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Der FC Langengeisling (stehend, v. l.) mit Markus Kaiser, Bernhard Knaup, Sepp Röhrl, Jakob Tauber, Allfred Speckmeier, Fritz Patzelt, Josef Kellerer, Hans Ganser sowie (knieend, v. l.) Josef Orthuber, Ludwig Fellner und Sepp Hartinger.
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Der FC Schwaig (stehend, v. l.): Ernst Blumoser, Jakob Meyrl, Bert Knorr, Rudi Hettler, Sebastian Stuber, Jakob Maier, Lorenz Adelsperger, Johann Maier sowie (knieend, v. l.) Josef Hofmaier, Josef Lachner und Ludwig Stuber.

Fußball

Schwaig und Geisling: Rivalen seit 99 Jahren

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Die Spiele zwischen dem FC Schwaig und dem FC Langengeisling habe eine lange Geschichte. Und trotzdem kann einer der beiden heuer Historisches schaffen.

Schwaig/Langengeisling– Das Spiel ist so alt wie die Vereine selber. Zumindest wie der FC Langengeisling. Seit seiner Vereinsgründung 1920 duelliert er sich mit den Sportfreunden, die ihren Club bereits sieben Jahre zuvor gegründet haben. Heuer allerdings können die Schwaiger Historisches erreichen. Noch nie waren sie der Bezirksliga so nahe. Sie stehen auf Platz zwei, der zu Aufstiegsspielen berechtigt. Einziger ernsthafter Konkurrent: der Gegner am Sonntag um 14 Uhr.

Um Ränge und Bezirksligaträume ging es noch nicht, als im September 1920 die Premiere stattfand. Für Langengeisling war es überhaupt das allererste Spiel der Vereinsgeschichte. „Für uns war die Hauptsache, dass der Ball getroffen wurde“, werden Pioniere in einem Fußballheft von 1968 zitiert. So gesehen war das Endergebnis, ein 0:0, durchaus ein Erfolg. Im Oktober gleichen Jahres fand dann das Rückspiel in Schwaig statt. Über das Ergebnis schweigt sich die offizielle Vereinschronik des FCL aus. Verbürgt ist aber der 6:2-Kantersieg der Schwaiger zwei Jahre später. Dafür revanchierte sich der FCL im Oktober 1924 mit einem 6.0-Sieg. Man kannte sich, und man schätzte sich: In den 1920ern luden sich die beiden Vereine zu ihren Pokalturnieren gegenseitig ein.

Nach nach dem 2. Weltkrieg fingen beide Vereine schnell wieder mit dem Fußball an. Die Schwaiger Spielerfrauen trennten Fallschirme auf und nähten daraus die Trikots, wie Schwaigs Pressesprecher Rainer Hellinger erzählt. Wo die Geislinger ihre Dressen herhatten, ist nicht überliefert, sehr wohl aber der erste Gegner in einem Verbandsspiel: Es war natürlich der FC Schwaig, der schon nach der ersten Viertelstunde 2:0 führte, dann aber immer wieder am Geislinger Keeper Gumpinger scheiterte. Letztlich gewann der FCL sogar 4:2 und im Jahr darauf 3:1. Trotzdem attestierte der Geislinger Vereinschronist, „dass Schwaig eine der stärksten Mannschaften im Bezirk darstellt“.

Die vermutlich höchste Niederlage kassierten die Geislinger 1949. Allerdings waren sie laut Chronik beim 2:12 mit der zweiten Garnitur angetreten. Keine Ausrede gab es dafür für die 2:4-Pokalpleite im gleichen Jahr, die der Vereinschronist schmallippig so kommentierte: „Was die Geislinger dabei sportlich boten, war wenig dazu angetan, ein objektives Publikum zu erfreuen.“ Dagegen schwärmt er vom 1:0-Auswärtssieg am 30. April 1950. Man habe nicht nur „Schwaigs schussgewaltigen Sturm in Schach gehalten“. Die Kraft reichte sogar noch, am gleichen Abend in Berglern den Maibaum zu stehlen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Fast ein Jahre später brachten die Schwaiger den Geislingern die erste Heimniederlage nach eineinhalb Jahren bei. Wie das 3:1 zustande kam? Wir zitieren den FCL-Chronisten: „Titelverteidiger und Tabellenführer Schwaig spielte bestimmt nicht besser als unsere Mannschaft, hatte aber unglaubliches Glück.“

Man darf gespannt sein, an was es am Sonntag lag, dass die Partie so ausging, wie sie es tun wird. Übrigens: der FC Schwaig wurde nach 1950 und 1951 auch 1952 Bezirksmeister, die Geislinger gewannen die Gruppenmeisterschaft der Merkur-Pokalspiele (so was gab es damals wirklich). Soll heißen: Gute Fußballer gab es hüben wie drüben schon immer.

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