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Das Meisterteam (stehend, v. l.): Trainer Erich Hübl, Giulia König, Paula Graf, Leni Kieblspeck, Kathi Unterreithmaier, Laura Lang, Steffi Kammerbauer, Laura Schmid, Judith Huber, Fiona Rinklake, Trainer Christian Heilmeier; (kniend, v. l.) Elisabeth Bauer, Doris Lechner, Kathi Empl, Kathi Elbauer, Maria Hübl, Nicole Neudecker, Rebecca Maier.

“Werden alle Spielerinnen der BSG zum SV Neufraunhofen wechseln“

Neufraunhofen/Taufkirchen: Der Abschied der Meisterspielerinnen

  • Dieter Priglmeir
    VonDieter Priglmeir
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Gemeinsam mit den Spielerinnen des SV Neufraunhofen feiern die Fußballerinnen der BSG Taufkirchen die Meisterschaft. Für den Sprung in die Bezirksoberliga müssen sie nun allerdings ihren Verein verlassen.

Taufkirchen – Bedeutet der große Jubel gleichzeitig auch schon das Ende einer großen Ära? Mit einem 2:1-Sieg beim TSV Kronwinkl sicherte die die SG Neufraunhofen/Taufkirchen die Meisterschaft in der Bezirksliga Niederbayern. Gleichzeitig bedeutet das den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Da aber eine Spielgemeinschaft kein Aufstiegsrecht in die BOL hätte, „werden alle Spielerinnen der BSG zum SV Neufraunhofen wechseln“, erklärte BSG-Pressesprecherin und Spielerin Elisabeth Bauer. „Es werde von Taufkirchener Seite aus aktuell versucht, eventuell gemeinsam mit dem SV Neufraunhofen eine B-Mädchen-Mannschaft zusammen zu bekommen“, teilte Bauer mit. Möglich wäre auch eine Freizeitliga-Mannschaft, das hänge von der Resonanz und Spieleranzahl ab.

Bauer erklärt die derzeitige Situation in der einstigen Frauenfußball-Hochburg: „In Taufkirchen kann derzeit keine B-Mädchen-Mannschaft gestellt werden, es sind aber rund zehn Mädchen da, die regelmäßig trainieren und gerne wieder am Ligabetrieb teilnehmen möchten. Im Erwachsenen-Bereich sind sie aber noch nicht spielberechtigt.“ Es sei deshalb noch unklar, ob es in der nächsten Saison noch eine Damen- oder Mädchenmannschaft der BSG Taufkirchen geben wird.

Spieleraderlass vor der Saison 2017/18

Seit über 20 Jahren ist die BSG ein Aushängeschild des Frauenfußballs im Landkreis. Mit Spielerinnen wie Melanie Geitner, Claudia Böck, Alisa Bäumler und der jungen Luisa Mayrhofer marschierte die BSG bis in die Bezirksoberliga, ehe sie vor der vergangenen Saison nach einem großen Spieleraderlass beschloss, eine Spielgemeinschaft mit dem SV Neufraunhofen zu bilden.

Das bedeutete zwar formell erst einmal den Abstieg in die Bezirksliga, aber zugleich einen Neuanfang. Und die Mannschaft startete sofort durch. Man habe durch die Spielgemeinschaft einfach schnell als Mannschaft zusammenfinden müssen, um erfolgreich zu sein, erklärte Bauer. „Außerdem war anfangs der Konkurrenzdruck sehr groß. Wir hatten fast 30 Spielerinnen im offiziellen Kader. Jeder musste von Anfang an Vollgas geben, und wir haben natürlich alle riesigen Spaß am Fußball.“

Bilanz: Zwölf Siege, ein Unentschieden

Das zahlte sich schnell aus. Die Trainer Erich Hübl und Christian Heilmeier führten das junge Team von Erfolg zu Erfolg. Ein Remis und zwölf Siege – das ist die Bilanz nach 13 Partien. Schon am viertletzen Spieltag war der Titel eingefahren.

Wieviel Taufkirchen steckt eigentlich in diesem Erfolg? „Von denen, die regelmäßig gespielt haben und im Training waren, kommen zwölf von der BSG und zwölf von Neufraunhofen“, zählt Bauer auf, die selbst elfmal gespielt und dabei vier Treffer erzielt hat. Mit zehn Toren treffsicherste Spielerin war ebenfalls eine BSG-Kickerin: Kathi Empl.

Ob neue Spielerinnen zum frischgebackenen Bezirksoberligisten wechseln, ist laut Bauer noch unklar. Das gelte auch für die Trainerfrage.

Ferdinand Schediwy bedauert die spielrechtlichen Folgen, die sich die Mannschaft praktisch durch ihren Erfolg quasi selbst eingebrockt hat. „Die Spielgemeinschaft mit Neufraunhofen hat super funktioniert. Wir haben mit dem SVN schon lange ein sehr gutes nachbarschaftliches Verhältnis. Da wird sich auch nichts daran ändern.“ Ganz hat der Fußballchef der BSG aber noch nicht aufgegeben: „In Niederbayern sind die Statuten etwas anders als bei uns. Vielleicht gibt es ja doch noch eine Ausnahme für unsere SG.“

Und wenn nicht? „Wir richten uns natürlich nach dem, was unsere Spielerinnen wollen und führen gerade noch Gespräche, denn einige Frauen wollen auch bei uns im Verein bleiben“, berichtete Schediwy. Egal ob U 17-Mannschaft oder Freizeitliga-Team – etzt gelte es erst einmal, das nächste Jahr zu überbrücken.

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