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Mit 26 Punkten Vorsprung wäre der FC Lengdorf (hier beim Paintball)  aufgestiegen - das behaupten zumindest wir.

DAS SPORTGEFLÜSTER

Das Fußballfinale 2020 - so wär‘s gelaufen

  • Dieter Priglmeir
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Ohne Corona wäre dieses Wochenende der letzte Spieltag in den unteren Fußball-Ligen gewesen. Was passiert wäre, verrät Dieter Priglmeir im Sportgeflüster.

Auch ohne Pandemie hätten wir an diesem Wochenende Ausnahmezustände– auf diversen Meister- und Auf/Abstiegs- oder Sonstwas-Feiern. Für Sonntag wäre eigentlich der letzte Spieltag der unteren Fußball-Ligen angesetzt gewesen. Corona hat uns das vermasselt, aber treten Sie ein, treten Sie näher, hier verpassen Sie nichts. Wir verraten hier, wie es ausgegangen wäre.

Und dafür schalten wir erst einmal in die A-Klasse 7 nach Eichenkofen, wo – Weltsensation – gleich sechs Ippische auf dem Platz stehen: die Brüder Jonas, Lukas und Seppi, deren Vater Albert sowie Onkel Thomas, ja selbst Stadtrat Gerhard darf ran. „Ich helfe gern aus, damit sich unsere Jungs fürs Giggerl-Fest schonen können. Das ist deutlich wichtiger“, sagt der Oldie. Apropos Saisonziele: Die haben unsere Bezirksligisten schon zwei Wochen vorher erreicht. Der FC Finsing erhält aufgrund seines tollen Klorollen-Videos (jaja, das hat der Verein völlig corona-unabhängig gedreht) 20 Punkte vom BFV gutgeschrieben und bleibt ebenso in der Liga wie der TSV Dorfen. Der hat Wiggerl Donbeck zurückgeholt. Der Ex-und-jetzt-wieder-Trainer redet seine Burschen so stark, dass die Gegner schon vorher aufgeben. Sie haben nur eine Bitte: Er möge doch künftig nicht in ihrer Kabine die Rede halten.

Der FC Moosinning steigt doch noch auf, weil Trainer Helmut Lucksch den Jugendwahn beendet und Rupert Lanzinger das entscheidende Tor erzielt. Hinten hält sein Bruder Martin die Null. „War kein Problem, nur diese Rückpassregel ist seltsam“, sagt der Torwart, der mehrmals im Spiel Libero Karl Thumbs anmault.

Der FC Schwaig darf wieder in den Relegationsmarathon, worüber sich auch die Busunternehmen freuen. Bekanntlich fährt ganz Schwaig zu jedem Auswärtsspiel.

Sicher ist der Aufstieg des FC Lengdorf in die Bezirksliga, auch wenn Fußballchef Anton Bauer vor dem Spiel gegen den FC Erding noch leicht skeptisch ist. „Das wird schon gut gehen“, beruhigt ihn Trainer Franco Soave. „Die 26 Punkte Vorsprung sollten reichen.“

Eine Klasse tiefer bastelt Maxi Bauer am Triple: Als Spielertrainer gelingt ihm mit dem SC Moosen der Aufstieg in die Kreisliga. Die Meisterfeier umrahmt er musikalisch höchst persönlich als Frontman der Gruppe Tetrapack. Und während der Pausen schreibt er an seiner Doktor-Arbeit fürs Maschinenbau-Studium.

In der A-Klasse 7 steht der Meister schon seit dem vorletzten Spieltag fest.Das ist gut für den SV Eintracht Berglern, denn er hat nämlich spielfrei, was nach der ausgiebigen Feierwoche kein Nachteil ist. Anton Scherer, SVE-Urgestein und seit wenigen Wochen Bürgermeister, lässt die ganze Mannschaft ins Goldene Buch eintragen. Ob er den Jungs tatsächlich auch Steuerfreiheit auf Lebenszeit gewähren darf, wird gerade noch rechtlich geprüft.

