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Ligapokal: Die Reaktionen der Erdinger Vereine

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Von: Dieter Priglmeir

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Josef Heilmeier ist skeptisch.

Zwischen Verständnis und Kopfschütteln - alles war dabei, als die Terminierung und Modifizierung des Ligapokals bekannt wurde.

Zwischen Verständnis und Kopfschütteln - alles war dabei, als Ludwig Schmitt die Terminierung und Modifizierung des Ligapokals im Fußballkreis Donau/Isar bekannt gab.

Sepp Kaiser, Vorsitzender des FC Langengeisling: „Für mich kommt die Änderung im Modus nicht überraschend. Wenn, dann verwundert mich eher, dass der Verband den Pokal überhaupt fertig spielen will. Ich bezweifele, dass wir schon Anfang März wieder spielen können. Aber wenn es so sein sollte – und das wäre natürlich schön –, dann werden wir das sicher auch tun. Wir gehen beziehungsweise sind schon in einer großen Pause. Ich gehe davon aus, dass bis Mitte, vielleicht sogar Ende Februar, weder Spiel- noch Trainingsbetrieb möglich ist. Man sollte vielleicht nicht so pessimistisch sein, aber mir wäre wichtig, dass wir die Saison nach zwei Jahren fertig spielen können. Das ist dann eher mein Highlight. Und dann hoffe ich, dass wir aufgrund zurückgehender Infektionszahlen und dank Impfstoff Mitte des Jahres mit der normalen Saison starten können.“

Ralf Sandner, Vorstandsmitglied des FC Erding: „Von der Entscheidung des Verbands her geht das in Ordnung. Der Ligapokal ist vom Finale abgesehen am 21. März vorbei, und am 28. März können die Punktspiele beginnen. Damit verbaut man sich nichts. Die Punktspiele haben für uns natürlich absolute Priorität. Ich denke, das ist auch bei den anderen Vereinen so. Wenn man vorher den Ligapokal schafft, dann ist das ja völlig in Ordnung.“

Thomas Frieß, Pressesprecher des FC Erding: „Die Quotientenregelung ist besonders für unsere Zweite ärgerlich. Wir haben von drei Spielen zwei gewonnen. Verloren haben wir gegen Aspis 2, das mit ihrem Superstürmer von der Ersten angetreten ist. Julian Schaumaier hat beim 4:2 drei Buden selbst gemacht und eins aufgelegt. Aspis und Türkgücü haben jeweils nur ein Spiel gehabt und deshalb den besseren Quotienten. Das ist dann schon ärgerlich, denn die Chancen wären gut gestanden, Türkgücü zu besiegen. Wir haben sie in der Liga zweimal geschlagen.“

Josef Heilmaier, Trainer des SV Walpertskirchen: „Ich habe den Ligapokal für eine gute Idee gefunden. Aber wie dieser Wettbewerb nun gewertet werden soll, das ist eine Farce. Der FC Finsing 2 zum Beispiel hat ein Spiel bestritten und steht jetzt im Achtelfinale. Sollten sie den Pokal tatsächlich gewinnen, dann reichen Finsing fünf Spiele, um den selben Erfolg zu feiern, für den andere 26 Spiele brauchen. Für mich ist das ein totaler Schmarrn, dass man das jetzt so durchzieht. Vor allem wird der Wettbewerb mitten in der Saison fertig. Was macht die Mannschaft, die fünf sechs, sechs Spiele braucht, um aufzusteigen? Danach hat sie noch Punktspiele. Was hat die noch für einen Anreiz, wenn sie tatsächlich über den Ligapokal schon aufgestiegen ist? Ganz ehrlich. Das war nett gemeint. Aber auf gut bayerisch: Des is a Riesenkrampf. Aber nochmal: Die Entscheidung des Verbands, die Punktspielsaison auf zwei Jahre auszudehnen, hat sich als absolut richtig herausgestellt.“

Thomas Rademacher, Pressesprecher des TSV Wartenberg: „Ich zweifele daran, dass wir Anfang März schon wieder Fußball spielen können. Ich weiß nicht, warum man den Wettbewerb so durchzuprügeln muss. Warum kann man nicht die paar Runden unter der Woche austragen? Ein K.o-Spiel alle 14 Tage – das wäre kein Problem gewesen. Und was mache ich mit einer Mannschaft, die am Ostermontag den Ligapokal gewinnt und damit aufsteigt, während sie in der Punkterunde zum Beispiel Achter ist? Verstärkt die dann ihre Zweite, weil die vielleicht noch absteigen kann? Da könnte es zu komischen Situationen kommen.“

