1. Startseite
  2. Sport
  3. Amateurfußball
  4. Landkreis Erding

JFG Speichersee ist wieder auf Kurs

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Wolfgang Krzizok

Kommentare

Sind froh, dass alles so bleibt, wie es ist (hinten, v.l.): FCF-Vorsitzender Dieter Heilmair, der neue JFG-Vorsitzende Hans Mayer (Neuching), JFG-Vorsitzender Claus Tebart (Finsing), SpVgg-Vorsitzender Pascal Gschwendtner sowie (vorne, v. l.) JFG-Schriftführerin Josefine Lanzl und JFG-Schatzmeisterin Marina Urban.
Sind froh, dass alles so bleibt, wie es ist (hinten, v.l.): FCF-Vorsitzender Dieter Heilmair, der neue JFG-Vorsitzende Hans Mayer (Neuching), JFG-Vorsitzender Claus Tebart (Finsing), SpVgg-Vorsitzender Pascal Gschwendtner sowie (vorne, v. l.) JFG-Schriftführerin Josefine Lanzl und JFG-Schatzmeisterin Marina Urban. © Wolfgang Krzizok

Sturm im Wasserglas oder ein reinigendes Gewitter?

Finsing/Neuching – Während der vergangenen Woche hatte die SpVgg Neuching verkündet, aus der JFG Speichersee auszusteigen – sehr zum Missfallen von Partner FC Finsing. In einer Sitzung am Freitag wurde die Entscheidung noch einmal überdacht – und schließlich revidiert (wir berichteten). Bei der JFG-Jahreshauptversammlung am Montagabend im voll besetzten Finsinger Sportheim wurde alles aufgearbeitet mit dem Resultat: Alles bleibt beim Alten und Neuching somit in der JFG. So gerieten die Neuwahlen fast zur Nebensache, obwohl es eine wichtige Änderung gab.

„Wahnsinn, wie viele da sind“. sagte JFG-Vorsitzender Claus Tebart bei der Begrüßung. Bevor er die Versammlung eröffnete, gab er eine Stellungnahme zu den jüngsten Vorkommnissen ab und erklärte: „Das Wichtigste am Anfang: Beide Stammvereine bleiben an Bord.“ Er sagte, noch nie so viel telefoniert zu haben, wie in den letzten Tagen. Er berichtete, dass vom geplanten Austritt der SpVgg Neuching einige Vorstandsmitglieder im Verein gar nichts gewusst hätten. „Das war eine Entscheidung im stillen Kämmerlein“, fügte der JFG-Vorsitzende an. Er sei froh, dass die Geschichte erledigt sei. Neuchings Vorsitzenden Pascal Gschwendtner lobte er mit den Worten: „Es verlangt Mut, eine beschlossene Entscheidung zurückzunehmen.“ Das verdiene Respekt.

Anschließend ergriff Neuchings Jugendleiter Chris Steiner das Wort und sagte, er müsse zwei Entschuldigungen los werden. Zum einen bei Claus Tebart, weil man ohne persönliches Gespräch mit ihm gekündigt habe. Zum anderen „bei den Eltern, Kindern und Jugendlichen, die überrascht waren. Das war nicht der richtige Weg.“ Steiner schilderte noch einmal die Beweggründe, warum man sich ursprünglich für einen Austritt aus der JFG entschieden habe. Unter anderem habe man den Schritt in die Eigenständigkeit wagen wollen. Er bekannte: „Vom Ausmaß und vom Echo der Entscheidung waren wir überrascht.“ Wesentliche Faktoren seien nicht beachtet worden, erklärte der SpVgg-Jugendleiter. Das sei ihm jetzt klar geworden. „Am Wichtigsten ist, dass die Jugendlichen weiter zusammenspielen wollen“, sagte Steiner, versprach eine längerfristige Zusammenarbeit und schloss mit den Worten: „Ich hoffe, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wieder möglich ist.“

Auch Gschwendtner bekannte, „dass es uns allen dabei nicht so gut gegangen ist“, fand es allerdings „unmöglich“, dass es zu persönlichen Beleidigungen gekommen sei. „Hoffentlich wird es ruhiger“, wünschte er sich.

Sein Finsinger Kollege Dieter Heilmair erklärte, dass er persönlich „maßlos enttäuscht“ gewesen sei, als er vom Neuchinger Entschluss erfahren habe. „Das waren aber nur ein paar wenige Treiber“, betonte Finsings Vorsitzender. „Sehr stolz bin ich auf die JFG-Familie, die es geschafft hat, das Ruder herumzureißen.“ Jetzt gehe die 14-jährige Erfolgsgeschichte der JFG weiter. Heilmair forderte die Mitglieder auf: „Lasst uns alle wieder an einem Strang ziehen.“

Erst jetzt eröffnete Tebart offiziell die Jahreshauptversammlung. Nach dem sportlichen Rückblick von Florian Neubert legte Schatzmeisterin Marina Urban den Kassenbericht für das Jahr 2017 ab. Knapp 29 000 Euro Einnahmen standen gut 25 200 Euro an Ausgaben gegenüber, sodass ein Plus von rund 3700 Euro erwirtschaftet werden konnte.

Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstands wurden die Neuwahlen durchgeführt, die Heinrich Krzizok leitete. Der Alt-Bürgermeister erzählte einige Anekdoten aus alten Zeiten von der früheren Rivalität von Finsing und Neuching und bekannte: „Ich habe auch schon in Neuching gespielt und war auch schon Trainer in Neuching.“ Auch persönliche Bindungen in die Nachbargemeinde habe er: „Ich bin mit einer Oberneuchingerin verheiratet, und meine Schwester hat damals einen Niederneuchinger geheiratet.“

Die Wahlen selbst gingen reibungslos über die Bühne. Im Vorstand der JFG gab es nur eine Änderung: Hans Mayer aus Neuching ist gleichberechtigter Vorsitzender neben dem Finsinger Claus Tebart, nachdem Robert Edlfurtner nicht mehr kandidierte.

In seiner Antrittsrede sorgte Mayer für Gelächter, als er erzählte, dass er früher für beide Mannschaften gespielt hatte. „Als ich damals als junger Kerl von Neuching nach Finsing gewechselt bin, habe ich gemerkt: Wenn du von Bayern zu 1860 wechselst oder umgekehrt, dann ist das nicht so schlimm.“ Sein Ziel sei es, wieder Ruhe reinzubringen, sagte der neue JFG-Vorsitzende und meinte abschließend: „Jetzt hat es einen Paukenschlag gegeben, die Leute wissen, dass es uns gibt, aber jetzt langt’s wieder.“

JFG-Vorstand

Gleichberechtigte Vorsitzende: Claus Tebart (Finsing), Hans Mayer (Neuching).

Schatzmeisterin: Marina Urban.

Schriftführerin: Josefine Lanzl.

Kassenprüfer: Wolfgang Bundlechner, Manfred Bonnet.

Auch interessant

Kommentare