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SV Walpertskirchen gegen FC Finsing ist ein Duell der Talentschmieden

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Von: Dieter Priglmeir

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Im Pokal kassierte die U18 der JFG Speichersee eine 1:7-Niederlage gegen Altenerding.
Im Pokal kassierte die U18 der JFG Speichersee eine 1:7-Niederlage gegen Altenerding. © anh

Am Sonntag treffen sich zwei Mannschaften die sehr hohen Wert auf Ihre Nachwuchsabteilung legen. JFG-Trainer Manfred Wagner spricht über die BOL und die Zukunft des Nachwuchses.

Finsing – Wenn sich am Sonntag der SV Walpertskirchen (15 Uhr) und der FC Finsing zum Spitzenspiel treffen, dann ist das auch ein Duell der Kaderschmieden. Die meisten Spieler in beiden Teams bilden ihre Spieler selbst aus. Im aktuellen Walpertskirchener 25-Mann-Kader waren 19 Akteure bereits für den WSV in der Jugend aktiv. „Trainer und Co-Trainer sind natürlich auch Ur-Walpertskirchener“, fügt Coach Josef Heilmeier hinzu.

Finsing hat eine A-Jugend in der BOL, Walpertskirchen eine Goldene Generation

Für die nähere Zukunft schaut’s auch gut aus: Die als Goldene Generation bezeichnete und von Fritz Kreischer trainierte Mannschaft spielt inzwischen schon in der A-Jugend und hat bisher alle vier Qualifikationsspiele zur Bezirksoberliga gewonnen.

Der Nachwuchs des FC Finsing ist bei der JFG Speichersee im Einsatz. „Mehr als zwei Drittel unserer Spieler der Ersten und Zweiten waren in der JFG aktiv“, sagt FCF-Vorstandsmitglied Robert Hartmann. Das Interesse am Nachwuchs sei auch bei den Spielern der Herrenmannschaften groß: „Es schauen immer Aktive bei den Jugendmannschaften zu. Erfahrungsgemäß mehr in der Rückrunde. Man will auch sehen, auf welchen Positionen starke Konkurrenz kommt in der nächsten Saison“, sagt Hartmann grinsend. In der laufenden Spielzeit spielt die A-Jugend sogar Bezirksoberliga – als einziges Team im Landkreis. Die beiden ersten Spiele gingen allerdings verloren, am Donnerstagabend setzte es auch noch eine 1:7-Niederlage im Pokal gegen die SpVgg Altenerding. Wir sprachen mit JFG-Trainer Manfred Wagner über die BOL und die Zukunft des Nachwuchses, der ja künftig in Neuching oder in Finsing spielen kann.

Herr Wagner, was ist der erste Eindruck nach zwei Spielen BOL? Ist die Mannschaft dieser Liga gewachsen?

Wir sind ja coronabedingt nicht rein sportlich in die BOL aufgestiegen, sondern nach zwei Los-Entscheiden, bei denen wir Glück hatten. Dem Trainerteam war und ist bewusst, dass wir mit unserem Kader einen schweren Stand in dieser Liga haben. Die Aktiven, die Eltern und wir wollten diese Herausforderung aber unbedingt angehen. Wir machen das Beste daraus und verkaufen uns so teuer wie möglich. Das hat man in den ersten beiden Spielen auch gespürt.

Was ist anders als in der Kreisliga?

Das Spiel in der BOL ist schneller und körperlich intensiver. Die meisten unserer Gegner haben deutlich mehr ausjährige Spieler (U 18, die Red.) auf dem Platz als wir. Die sind natürlich körperlich schon etwas weiter. Wir versuchen, defensiv stabil zu stehen und Fehler zu vermeiden, denn die werden in der BOL sofort bestraft.

Sie haben ziemliche Fahrten mit der U 18. Wie meistern Sie das?

Zu den Auswärtsspielen chartern wir in der Regel zwei Kleinbusse, in denen alle Spieler und Trainer sitzen. Uns ist es wichtig, dass sich die Aktiven auf das Spiel fokussieren und sich vor dem Spiel schon darüber austauschen können.

Trainer Manfred Wagner
Trainer Manfred Wagner © JFG

Inwieweit hat sich der Kader verändert? Haben Sie auch auswärtige Spieler dazubekommen?

Wir haben für diese Saison einen Neuzugang aus Oberding. Ansonsten spielen wir mit reinen Eigengewächsen. Die JFG hat in den nächsten Jahren aber viel vor und will sich stark für die Weiterbildung der Trainer und der Aktiven engagieren. Es sind hierfür Kooperationen geplant, unter anderem mit der Sempt-Akademie. Darüber hinaus gibt es aktuell Bestrebungen, die Spieler im Rahmen eines zusätzlichen Fördertrainings weiterzubringen. Für mich sind solche Maßnahmen ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der JFG Speichersee im sportlichen Bereich. Wir werden dadurch für Spieler aus dem Umland sicherlich deutlich attraktiver.

Inwieweit nutzt diese Mannschaft und diese Liga dem FC Finsing? Gibt es Spieler, die eventuell jetzt schon in einer der Herrenmannschaften mitspielen?

Die meisten meiner acht ausjährigen Spieler haben die SpVgg Neuching als Stammverein und in der Urlaubszeit dort auch schon erste Erfahrungen im Herrenbereich gesammelt. Beide Stammvereine, also Finsing und Neuching, sind sich einig, dass der Fokus der jungen Spieler erst mal voll auf die Herausforderung in der BOL liegen soll. Normalerweise kristallisiert sich in der Rückrunde heraus, welchen Weg die einzelnen Spieler gehen möchten. Nach Ostern trainieren dann schon mal der eine oder andere Spieler im Herrenbereich, um die neue Mannschaft kennenzulernen.

Wie ist der Kontakt zwischen der JFG und den beiden Stammvereinen?

Auf der Führungsebene gibt es einen regelmäßigen Austausch. Die Vorsitzenden der JFG sind eng dran an der Entwicklung in den jeweiligen Stammvereinen. Und nehmen beispielsweise auch an den Vorstandssitzungen der Stammvereine teil. Darüber hinaus sieht man natürlich den einen oder anderen Spieler und Sportlichen Leiter der Herrenmannschaften bei unseren Heimspielen. Was uns besonders freut, ist die Tatsache, dass die JFG auch eine eigene Umkleide im neuen Tribünentrakt des FC hat – natürlich in unseren eigenen Vereinsfarben.

Wie ist das geregelt, wenn Spieler aus dem einen Stammverein zum anderen gehen?

Wir haben das Thema vor zwei Jahren mit einer Satzungsänderung geregelt. Jedem Spieler steht es frei, sich nach der Zeit bei der JFG den neuen Stammverein auszusuchen. Natürlich werben beide Stammvereine um die Aktiven. Jede Entscheidung der Spieler wird am Ende aber akzeptiert.

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