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In Walpertskirchens Meistermannschaft von 2011/12 standen Georg und Josef Heilmeier sowie Andi Stangl noch selbst. Im letzten Saisonspiel setzte es zwar ein 1:5 in Buch, der bisher einzige Aufstieg in die Kreisliga war vorher längst gesichtert. Auf dem Bild (kniend, v. l.) Andreas Winhuber, Florian Baumann, Dominik Nöninger, Argjend Mziu, Josef Heilmeier, Michael Königsmark, Manfred Thalmair, Martin Stangl; (stehend, v. l.) Aurelien Voss, Thomas Jurischitz, Georg Heilmeier, Bastian Speer, Sergio Linke, Robert Jovanovic, Florian Mayr, Andreas Stangl und Thomas Mayr.    

Kreisklasse

Josef Heilmeier: Künftig Kreisliga-Coach?

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Der SV Walpertskirchen verlängert mit Josef Heilmeier, der entspannt vom Aufstieg träumen darf.

Walpertskirchen– Wie verlängert man den Vertrag mit dem Trainer? Schriftlich? Per Handschlag? Der SV Walpertskirchen hat dafür eine dritte – die Corona-konforme – Version gewählt: die Videokonferenz. „Du brauchst ned glaub’n, dass du jetzt aufhören kannst“, hatte Fußballabteilungsleiter Georg Heimeier gesagt. „Und wer traut sich schon gegen seinen großen Bruder was zu sagen?“, meint dazu Josef Heilmeier lachend. Er habe deshalb im Beisein des Sportlichen Leiters Andi Stangl für ein weiteres Jahr zugesagt. Es sei aber auch wirklich nur eine reine Formsache gewesen, stellt Josef Heilmeier nochmal klar. Warum sollte die Zusammenarbeit ausgerechnet nach diesem Jahr enden? Der WSV ist nach 19 Spieltagen Tabellenführer in der Kreisklasse. Die Chancen stehen gut, dass Heilmeier seine vierte Saison, in die er dann als Trainer gehen wird, in der Kreisliga bestreiten wird.

Das war nicht zu erwarten, als er im Juni 2016 die erste Mannschaft seines Heimatvereins übernahm. Die Mannschaft war aus der Kreisliga abgestiegen und fiel auseinander. Ältere Spieler hörten auf. Der WSV im freien Fall. In der ersten Saison sei es nur wichtig gewesen, nicht in die A-Klasse durchgereicht zu werden. „Danach wurde es Jahr für Jahr besser.“

Und in der aktuellen und verrückten Zwei-Jahres-Punktrunde steht der Klub plötzlich ganz oben. Würde die Saison jetzt abgebrochen, dann stünde der Aufstieg schon fest. „Aber wir hoffen schon, dass wir weiterspielen können. Wir wollen den Aufstieg keinesfalls am Grünen Tisch, wir wollen schon alle 26 Spiele machen“, sagt der 37-Jährige. „Aber wir wissen auch, dass der SC Moosen und der FC Hohenpolding eine starke Konkurrenz sind. Wenn es dann nicht reicht, wäre es aber auch nicht schlimm. Dann hat es eben sportlich nicht gereicht.“

Heilmeier würde am liebsten sofort mit der Vorbereitung starten. Mehr als eine monatliche Spielersitzung über eine Online-Plattform sei aber momentan nicht drin. Seine Spieler halten sich derweil eigenverantwortlich fit. „Da gebe ich nichts vor. Jedem ist klar, dass die vier Wochen, die wir vor dem Punktspielstart haben – wann immer das auch ist –, für eine Vorbereitung nicht reichen werden. Und jeder weiß, welches Workout und welche Läufe er braucht.“

Sein Vertrauen sei groß in seinen Kader, der von 14 Leuten im ersten Jahr auf inzwischen fast 20 Spieler angewachsen ist. „Vor allem habe ich eine sehr junge Mannschaft. Es ist sehr spannend, mit ihr etwas aufzubauen.“

Routiniers wie Tommi Mayr (30), der nach seiner Hausbau-bedingten Pause wieder dabei ist, Tom Hötscher (29) und Florian Baumann (28) sowie gereifte Talente wie Michael Gartner (23) bilden das Gerüst für die jungen Wilden wie Martin Deutinger („er spielt schon einen super Innenverteidiger“), Luca Fellermeier, Flo Rauch, Altenerding-Rückkehrer Benedikt Schuler oder Sepp Göß, der nach langer Verletzungspause wieder dabei ist.

Das sei eine hungrige Mannschaft, weiß Josef Heilmeier. Mit dem anfangs ausgegebenen Ziel, besser als in der Vorsaison („da waren wir Sechster“) zu sein, werde sich das Team nicht mehr zufrieden geben. Meister zu werden – „das ist extrem schwer, aber wir können es schaffen“, ist der Coach überzeugt. Unterstützt wird er künftig übrigens von Stefan Hötscher, der früher selbst im WSV-Kasten stand, wegen Rückenproblemen seinerzeit aufhören musste. Er übernimmt das Torwarttraining, nachdem Markus Bongers diesen Posten aus privaten Gründen abgeben musste, wie Heilmeier erklärt.

Am Kader werde sich vorerst nicht viel ändern. Robert Jovanovic (41) hat bereits vor dem Re-Start nach dem ersten Lockdown aufgehört (wir berichteten). Von der Zweiten rückt Simon Wölfinger auf. „Er ist ein pfeilschneller Straßenfußballer, der eine Zeitlang nicht mehr im Verein gespielt hat, bevor er bei uns in der Zweiten wieder anfing. Ich bin gespannt, wie er sich in der Kreisklasse macht“, sagt der Coach und blickt schon mal voraus. Im Juni stoßen acht A-Jugend-Spieler dazu. Und in den Jahren 2022 und 2023 wären dann die 13 Spieler so weit, die vor dem Lockdown die B-Jugend-Kreisliga dominiert haben und vermutlich in die Bezirksoberliga aufsteigen, „was für ein Dorf wie Walpertskirchen schon der Hammer wäre“, so Heilmeier. Mit anderen Worten: Die nächste Goldene Generation wartet schon. So schnell gibt’s also keinen Grund für Josef Heilmeier aufzuhören. Es sei denn, der Bruder hat eine andere Idee.

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