Showdown in der A-Klasse 8, wo der TSV Isen im letzten Saisonspiel auf die DJK Ottenhofen trifft. Dank seiner fünf Tore schießt Daniel Stangl den TSV in die Kreisklasse. Dass er danach wegen Meckerns wieder mal vom Platz fliegt – geschenkt. Für die Torjägerkrone reicht es allerdings weder für Stangl noch für Flo Rupprecht, der an einem Tag einen Achter-Pack (sechs Tore in der Kreisliga, weitere zwei als Joker in der Wörther Reserve) schnürt. Denn Zoran Pejic schafft mit 68 Treffern einen neuen Rekord und streicht einmal mehr die Torprämie vom Erdinger Weißbräu (pro Tor ein Kasten) ein. Dessen Verein SpVgg Neuching (Torverhältnis 69:20 – ein Eigentor ist dabei) wird Fünfter und muss künftig auf Pejic verzichten, der einen Getränkehandel eröffnet. Ottenhofen freut sich auf das Aufstiegsspiel gegen den Kreisklassisten TuS Oberding, dessen Trainer Hans Bruckmeier in der kommenden Saison die DJK übernimmt.

Ja, der TuS muss in die Relegation, weil sich Türkgücü Erding tatsächlich noch aus dem Keller geschossen hat. Wie das gelang? Gökmen Uluhan, der inzwischen Trainer, Manager, Vorsitzender und Platzordner in Personalunion ist, konnte Hasan Kivran als Sponsor gewinnen. Der wiederum brachte ein paar Spieler von Türkgücü München mit. Ganz glücklich sind die Erdinger Türken allerdings nicht. Statt des direkten Klassenerhalts wäre ihnen ein Relegationsspiel gegen ihre Spezl aus Altenerding lieber gewesen. Kivran ist beleidigt und verlässt den Verein auf Anraten Uluhans („Schleich di!“) – nicht aber, ohne den Merkur CUP-Helden von Türkgücü (gewinnen das große Finale 2020) einen 20-Jahres-Vertrag bei seinem nächsten Projekt (irgendwo in Erding, bitte selbst ausfüllen) anzubieten.

Übrigens: Altenerding schafft es ohnehin nicht in die Reli.Den Veilchen kümmern sich lieber um ihre rauschende 100-Jahr-Feier. Die steigt auch in Langengeisling, wo es am letzten Spieltag zu einem Fauxpas kommt: Sebastian Held, Trainer der BSG Taufkirchen, bejubelt einen FCL-Treffer. „Tut mir leid, aber die haben so schöne blaue Trikots, und jetzt haben die auch noch ihr Vereinsheim ganz in Blau“, entschuldigt sich der Löwen-Fan bei seinen Spielern. Der FCL wird übrigens Zweiter in der Kreisliga. Knapp dahinter landet der FC Eitting, dessen gefährlichste Waffe Marco Höferths Hammer ist. Schon in der Vorrunde hat er gegen die BSG aus 70 Metern getroffen. Vor dem letzten Spiel warnt Moosburgs Trainer Christian Grüll vor Höferths gefährlichen Standards: „Da hilft nur eine Fünf-Mann-Mauer, wenn Marco beim Abstoß Maß nimmt.“

In der Kreisklasse erlaubt sich Trainer Wojtek Wojciechowskieinen Spaß, indem er selbst aufläuft sowie seine beiden Söhne und noch vier Neffen (alle mit Doppelnamen) aus seiner polnischen Heimat aufstellt. Die Zuschauer fragen sich, wer schnellerist: der Stadionsprecher mit der Mannschaftsaufstellung oder die Arbeiter beim Finsinger Stadionbau. Zum Schluss schalten wir nochmal nach Eichenkofen, wo am Ende kein Ippisch mehr auf dem Platz steht. Nein, nicht wegen Roten Karten (okay, eine war dabei), sondern weil die SpVgg mit Ausnahmegenehmigung in der zweiten Halbzeit die komplette A-Jugend spielen lässt. Die Buben (manche sind erst 14) dürfen sich über ihren ersten Sieg im SpVgg-Dress freuen. Gegner Zustorf sieht’s locker. Spielertrainer Dominik Dorsch: „Wir haben heuer zweimal gegen Langenpreising gewonnen. Mehr geht eh nicht.“

DIETER PRIGLMEIR

So wäre das Saisonfinale

eigentlich gelaufen

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