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Alex Dellel.

Fußball

Nur der Wartenberger Stadionsprecher fehlt ihm beim KSC

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Der Ur-Wartenberger Alex Dellel kickt beim Titelrivalen Kirchasch und kann am Sonntag den Titel einfahren.

 

Kirchasch – Er wird „Hacke“ genannt und spielte im Wartenberger Dress, „seit ich denken kann“, wie Alexander Dellel selbst sagt. Der TSV bildete ihn in der Jugend aus, danach kickte er in der Zweiten Mannschaft in der B- und A-Klasse. Während der Saison 2016/17 wechselte Dellel nach Kirchasch.

Von da an ging’s bergauf. Vielleicht sogar bis in die Kreisliga. Das wird am Sonntag ab 15 Uhr entschieden. Denn dann wird der inzwischen 23-jährige BMW-Ingenieur im Schwarz-Gelb des KSC auflaufen – im Gipfeltreffen gegen seinen Ex-Verein Wartenberg. Es geht um Aufstieg und die Meisterschaft. Ein schwieriges Spiel? Wir fragten nach.


Alex Dellel, viele Fußballprofis vermeiden einen Torjubel gegen Ex-Vereine. Wie wird das bei Ihnen aussehen, wenn Sie am Sonntag gegen Wartenberg treffen sollten?

Das wäre schon ein großer Zufall. Bisher ist mir erst ein Tor gelungen, der Kopfball zum 1.0-Sieg gegen den FC Moosinning 2. Aber wenn es am Sonntag so kommen würde, würde ich den Torjubel vermeiden -– aus Respekt vor Wartenberg.

Warum und wann sind Sie überhaupt nach Kirchasch gewechselt?

Es ist beim berühmten Kirchasch-Fasching in der Schiaßn gewesen. Es war 2017. Stefan Hackl, Maxi Bals und Daniel Hehenberger haben in mich reingeredet, dass ich mal ins Training zum KSC kommen soll. Ich habe dann auch noch mit Spielertrainer Mäcki Weber geredet. Alle haben mir das Gefühl gegeben, dass ich in Kirchasch gebraucht werde. In Wartenberg hat es für mich nicht für die Erste gereicht. Aber ich wollte fußballerisch den nächsten Schritt machen.

Wie hat Ihr Umfeld
reagiert?

Klar, mein Vater war absolut nicht begeistert. Und von meinen Freunden? Mei, der eine hat’s verstanden, der andere weniger.

Haben Sie den
Schritt jemals bereut?

Nicht eine Sekunde. Das wissen alle. Viele meiner besten Freunde sind aus Kirchasch. Seit vergangenem Jahr wohne ich in Erding. Also sind längere Fahrtzeiten zum Training auch kein Thema mehr.

Was hat der KSC, was der TSV Wartenberg nicht hat?

Der Zusammenhalt in Kirchasch ist gigantisch. Ob Spieler und Fans, ob jung und alt – da wird kein Unterschied gemacht. In Wartenberg ist das auch nicht schlecht, aber in Kirchasch ist alles noch viel familiärer. Ich glaube, was wir beim KSC haben, ist im Landkreis einmalig.

Und was hat der TSV, was Kirchasch nicht hat?

Einen Stadionsprecher. Vielleicht können wir meinen Vater ja doch noch überreden. Der macht das in Wartenberg richtig, richtig gut.

Sie haben es ja schon angesprochen: Ihr Vater Franz ist ein Wartenberger TSV-Urgestein, Fastenprediger, Stadionsprecher, jahrzehntelang Spieler. Wem drückt er am Sonntag die Daumen?

Zu 100 Prozent dem TSV. Und das ist auch absolut in Ordnung. Er ist schließlich ein eingefleischter Wartenberger. Aber er schaut jetzt schon immer öfter auch bei uns zu.

Abgesehen vom Stadionsprecher – welchen Wartenberger hätten Sie denn gern in Ihrem KSC-Team?

Die Wartenberger Mannschaft ist wahnsinnig stark. Jeder Spieler würde uns weiterhelfen. Aber ich persönlich hätte natürlich die Spieler gern, die mit mir damals unter Trainer Franz Halbritter in der Jugend gespielt haben, also Maxi Kronseder, Maxi Scharf, Michi Reischl, Thomas Halbritter und Johann Eschbaumer – meine Spezln halt.

...mit denen Sie noch immer in der Hobbymannschaft kicken.

Ja, bei der SpVgg Grachalbuam, eine reine Gaudimannschaft. Wir haben zwei, drei Spiele in der Sommerpause und im Winter Soccerturniere.

Wie oft wurden Sie schon gefragt, ob Sie wieder zurückkommen?

Regelmäßig. Und wenn wir abends feiern, dann in besonders kurzen Abständen und immer sehr intensiv. Aber meine Wartenberger Spezln kennen meine Antwort: Beim KSC ist mein sportliches Zuhause.

Das Duell am Sonntag ist ja nicht das erste.

Stimmt, und bisher lief es ja nicht gerade gut. Ich habe noch kein Spiel gegen Wartenberg gewonnen. Besonders bitter war das Totopokalspiel, denn da bin ich auch noch mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Da habe ich etwas übertrieben. Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass das ein ganz normales Spiel ist.

Nicht alle Wartenberger Zuschauer dürften Ihnen freundlich gesinnt sein.

Klar gibt es – wie wahrscheinlich überall – Zuschauer, die einem verübeln, dass man den Heimatverein verlassen hat. Aber da muss ich einfach drüber stehen. Wie gesagt: Gegen Wartenberg – das wird für mich immer emotional werden. Aber inzwischen habe ich meine Gefühle besser im Griff.

Zum Spiel am Sonntag: Auf wen müsst Ihr besonders aufpassen?

Die Wartenberger Offensive mit Reischl, Taffertshofer und Maier ist brutal. Das sind die Schlüsselspieler. Maxi Kronseder wäre noch einer. Aber er ist ja noch verletzt. Der TSV hat schon eine super Mannschaft, die einen sehr schnellen Fußball spielt. Aber wir sind ja auch gut drauf.

Und deshalb wird das Spiel wie enden?

Es wird eng. Aber wir gewinnen 2:1.

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