Training beim FC Finsing gibt’s frühestens ab kommender Woche.
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Training beim FC Finsing gibt’s frühestens ab kommender Woche.

Trainingsstart nach dem Lockdown

Kreis Erding: Viele offene Fragen - Trainingsstart rückt näher

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Seit gestern dürfen die Vereine im Kreis Erding wieder eingeschränkt trainieren.  Jeder Verein geht dabei seinen eigenen Weg - ein Überblick.

ErdingNach dem ersten Lockdown gehörte der TSV Wartenberg zu den ersten Vereinen, die mit dem Fußballtraining begonnen haben. Diesmal will der Kreisligist „warten, bis vom BFV konkret kommt, wie das Training sein darf“, sagt Abteilungsleiter Ernst Halir und schiebt nach: „Hoffentlich mit Kontakt.“ Zudem wünscht er sich – „immer vorausgesetzt, dass die Zahlen stimmen“ – einen festen Termin, wann die Saison weitergeht. „Ich habe jetzt den dritten Vorbereitungsplan vernichtet und bin mit den Gegnern so verblieben, dass wir warten“, so Halir weiter. Im Nachwuchsbereich strebt der TSV den 22. März an, will aber auch die Entwicklung in den Schulen abwarten: „Solange da noch kein Normalbetrieb stattfindet, wird im Jugendfußball auch nichts zugelassen und das Vereinsgelände gesperrt bleiben.“

TSV Dorfen: Training frühestens nächste Woche

Geduldig bleibt auch Bezirksligist TSV Dorfen. Für den Fußball gebe es nur wenig Konkretes, nur mal einen groben Rahmen, so Fußballvize Bernhard Schöberl. „Sobald mehr Klarheit besteht, werden wir den Trainingsbetrieb langsam wieder hochfahren. Diese Woche wird das aber nichts mehr.“

TSV Grüntegernbach: Klares Konzept für sofortigen Trainingsstart

Der TSV Grüntegernbach steht schon in den Startlöchern. Laut Sportlichem Leiter Wolfgang Schnappberger will der A-Klassist diese Woche mit dem Training beginnen. Zwar müsse noch geklärt werden, wie hoch der organisatorische und finanzielle Aufwand für die Schnelltests sei. „Aber wenn der Inzidenzwert unter 50 ist, kann es bei uns losgehen. Wir sind jedenfalls vorbereitet.“ Die Spieler werden laut Schnappberger in Trainingsgruppen eingeteilt und noch vom Parkplatz weg auf die Trainingsplätze 1 und 2 beziehungsweise zum Laufen auf die Straße geschickt. „Die Gruppen hören dann zeitversetzt auf und sollen dann zügig wieder heim.“ Auch wenn dies alles aufwändig sei, „schön ist, dass wir wieder an den Ball dürfen, und das wollen wir auch nutzen“.

SpVgg Altenerding: Warten auf das „Okay“ von der Stadt

Die SpVgg Altenerding macht den Trainingsstart laut Abteilungsleiter Andreas Heilmaier von zwei Dingen abhängig: „Freigabe der Sportanlagen durch die Stadt Erding und Detailinformationen durch Verband und Ministerium. Anschließend muss das Hygienekonzept angepasst werden. Als weiterer Schritt werden die Trainer und Aktiven in Online-Meetings über die Vorschriften informiert, und erst dann werden wir starten, sodass ein Start frühestens Anfang nächster Woche zu erwarten ist.“

Türkgücü Erding: Fußballplatz wurde zweckentfremdet

Der FC Türkgücü Erding will heute um 19 Uhr mit dem Training beginnen. Probleme mit der Stadt befürchtet Spielertrainer Benji Tas nicht. „Ich glaube, unser Acker in Altenerding war nie gesperrt“, meint Tas. Er wohne in der Nähe und sehe, „wie darauf täglich Leute kicken oder ihren Hund Gassi führen“. Seine sarkastische Schlussfolgerung. „Ob’s noch ein Fußballplatz ist, ist eine andere Frage.“

FC Finsing: Beginn mit digitalen Trainingseinheiten

Im Gegensatz zu den meisten anderen Vereinen war beim FC Finsing in den vergangenen Monaten das Vereinsleben nicht ganz tot. Das liegt laut Vorstandsmitglied Robert Hartmann am Neubau des Tribünentrakts. „Hier leisten viele Leute ehrenamtliche Arbeit. So sieht man sich wenigstens ab und zu und kann sich auch mal persönlich austauschen.“

Aber natürlich sei die sportliche Situation „irgendwie frustrierend. Wie soll man mit drei Wochen Vorbereitung in die verbleibenden Spiele gehen? Da sind Verletzungen vorprogrammiert. Also beginnen wir ab sofort mit digitalen Trainingseinheiten“, kündigt er an.

