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Günter „Mäck“ Jeske wurde nur 57 Jahre alt.

Nachruf

„Der Mäck war eine Ottenhofener Institution“

  • vonDaniela Oldach
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DJK-Vereinswirt und eingefleischter Bayern-Fan Günter Jeske starb nach längerer Krankheit

Ottenhofen – Es gibt wohl kaum einen Ottenhofener, der den „Mäck“ nicht kannte. Der Wirt der Sportgaststätte war immer hilfsbereit, fleißig, hatte stets ein Lächeln auf den Lippen und war einer der größten Fußballfans der Kommune. Sein Herz schlug für den FC Bayern München und die DJK Ottenhofen. Jetzt hat es mit nur 57 Jahren aufgehört zu schlagen. Gestern wurde er zu Grabe getragen.

25 Trauergäste durften zur Beerdigung vom Mäck, der eigentlich Günter Jeske hieß, kommen. Doch Günter sagte kein Mensch zu ihm. Viele Ottenhofener kennen wohl gar nicht den richtigen Vornamen. Auch für seine Ehefrau Hanni, die ihn stets unterstützte, war er nur der Mäck.

Unter den Trauergästen war auch Andreas Lippacher, der über fünf Jahrzehnte mit Mäck befreundet war. „Ich kannte ihn seit der ersten Klasse. Er war in der Jugend ein sehr guter Torwart und sogar in der Landkreisauswahl. Später hat er dann auch bei den Freizeitkickern gefangen“, erzählt Lippacher. Er wusste auch, dass sein Spezl einst den Grundwehrdienst bei der Marine absolviert hat. Wie Mäck aber zu seinem Spitznamen kam, das weiß auch sein guter Freund nicht.

„Mäck war immer ein geselliger Typ, hilfsbereit bis zum Geht-nicht-mehr und hat immer gerne gearbeitet. Und er war einer, der nie geschimpft oder gejammert hat. Auch nicht während seiner Krankheit“, sagt Lippacher über seinen Freund. Vor zwei Jahren hatte Mäck noch eine Chemotherapie gemacht und war optimistisch, wieder gesund zu werden. Doch die Krankheit kam zurück. Trotz der derzeitigen Lage konnte sich Jeske aber noch von seinen Kameraden verabschieden.

Auch Uwe Ritschel, langjähriger Vorsitzender der DJK Ottenhofen, ist froh, dass er dem langjährigen Vereinswirt noch persönlich Lebewohl sagen konnte. „Der Mäck war eine Institution in Ottenhofen. Man ging nicht in die Wirtschaft oder in die Sportgaststätte. Man ging zum Mäck“, versichert er.

Jahrelang führte Günter Jeske gemeinsam mit seiner langjährigen Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Hanni die Schlossgaststätte in Ottenhofen. Zuvor hatte er schon beim früheren Schreinerwirt in Herdweg ausgeholfen. Als dann vor gut zehn Jahren die Schlossgaststätte verkauft wurde, hatten sich die neuen Eigentümer nach der Renovierung für das „Camillo“ entschieden.

Was für Mäck zuerst ein Problem war, entpuppte sich später als Glücksfall. Denn die DJK hatte 2001/02 ihr Sportheim umgebaut und die Küche im Anbau schon so konzipiert, dass sie grundsätzlich auch genehmigungsfähig für eine Gaststätte ist.

„Wir haben nur eine Wirtschaft, und wenn die mal schließt, dann wissen wir nicht wohin“, erinnert sich Ritschel über das damalige Ansinnen. Als es dann vor rund zehn Jahren soweit war, wurde die Gaststättengenehmigung beim Landratsamt Erding eingereicht, und Jeske hatte beruflich wieder festen Boden unter den Füßen. Später nahmen Mäck und Hanni noch den Saal dazu. Bei Bundesliga- oder Champions-League-Übertragungen „seiner“ Bayern ging es hoch her. Der Wirt war zudem Gründungsmitglied des FC-Bayern-Fanclubs „Mia san mia Ottenhofen“ sowie ehemaliger Vorsitzender.

Auch um die DJK-Platzpflege kümmerte sich Jeske, der zwar keine eigenen Kinder, aber trotzdem ein großes Herz für den Nachwuchs hatte und immer die DJK-Jugendteams unterstützte. Und ein Gratis-Eis für die Kleinsten war für den Mäck selbstverständlich. DANIELA OLDACH

Chemotherapie vor zwei Jahren

Vorsitzender des FC-Bayern-Fanclubs

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