Andreas Heilmaier, Fußballchef der SpVgg Altenerding: „Aufgrund der engen Spieltermine ist der Abbruch der Vorrunde alternativlos. Natürlich ist hier eine gerechte Lösung ganz, ganz schwer. Denn es gibt wohl bestimmt Konstellationen, bei der ein Spiel gegen einen Tabellenletzten ausgefallen ist und man mit einem Sieg Platz eins hätte erobern können. Diese Vereine werden die jetzige Lösung natürlich nicht prickelnd finden. Es ist halt schon sehr kritisch zu sehen, dass Vereine mit nur einem Spiel, das gewonnen wurde, weiterkommen, während Teams die bei drei Spielen einmal nicht gewonnen haben, aus dem Rennen sind. Aber wie will man sowas gerecht lösen? Mir fällt auch keine Lösung ein. Für uns trifft das aber nicht zu, denn Ottenhofen hat verdient Platz eins belegt. Grundsätzlich hätte ich es begrüßt, wenn man den Ligapokal ganz abgebrochen hätte, was aber nichts mit unserem Ausscheiden zu tun hat. Ich hätte es lieber gesehen, dass man versucht, frühzeitig mit den Punktspielen zu beginnen, um zu 100 Prozent sicherzustellen, dass wir die Liga durchbringen. So beginnen wir jetzt am letzten März-Wochenende und bis Ende Mai sind an jedem Wochenende Spiele (inklusive Relegation) geplant. Wenn wir nochmal eine Pause im April/Mai haben, wird es eng.“

Thomas Bachmaier, Spielertrainer des FC Hohenpolding: Es war schon klar, dass man den Ligapokal nicht wie geplant zu Ende spielen kann. Ich mache mir da auch keine großen Gedanken darüber, ob das mit der Berechnung des Quotienten fair ist oder Sinn macht. Manche Mannschaften haben drei oder vier Spiele, andere, so wie wir, nur eines. Da kann man keine Lösung finden, die allen gefällt. Etwas lustig ist nur, dass zwei Mannschaften weiter kommen, die in unserer Liga Letzter und Zwölfter sind. Andererseits ist dafür der Pokal ja da, dass jeder was reißen kann, auch wenn’s in der Liga nicht läuft.“  

Robert Hartmann, Vorstandsmitglied des FC Finsing: „In diesen Zeiten sind die Dinge eben nicht planbar. Die Änderungen im Modus sind gemäß den Statuten ja möglich bei einer geänderten Sachlage. So gesehen machen wir uns da keine Gedanken und nehmen es wie es kommt. Und hoffen, dass der Ligapokal im aktuellen Modus fertig gespielt werden kann. Am Ende wollen die Jungs ja spielen und sich mit anderen Teams messen. Nur darum geht es.“
Benedikt Thumbs, Spielertrainer des FC Moosinning 2: „Wir sind froh, dass wir den Wettbewerb fortsetzen können. Wir haben gute Leistungen gezeigt. Wir sind eine der wenigen Mannschaften, die wirklich viele Spiele in diesem Wettbewerb absolviert hat und viele Punkte geholt hat. Die Wertung - Mannschaften mit nur einem Spiel kommen weiter - finde ich nicht sehr glücklich gewählt. Aber wir haben uns ja mit mehreren Spielen qualifiziert und gehen mit großer Freude in den Wettbewerb. Es ist auch schön, in der Vorbereitung Spiele zu haben. in denen es um was geht. Wir hoffen natürlich, dass sich bis dahin die Corona-Situation entspannt hat. Ich bin ja noch immer skeptisch, ob der komplette Wettbewerb nicht noch gestrichen wird, denn man braucht ja doch eine gewisse Vorlaufzeit von zwei, drei Wochen. Ich kann doch nicht nur ein Training machen und dann einen Wettbewerb spielen, bei dem es um den Aufstieg geht.

Samir Merdanic, Spielertrainer des FC Langengeisling 2: „Das kann doch nicht wahr sein. In unsere Gruppe steht die eigentlich schwächste Mannschaft auf dem ersten Platz.“

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