SV Walpertskirchen: Die Gesundheit geht vor

Eine möglicherweise nur dreiwöchige Vorbereitungszeit hält auch Walpertskirchens Trainer Sepp Heilmeier für „äußerst problematisch“. Das könne durchaus auch zu Problemen mit den Arbeitgebern der Spieler führen, wenn diese wegen einer Corona-Erkrankung, die sie sich durch Kontakte im Sport einfangen, oder wegen einer Verletzung für längere Zeit für den Betrieb ausfallen: „Da kann sich ein Spieler noch so sehr fit halten, es ist ganz was anderes, ob du läufst und Workouts machst, oder ob du wieder auf dem Platz stehst. Da hast du völlig andere Bewegungen, und der Körper ist ganz anderen Belastungen ausgesetzt, die man eben nicht simulieren kann. Darauf muss man Spieler vorbereiten, und da wären schon vier Wochen Vorbereitung knapp. Aber noch kürzer? Das wird sehr schwierig.“ Der Tabellenführer der Kreisklasse will mit dem Training beginnen, „wenn Fußball wieder mit Kontakt erlaubt ist“ – also am 22. März. Sollten aber bei einer Überinzidenz Schnelltests nötig sein, „dann weiß ich jetzt auch noch nicht, ob das alles so durchführbar ist, wenn sich die Jungs drei, vier Mal testen lassen müssen“, sagt Heilmeier und bilanziert: „Von einem geregelten Wettkampfbetrieb sind wir noch meilenweit entfernt. Aber das ist in dieser Situation auch absolut gerechtfertigt, denn die Gesundheit geht natürlich immer vor.“

FC Schwaig: Offene Fragen müssen erst geklärt werden

Der FC Schwaig freut sich laut dem designierten Abteilungsleiter Wolfgang Lang, „dass der Fußball in den Lockerungen berücksichtigt wurde und hoffentlich bald wieder Normalität eintritt“. Diese Woche werde aber im Erwachsenen-Bereich noch nichts stattfinden. „Unsere Corona-Beauftragten versuchen erst die offenen Fragen zu klären. Außerdem wollen wir die Tagungen der BFV- Verantwortlichen in dieser Woche abwarten“, sagt Lang. „Bei der U 14 versuchen wir, möglichst bald wieder auf den Platz zu kommen. Unsere Corona-Verantwortlichen müssen hier natürlich auch erst das Okay geben.“ Auch die weiteren Bezirksligisten FC Moosinning und FC Finsing wollen diese Woche abwarten, bis konkretere Vorgaben auf dem Tisch sind.

FC Erding: Sportflächen müssen freigegeben werden

Der Fußballnachwuchs des FC Erding startet frühestens ab Montag. „Wir nutzen die Zeit, um unser Hygienekonzept anzupassen und planen das weitere Vorgehen zusammen mit den Trainern. Und natürlich muss die Stadt erst die Sportflächen wieder freigeben“, sagt Jugendleiter Lothar Feuser. Darauf wartet auch die JFG Sempt Erding.

Ob die Lockdown-Lockerung richtig oder falsch ist, will der FCE nicht bewerten. „Das steht uns gar nicht zu“, sagt Pressesprecher und Spieler Tommy Frieß. Die beiden Herrenteams hielten sich bereit und hätten sich im Februar mit durch eine Fitness-App strukturierte Home-Workouts in Form gehalten. „Für den März haben wir jetzt eine neue App. Da kommt es auf Ausdauer- und Intervallläufe an, damit wir uns bereit halten, sollte es doch mit den Re-Start schnell gehen. Und damit wir nicht noch Fitness-Defizite aufholen müssen.“

Diesbezüglich hat übrigens Robert Hartmann vom FC Finsing frohe Kunde, der beim Tribünenbau immer wieder FCF-Mitglieder trifft. „Übergewichtige Spieler habe ich dort noch nicht gesehen“, sagt er lachend.

(Dieter Priglmeier)

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