DAS SPORTGEFLÜSTER

Sheriffs vom Gesundheitsamt bei den Erdinger Vereinen? Quatsch!

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Wir räumen mit einem Gerücht auf und erklären schweren Herzens, warum wir uns auf die Fußballpause freuen müssen.

Pst, ich darf das hier gar nicht so laut schreiben, sonst liest das noch der Verleger. Aber für die Sonntagsdienste in der Sportredaktion würde ich (wenn ich nicht Schwabe wäre) Geld mitbringen, um diese erleben zu dürfen.

Ich spreche von den Nachmittagen mit unseren Fußballberichterstattern. Von Walter Pelzl, der gern mal von seiner Frau gebackene Buchteln mitbringt, die so frisch sind, als hätte man die Zwetschgen direkt vom Baum in den „Traum von einem Teig“ (Zitat von Kollegin Gabi Zierz) gelegt. Oder von Tobi Fischbeck, der mit dem gleichen Elan wie er tags zuvor für DAZN Bremen gegen Hertha kommentiert nun aus Grüntegernbach oder Zustorf berichtet. Oder von Dani Oldachs Wünschen nach mehr Zeilen für die Kreisklasse, weil sie wieder mal im harmlosen Plauderton den Trainern das eine oder andere Anekdoterl entlockt hat.

Wir lassen uns auch gern noch mal von Karl Thumbs aufklären, welcher Maximilian Lechner nun das Tor geschossen hat: der Mäx aus Ottenhofen oder der Maxi aus Taufkirchen (oder war’s andersrum?). Fast schon perfide finden wir nur, dass der FCM jetzt auch noch einen Maximilian Löchner im Kader hat.

Lechner oder Löchner– über so etwas regen wir uns gern – und ja auch nur ein bisschen – auf. Denn nach diesem Wochenende mit allerhöchstens einer Handvoll Spielen ist wegen des Lockdowns schon wieder Schluss. Wirklich schade! Aber andererseits: Gut so!

Natürlich wollen die Fußballer auf den Platz, aber es heißt ja nicht umsonst Spielbetrieb mit Betonung auf „Betrieb“.Und der lässt sich einfach nicht mehr betreiben, wenn jedem Verein frei gestellt ist, ob er antritt oder aus Sorge über die Corona-Entwicklung zu Hause bleibt. Letzteres ist absolut in Ordnung. Und ich will hier auch nicht die Diskussion aufmachen, ob und inwiefern manchen Vereinen wegen der eigenen Personalsituation eine Verlegung sogar ganz recht kommt. Letztlich zählt nur: Am Dienstag, ach was beim Abschlusstraining am Donnerstag wussten zuletzt viele noch nicht, ob sie tatsächlich am Sonntag spielen. Diese Ungewissheit ist ab Montag weg. Es ist Pause, basta.

Und damit müssen sich auch die Ordner nicht mehr mit Zuschauern ärgern, die partout nicht ihre Schutzmaske tragen wollen. Einzelfall? Na, dann schauen Sie sich doch mal die Bilder aus der vergangenen Woche an. Oder fragen Sie mal die Ehrenamtlichen, die doch nur das Hygienekonzept ihres Vereins umsetzen wollen und sich dann dumm anreden lassen müssen. „Das erlebst du leider immer wieder“, berichtet ein Fußballchef aus dem Landkreis, der auch die Strafen kennt, wenn Hygienekonzepte nicht eingehalten werden: „Das sind keine 100 Euro Bußgeld. Das geht schon in die Tausende, wennirgendwas passiert.“ Und dann meint er: „Ganz ehrlich, ich brauche die Pause jetzt.“

Vielleicht ist dann auch Schluss mit Gerüchten,denen wir als Journalisten selbstverständlich nachgehen, die sich bisher aber als haltlos erwiesen haben. Ein Verein soll wegen Verstößen gegen die Hygiene-Richtlinien vom Gesundheitsamt „ordentlich gestraft“ worden sein. Der Hinweis kommt verlässlich alle paar Wochen. Alle bisher genannten, respektive denunzierten Vereine wussten von nichts. Das Gesundheitsamt übrigens auch nicht, das natürlich „keine Schergen“ übers Land schicke, wie es aus dem Landratsamt heißt.

Also Schluss damit. Wir geloben, in der Winterpause zumindest ein Problem zu lösen: das Lechner-Rätsel. Machen wir es wie früher, als Mitspieler noch Künstlernamen bekamen, gern mal einen brasilianischen (an dieser Stelle: schöne Grüße an Careca Sepp Hartinger!). Ein Spieler wäre übrigens von seinem Vater beinahe Garrincha getauft worden. Wer? Verraten wir nicht. Nur so viel: Er hat auch mal in Moosinning gespielt. Wer’s weiß, bekommt das Originalrezept der Pelzlschen Buchteln.

 

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