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Auch in der Bezirksliga stets brandgefährlich: Peter Werndl ist der dienstälteste Moosinninger. Der 30-Jährige arbeitet als Ingenieur an der Hochschule Rosenheim in der Forschung und Entwicklung des Materials Holz. 

Der treue Moosinninger trifft auch für die Zweite

Moosinnings Werndl über Viererpack: „Zuspiele waren schwieriger als die Tore“

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Beim Bezirksliga-Derby gegen den FC Schwaig brauchte Peter Werndl keine 20 Sekunden nach seiner Einwechslung, um erstmals frei dem Torwart zu stehen.

Moosinning– Dort vergab er noch die dicke Chance. Am Sonntag schlug er gleich viermal zu – allerdings zwei Klassen tiefer.

Ausgerechnet beim Gemeinderivalen SV Eichenried erzielte er zwischen der 22. und 55. Minute vier Tore und machte somit aus dem 0:1-Rückstand ein 4:1. Am Ende gewann der FC Moosinning sogar 5:1 und setzte sich somit in der Kreisklasse gleichmal in der Spitzengruppe fest. Der 30-Jährige, der ursprünglich aus Siggenhofen (Gemeinde Ottenhofen) kommt, traut der Mannschaft heuer einiges zu. Im Interview mit der Heimatzeitung nahm der Ingenieur auch Stellung zum Vorwurf, der FC Moosinning sei ein zusammengekaufter Haufen.

Vier Tore in einem Spiel – ist das Ihr Rekord?

In der Jugend bin ich tatsächlich öfter als viermal angeschossen worden. Im Herrenbereich ist mir das weder in der Kreis-, Bezirks- und geschweige denn in der Landesliga gelungen. Wobei ich die vier Tore relativieren muss.

Wieso denn das?

Die Zuspiele in die Tiefe haben den größeren Anteil an den Toren gehabt. Unsere Zweite hat spielerisch und charakterlich eine wirklich tolle Truppe beisammen. Ich bin gespannt, wie sich das diese Saison entwickeln wird.

Könnte es sogar zum Aufstieg reichen?

Erfahrungsgemäß halte ich den Ball am Anfang der Saison flach. Die Jungs haben auf jeden Fall das Potenzial, eine gute Rolle in der Kreisklasse zu spielen. Für was es am Ende reicht, wird sich spätestens zur Rückrunde herausstellen. Ich wünsche ihnen das Beste.

Ein schöner Nebeneffekt war wohl auch, dass Sie die Tore gegen den Gemeinderivalen Eichenried geschossen haben.

Solche Derbys sind immer eine schöne Sache, sowohl für die Spieler als auch für das Umfeld – vor allem, wenn man gewinnt. Nach dem Spiel war in der Kabine deshalb eine dementsprechend heitere Stimmung.

Wieviel Freibier hat’s am Sonntag gegeben?

Uns wurden nach dem Spiel Massen und Wurstsemmeln in die Kabine gebracht. Ich muss aber gestehen, dass ich erst mal zur Semmel gegriffen hab. An einem Samstag wäre das sicher anders verlaufen.

Eigentlich spielen Sie ja in der Ersten in der Bezirksliga.

Ja, wir hatten das Wochenende spielfrei, und ich war spielberechtigt, weil ich gegen Schwaig erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden war. Unsere Zweite hatte urlaubsbedingt Personalmangel, und so war klar, dass wir dort aushelfen.

Was ist in der Kreisklasse anders?

Die Kreisklasse ist von den Mannschaften dieses Jahr sehr stark vertreten. Ich kenne haufenweise gute Spieler, die die Liga deshalb sehr spannend und attraktiv gestalten werden. Ich persönlich mag es, wenn das Spiel schneller ist und man mehr gezwungen ist, instinktiv zu handeln. Von daher: Mal schauen, wie lange ich das Tempo in der Bezirksliga noch mitmachen kann.

Sie machen das ja auch schon sehr lange.

Das ist heuer meine elfte Saison für diesen Verein in der Ersten.

Zuvor spielten Sie bei Falke Markt Schwaben in der Landesliga.

Ja und davor auch schon zwei Runden für Moosinning.

Was hat sich seitdem im Verein verändert?

Klar ändern sich viele Sachen über die Jahre, aber das Umfeld, die Leute und der fußballerische Anspruch sind gleich geblieben. Wir haben seit Jahren einen festen Kern, zum Beispiel mit Basti Lanzinger und Johannes Volkmar in der Mannschaft. Franz Hornof, Christian Reiser, Mattse Eschbaumer und Co. gehören seit drei bis fünf Jahren dazu. Mir persönlich ist eben genau das sehr wichtig, dass man Freundschaft und fußballerischen Anspruch hier verbinden kann.

Was würden Sie dem sagen, der behauptet: Der FCM ist ein zusammengekaufter Haufen, da kann es keine Kameradschaft geben?

Dem kann ich nur sagen: Wäre es so, wäre ich keine elf Runden dabei. Und am liebsten würde ich denjenigen mal die halbe Stunde vor dem Training in die Kabine setzen, da hat er bestimmt auch seine Gaudi. Klar ist aber auch: Um den fußballerischen Ansprüchen gerecht zu werden, muss man sich extern verstärken. Hierbei ist es wichtig, dass man sich spielerisch verstärkt, ohne dabei den charakterlichen Aspekt zu vernachlässigen. Wir haben da das ein oder andere Mal daneben gegriffen, das aber konsequent korrigiert. Als Mustertransfer will ich hier mal Florian Jakob erwähnen, um den Kern der Mannschaft nach meinen Vorstellungen zu erweitern. Spielerisch und menschlich ein ganz ein feiner Kerl.

Mit 30 gehören Sie ja auch zu den Oldies im Team. Was sagen Sie zur jüngeren Generation?

Ach, ich sehe das entspannt. Wenn ich mir Kerim Cetinkaya mit seinen 38 Jahren anschaue, dann gibt mir das Hoffnung, dass es noch ein oder zwei Runden geht. Und selbst dann steht die Tür für Trainertätigkeiten ja weiter offen.

Welche Liga würden Sie sich als Spielertrainer zutrauen?

Spielertrainer wäre absolutes Neuland. Da will ich mich gar nicht auf eine Liga festlegen, sondern den richtigen Moment abwarten. Ich hatte hier schon das ein oder andere Angebot. Aber wie gesagt, ein, zwei oder drei Jahre rein als Spieler wäre schon noch meine Wunschvorstellung.

Welchen Traditionsverein würden Sie gern trainieren: Bayern, Liverpool, Real – oder 1860?

Ob Liverpool, Bayern oder Real – da würde ich den Schuhputzer machen. Bei 1860? Naja gut. Als Roter lass ma das lieber.

Zurück zu den jüngeren Spielern – was halten Sie von der neuen Fußballgeneration?

Ich mag das nicht pauschalisieren, aber wenn ich mir die Entwicklung der letzten Jahre anschaue, dann wird schon sehr deutlich, dass sich das Leben der jüngeren Generation eher in der digitalen Welt auf Facebook oder Instagram abspielt. Wenn sie dann auf dem Platz stehen, merkt man, rein auf den Sport bezogen, dass ihnen die Likes in der Realität wenig behilflich sind. Junge Leute, die fußballerisch hart arbeiten, lernwillig und gierig sind, sehe ich dagegen klar im Vorteil.

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