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Nette Stichelei aus Eichenried. Erst siegte der SVE im November vergangenen Jahres 4:1 gegen den FC Moosinning 2. Dann machte er am Ortstaferl klar, wo’s lang geht.  

DAS SPORTGEFLÜSTER

Mit dem Mannschaftsbus zum Nachbarsderby

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Früher war man sich spinnefeind, heute gründet man Spielgemeinschaft. Wir denken zurück an alte Fußball-Rivalitäten. 

Nanu, der SV Eichenried und der FC Moosinning arbeiten in der Jugend zusammen(wir berichteten). Natürlich macht dies Sinn, wäre aber früher undenkbar gewesen. Warum? Das wissen die Alten oft selbst nicht mehr, aber überall im Landkreis kursieren Geschichten rund um die Rivalität mit dem jeweiligen Nachbarn. Richtig archaisch soll es ganz, ganz früher zugegangen sein, als – und dies wurde mehrmals erzählt – sogar der gegnerische Platz „markiert“ wurde.

Mittelkreis-Biesler? Soll’s wirklich gegeben haben. Viel trockener war da schon der Humor, den in den späten 1960ern die dritte (!) Mannschaft des FC Langengeisling an den Tag legte, als sie die drei Kilometer nach Eichenkofen mit einem Mannschaftsbus fuhr. Am Steuer: Heinz Sichort, der vor dem Gasthaus Fischer anhielt, um nachzufragen, wo denn hier der Fußballplatz sei. Die Orientierungslosigkeit war dann übrigens auch auf dem Platz zu spüren. Der arme Keeper Dieter Prechtl, der spätere Geislinger Kult-Schiri, bekam dermaßen die Hütte voll, dass er zur Halbzeit für den nicht minder bedauernswerten Franz Wenhart ausgewechselt wurde.

Mit dem Mannschaftsbus von Taufkirchen nach Hohenpolding oder Inning – für Franz Schlossnikl, heute Präsident der BSG Taufkirchen – war das früher ganz normal. „Damals hat uns Himolla zu jedem Spiel mit dem Werksbus bringen lassen.“ Dass das beim Gegner nicht ganz so gut ankam, könne er schon verstehen – „gerade, wenn das bei den E-Schülern passiert ist“.

Einen Autokorso musste vor gut 20 Jahren auch Ferdinand Schediwy über sich ergehen lassen. Der BSG-Fußballchef war damals Trainer jener Taufkirchener A-Jugend, die den SC Moosen im Pokalspiel 20:2 abgeschossen hatte. Vier Wochen später war das Punktspiel in Moosen. Diesmal schlug der Prügelknabe zurück, gewann 2:1 – und feierte. „Mit Fahnen und Hupkonzert sind die Moosener dann vor meiner Straße auf und ab gefahren“, erzählt Schediwy.

Die Moosener Torwartlegende Arno Schuster wiederum erinnert sich an das bisher vorletzte Punktspiel-Derby im September 1999, als er „das wahrscheinlich schönste Eigentor in meiner Karriere“ kassiert hat. Schuster stand an der Strafgrenze und staunte über den Pressschlag von Richard Heilmayer und die darauffolgende Bogenlampe aus 35 Metern ins eigene Tor.
Etwas rauer ging es in Duellen der zweiten Mannschaften zu. Einmal beschwerte sich BSG-Preuße Horst Schinke über den Moosener Catenaccio in bestem Hochdeutsch: „So wie ihr spielt, können wir ja kein Tor schießen“. Der Moosener Abwehrspieler antwortete mit einer bayerisch-sachlichen Gegenfrage: „Moanst du, dass mir zwecks dir Deppen auf d´Seitn gengan?“. Das Spiel endete übrigens – wenig überraschend – 0:0. Am Ende der Saison stieg die BSG dennoch auf, und der SCM hielt die Klasse. Alles gut.

Ein Happyend gab es auch für Patrick Tischer und Rot-Weiß Klettham trotz der großen Enttäuschungin der Saison 2013/14. Damals war er Trainer und brauchte für den Aufstieg in die Kreisliga nur noch den Sieg gegen den FC Langengeisling, für den es um nichts mehr ging. Aber der Stadtrivale drehte richtig auf und gewann. FCL-Trainer war damals Matthias Foltin, alter Jugendfreund und Bolzplatzkumpel von Tischer. Jahre später war er Coach in Klettham und führte die Rot-Weißen endlich in die Kreisliga. „Mit einem 4:1 in Altenerding – was wir dort stundenlang gefeiert haben“, meint Tischer und sagt: „Natürlich gibt’s Rivalitäten zu unseren Stadtnachbarn, aber nichts Boshaftes.“ In Passangelegenheiten zum Beispiel nehme er gern die Tipps von Altenerdings Fußballchef Andi Heilmaier an. „Der ist da der absolute Fachmann.“

Alles lieb und nett – so geht’s laut Oberdings Abteilungsleiter Tobias Huber im Umgang mit dem FC Schwaig zu.„Die Spielgemeinschaften laufen perfekt.“ Das war nicht immer so. Anfang der 1980er begab sich der Schwaiger Jugendleiter gern auf Kontrollfahrt, um zu sehen, wer denn da so auf der TuS-Anlage trainiert. Für Georg und Anton Sepp hieß das: Schnell verstecken hinter der Werbebande! Die beiden Oberdinger Buben waren zwar noch beim FCS gemeldet, hatten aber bemerkt, dass es auch beim TuS Spaß macht. Dem Anschiss vom Jugendleiter gingen sie aber lieber doch aus dem Weg.

Einen solchen hat dagegen Sepp Heilmeier vom SV Walpertskirchen kassiert.Die Partie am letzten Spieltag wäre bedeutungslos gewesen, wenn der Gegner nicht der SC Kirchasch gewesen wäre. Bis zur 80. Minute lag sein Team bereits 1:5 hinten. „Mein Vater ist stocksauer heimgeradelt“, erzählt der heutige WSV-Trainer, den zuhause eine Schimpfkanonade erwartete. „So kann man sicht nicht abschlachten lassen. Schon gar nicht gegen Kirchasch. Eine Frechheit ist das.“ So habe sein Vater getobt. Dass das Spiel am Ende 5:5 ausgegangen ist, „hat er erst geglaubt, als er es am nächsten Tag im Erdinger Anzeiger gelesen hat“, erzählt Heilmeier lachend.

Weitere Derbygeschichten

gibt es am kommenden Wochenende. Sie habe auch eine kuriose Geschichte? Rufen Sie uns an unter Tel. (08122) 412130 oder schreiben Sie an sport@erdinger-anzeiger.de

DIETER PRIGLMEIR

Derbygeschichten aus
dem Fußball-Landkreis

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