, wie haben sich Ihre Jungs seit dem Aufstieg bisher in der Bezirksoberliga entwickelt?

Dimi Petkos: Meine Jungs entwickeln sich sehr gut in der BOL. Wir haben gute Spiele geliefert, und mit ein bisschen Glück hätten wir jetzt schon mehr Punkte. Wir fokussieren uns auf unser Ziel Klassenerhalt und geben Gas.

Und was denkt Ihr, was Ihr schon gelernt habt?

Jannis Petkos:Dass wir von der ersten Minute an wachsam sein müssen, denn sonst kracht’s sofort. Und dass wir uns in der Abwehr besser darauf vorbereiten, wenn Pässe in die Schnittstelle gespielt werden.
Hildebrand: Das frühe Abspiel und das schnelle Kombinieren. Das kannte ich bisher nicht. Ich bin ja vom TSV Eching neu in die Mannschaft gekommen. Ich finde es super hier. Ich habe hier einfach tolle Trainer und tolle Mitspieler.

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